Der Klimawandel ist längst kein fernes Szenario mehr: Extremwetter, Ressourcenknappheit und steigende Regulierungskosten stellen Unternehmen weltweit vor grosse Herausforderungen. Unter den sogenannten Klimabelangen werden alle Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf den Klimawandel, die finanziellen Risiken und Chancen des Klimawandels für Unternehmen sowie Massnahmen zur Abschwächung und Anpassung zusammengefasst. Die Emmi Gruppe stellt sich den mit Klimabelangen verbundenen Herausforderungen engagiert und verantwortungsbewusst, um das Unternehmen nachhaltig weiterzuentwickeln.
Ihre Berichterstattung richtet die Emmi Gruppe nach der Vollzugsverordnung des Bundesrats zur Klimaberichterstattung für grosse Schweizer Unternehmen aus. Dazu berücksichtigt sie die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD).
Klimabelange sind ein integraler Bestandteil der Verantwortung, Prozesse und Entscheidungen des Verwaltungsrats im Rahmen seiner Aufsicht, insbesondere bei der Strategieüberprüfung, im Risikomanagement, der Due Diligence bei Fusionen oder Übernahmen sowie im Investitionsprozess der Emmi Gruppe.
Einmal im Jahr erhält der Verwaltungsrat während einer ordentlichen Sitzung einen Bericht der Head Group Sustainability über die Leistung, die Massnahmen, den Ausblick sowie die Risiken und Chancen zum Thema Nachhaltigkeit, einschliesslich der Klimabelange.
Darüber hinaus informiert die Head Group Sustainability einmal im Jahr den Marktausschuss des Verwaltungsrats ausführlich über ein bestimmtes aktuelles Thema wie z. B. die doppelte Materialitätsanalyse. Der Ausschuss setzt sich anschliessend mit dem Thema vertieft auseinander und bereitet die Entscheidungsfindung für den Verwaltungsrat vor.
Ebenfalls einmal im Jahr werden dem Prüfungsausschuss, dem Verwaltungsrat und der CEO im Rahmen des regulären Risikomanagementprozesses der Gruppe die Ergebnisse der jährlichen Risikoanalyse (inkl. klimabezogener Risiken) vorgestellt (zum Risikomanagementprozess siehe Kapitel 3.5.3 Risikomanagement).
Die CEO trägt die oberste Verantwortung für die Einträge im Risikoregister und bestimmt die Risikoeigner in der Konzernleitung. Die Risikoeigner können Massnahmen zur Risikominderung und -übernahme delegieren, bleiben aber für die Entwicklung und Umsetzung der Massnahmen verantwortlich. Derzeit sind die folgenden Risikoeigner für Klimabelange ernannt worden:
Der Chief Supply Chain Officer (CSCO) trägt die Verantwortung für Umwelt- und Klimarisiken entlang der Lieferkette und die Steuerung der Dekarbonisierungsmassnahmen. Der Chief Financial Officer (CFO) ist verantwortlich für alle Fragestellungen im Zusammenhang mit den Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen, die Bewertung finanzieller Auswirkungen sowie die Einhaltung relevanter Berichts- und Offenlegungsanforderungen. Der Chief Marketing Officer (CMO) ist zuständig für die Analyse und Bewertung von Verbrauchertrends sowie deren Einfluss auf Markenführung, Produktstrategie und Kommunikation.
Einmal jährlich informiert die Head Group Sustainability die Konzernleitung an einer ordentlichen Sitzung über die Leistung, die Massnahmen und den Ausblick im Bereich der Nachhaltigkeit, einschliesslich der Klimabelange. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Emmi Gruppe, die auch die Klimabelange umfasst, ist integraler Bestandteil der jährlichen Strategieüberprüfung durch die Konzernleitung. Allfällige ausserordentliche Themen (beispielsweise Bezug von Ökostrom) werden durch den CSCO auf die Traktandenliste der jeweils nächsten monatlichen Konzernleitungssitzung gesetzt und dort behandelt.
Auf operativer Ebene werden Klimabelange von der Head Group Sustainability zusammen mit ihrem Team in der Konzernzentrale sowie den lokalen Nachhaltigkeitsverantwortlichen an den operativen Standorten weltweit und in Zusammenarbeit mit externen Partnern und Experten überwacht.
Emmi Sustainability-TCFD-Governance-Modell
Die aktuelle Vergütungspolitik der Emmi Gruppe hat in der Regel keinen Bezug zu Klimabelangen. Dieser Umstand wird auf 2026 angepasst. Ausnahmen gibt es aktuell auf begrenzter persönlicher Ebene für die Mitglieder des Group Sustainability Teams, des Group Supply Chain Teams sowie für einige Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer und Executive Vice Presidents in den Marktregionen, für die jährliche Ziele in Bezug auf Nachhaltigkeit oder Klimabelange festgelegt werden.
Vergütungsbericht der Emmi Gruppe
Risikomanagement und interne Kontrollen
Die Gruppenstrategie ist darauf ausgerichtet, langfristig Wert zu schaffen. Ein Kernelement ist die Nachhaltigkeit und damit auch die Klimabelange. Die Emmi Gruppe will die Auswirkungen ihrer Unternehmenstätigkeit auf den Klimawandel (insbesondere in Form der Treibhausgas(THG)-Emissionen) reduzieren und mit dem Klimawandel verbundene finanzielle Risiken vermeiden resp. finanzielle Chancen nutzen.
Die Analyse der klimabezogenen Chancen und Risiken gemäss dem üblichen Ansatz der Emmi Gruppe (siehe Kapitel 3.5.3 Risikomanagement sowie Kapitel im Anhang der konsolidierten Jahresrechnung, Erläuterung 30 Risikomanagement und interne Kontrollen) hat ergeben, dass die derzeit grössten Chancen sowie Risiken erst innerhalb eines langfristigen Zeithorizonts von mehr als 10 Jahren eintreffen sollten. Die Analyse wurde 2024 zuletzt umfassend durchgeführt. Im Berichtsjahr 2025 wurden kleinere Anpassungen vorgenommen. Eine Aktualisierung ist für das kommende Berichtsjahr geplant. Die sieben Bereiche mit den grössten langfristigen Risiken und Chancen, die in der Analyse unter Berücksichtigung ihrer Wahrscheinlichkeit und ihrer finanziellen Auswirkungen ermittelt wurden, sind die folgenden:
1. Anstieg der Durchschnittstemperatur und Wasserknappheit
Höhere Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster könnten künftig die Rohstoffbeschaffung der Emmi Gruppe erschweren und zu betrieblichen Herausforderungen führen. Wichtige Risikoindikatoren sind die Durchschnittstemperatur, die Niederschlagsmenge sowie Schwankungen bei der Milchproduktion und den Preisen. Insbesondere in Gebieten wie Tunesien oder Kalifornien, die heute bereits hohe Durchschnittstemperaturen oder tiefe Niederschlagsmengen haben, ist das Risiko erhöht. Hier wurden bereits Veränderungen in den Mustern der Durchschnittstemperaturen festgestellt.
In anderen Regionen wie im Norden Europas oder in der Schweiz könnte sich die Vegetationsperiode verlängern, sodass in diesen Gebieten mehr Milch oder günstigeres Futtermittel produziert werden könnte. Auch neue Kulturpflanzen wie Soja könnten in solchen Gebieten angebaut werden, was als Chance für das Geschäft genutzt werden kann.
2. Besteuerung von Scope-3-THG-Emissionen
Die Besteuerung der Scope-3-THG-Emissionen wäre insbesondere für die Landwirtinnen und Landwirte, welche die Emmi Gruppe beliefern, relevant. 80 % dieser Emissionen hängen mit der eingekauften Milch zusammen. Weil die Landwirtinnen und Landwirte die Steuer bezahlen müssten, würden sie diese auf die Milchpreise abwälzen wollen. Die Emmi Gruppe hält es für sehr wahrscheinlich, dass in den nächsten zehn Jahren in einzelnen Ländern eine solche Steuer eingeführt wird, besonders in Ländern, die das Pariser Abkommen unterzeichnet haben und das Netto-Null-Ziel anstreben: Dazu gehören Spanien, die Niederlande oder die Schweiz. Die Besteuerung könnte für die Emmi Gruppe zu Preissteigerungen und einem Mengenverlust bei der Milch führen.
Wenn es der Emmi Gruppe jedoch gelingt, die Beziehungen zu den Landwirtinnen und Landwirten langfristig zu stärken und Lieferanten mit einem tiefen THG-Fussabdruck auszuwählen, könnte diese Entwicklung langfristig auch Chancen bieten. So könnte sich die Zusammenarbeit mit Lieferanten und Landwirtinnen und Landwirten mit niedrigem THG-Fussabdruck positiv auf das Unternehmensimage der Emmi Gruppe auswirken und damit neue Mitarbeitende sowie Konsumentinnen und Konsumenten anziehen.
Eine zusätzliche Chance ergibt sich aus der Herkunft der Milch: Ein grosser Teil der in der Schweiz und Europa eingesetzten Milch stammt aus graslandbasierter Milchwirtschaft in der Schweiz, die im internationalen Vergleich einen relativ tiefen THG-Fussabdruck aufweist. Diese Tatsache sieht die Emmi Gruppe ebenfalls als Chance, um sich im Markt differenziert und nachhaltig zu positionieren.
3. Verlust der biologischen Vielfalt
Menschliche Aktivitäten, insbesondere die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei, sind eine der Hauptursachen für den Rückgang der Artenvielfalt und die Verschlechterung der Ökosysteme. Dies wirkt sich auf die Stabilität und Funktionalität sowohl des Klimas als auch der Ökosysteme aus und kann zu einer negativen Rückkopplungsschleife führen, die den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt verschärft. Das Risiko eines Biodiversitätsverlusts wird mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten zehn Jahren zunehmen, wenn derzeitige landwirtschaftliche Praktiken wie Monokulturen zur Futtermittelproduktion, intensive Viehhaltung und der starke Einsatz chemischer Betriebsmittel fortgeführt werden.
Die potenziellen finanziellen Auswirkungen auf die Emmi Gruppe wären erheblich, da aufgrund sinkender Produktivität und zunehmender Volatilität in der vorgelagerten Lieferkette mit steigenden Rohstoffpreisen zu rechnen ist. Zudem müssten Landwirtinnen und Landwirte vermehrt auf Dünger und Pestizide zurückgreifen, um die Folgen von degradierten Böden, dem Rückgang von Bestäubern und einer geschwächten natürlichen Schädlingskontrolle auszugleichen, was wiederum die Produktionskosten entlang der gesamten Wertschöpfungskette erhöhen würde.
Eine grosse Chance stellt die graslandbasierte Milchwirtschaft am richtigen Standort und in nachhaltiger Weise dar. Sie kann die biologische Vielfalt erhöhen, die Bodenqualität verbessern und hat das Potenzial, die Speicherung von CO2 (Sequestrierung) im Boden zu stärken. Dies würde gleichzeitig Chancen für die Emmi Gruppe schaffen, das Produktportfolio um umweltfreundlichere Angebote zu erweitern. Auch wenn die Herstellung solcher Produkte zunächst mit höheren Kosten verbunden sein kann, bietet sie langfristig finanzielle Vorteile, etwa durch Premiumpreise, eine stärkere Markenpositionierung, den Zugang zu neuen Märkten oder eine höhere Resilienz der Lieferkette.
4. Dynamische Verbrauchertrends
Die Emmi Gruppe erkennt die Bedeutung sowohl von Milchprodukten als auch von pflanzenbasierten Alternativen. In einkommensstarken städtischen Gemeinschaften ist pflanzenbasierte Ernährung im Trend. Trotz der damit verbundenen Herausforderungen im Konsumverhalten sieht die Emmi Gruppe darin Chancen. Die Diversifikation des Portfolios der Emmi Gruppe mit pflanzenbasierten Produkten ermöglicht eine flexible Anpassung an die sich wandelnden Marktbedürfnisse. Im Berichtsjahr zeigte sich jedoch eine veränderte Marktentwicklung: Während der Bereich Milchprodukte deutlich wuchs, verlangsamte sich das Wachstum bei Milchalternativen spürbar (Euromonitor, 2025). Im Segment der Milchprodukte setzt die Emmi Gruppe seit vielen Jahren auf die Förderung einer nachhaltigen Milchwirtschaft. Ziel ist es, durch gezielte Massnahmen die Emissionen entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren.
5. Extreme Wetterereignisse mit Auswirkungen auf die Lieferkette
Extreme Wetterereignisse wie Dürren, Überschwemmungen oder Waldbrände werden sich aufgrund des Klimawandels künftig verschärfen bzw. häufen. Dies dürfte erhebliche Auswirkungen auf die Lieferkette der Emmi Gruppe haben. In südlichen Regionen dürften Dürreperioden vermehrt die Milchproduktion einschränken und die Milchpreise in die Höhe treiben. Auch könnte es zu Engpässen bei den Rohstoffen (wie beispielsweise Kaffee und Kakao, aber auch Getreide und Zucker) kommen, wenn Landwirtinnen und Landwirte auf dürreresistente Kulturen umsteigen müssen, um ihr Einkommen zu diversifizieren. In Kalifornien oder Südeuropa könnten Waldbrände Produktionsanlagen zerstören.
6. Kosten für die Besteuerung von Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen
Die Emmi Gruppe hält es für wahrscheinlich, dass die Steuern im Zusammenhang mit Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen in den nächsten zehn Jahren steigen werden. Vor allem wenn strengere Massnahmen wie das Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit [KlG] in der Schweiz greifen und sich allmählich auf andere europäische Länder ausweiten. Geografisch gesehen wären somit europäische Länder am stärksten betroffen. Für die Emmi Gruppe würde ein Wettbewerbsnachteil resultieren, wenn sie höhere Kosten aus der Besteuerung hätte als ihre Konkurrenten.
7. Verpackungen (Kunststoff): Kostenanstieg aufgrund von Vorschriften, Verbraucherakzeptanz oder Verfügbarkeit
Die Emmi Gruppe erwartet neue Anforderungen an die Kreislauffähigkeit von Verpackungen, rechnet aber nicht mit einem vollumfänglichen Verbot von Verpackungsmaterialien aus Kunststoff. Wo möglich, will die Emmi Gruppe nicht recyclingfähige Verpackungen vermeiden und diese durch recyclingfähige Alternativen ersetzen. Die dazu notwendige Infrastruktur zur Sammlung, Sortierung und Verwertung von Kunststoffverpackungen ist in Europa teils bereits vorhanden oder wird zurzeit aufgebaut. Dabei unterscheiden sich die einzelnen Länder hinsichtlich des Reifegrads ihrer Systeme sowie in ihren Anforderungen, die teilweise über die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) hinausgehen.
In Zukunft wird die EU ein System zur Einstufung von Verpackungen auf der Grundlage ihrer Recyclingfähigkeit einführen. Dies wird sich sowohl auf die Kosten als auch auf die Nutzungsgenehmigungen auswirken. Einzelne Länder innerhalb der EU dürfen jedoch nach diesem System keine Verbote (mehr) verhängen, die über die Vorschriften der PPWR hinausgehen. Führende Länder wie Frankreich und Belgien müssen somit möglicherweise einige ihrer strengeren Massnahmen zurücknehmen.
Mit der PPWR wird eine erweiterte Herstellerverantwortung für Verpackungen vorgeschrieben: Hersteller müssen künftig finanziell für Sammlung, Sortierung und Recycling aufkommen. Die Verordnung legt jedoch keine konkreten Gebührensätze fest. Diese werden auf nationaler Ebene in den einzelnen Mitgliedstaaten definiert, unter Berücksichtigung von Kriterien wie Recyclingfähigkeit und Einsatz von Recyclingmaterial.
Die Emmi Gruppe geht zukünftig von höheren Beschaffungskosten, knapper Materialverfügbarkeit und zusätzlichen Investitionen in moderne Abfüll- und Verpackungssysteme aus. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass Verbraucher neue Verpackungslösungen nicht akzeptieren. Vor diesem Hintergrund ist die Diversifizierung des Verpackungsportfolios sowohl Herausforderung als auch Chance.
Auswirkungen auf die Produkte und Dienstleistungen
Bei einigen Konsumentengruppen stehen Milchprodukte wegen ihrer hohen THG-Emissionen, ihrer Auswirkungen auf die Umwelt sowie Tierschutzbedenken öffentlich unter Druck. Strengere EU-Vorschriften sowie zu erwartende rechtliche Anpassungen in der Schweiz dürften diesen Druck weiter erhöhen und die Kosten für die Emmi Gruppe steigen lassen. Beispielsweise plant die EU eine Erhöhung des Rezyklatanteils bei Verpackungsmaterialien, was bei bestimmten Materialien zu einer Kostensteigerung von 40 % führen könnte. Bei Nichteinhaltung drohen Bussen.
Mit einer klaren Strategie und ehrgeizigen Massnahmen kann die Emmi Gruppe ihr Angebot differenzieren und einen Wettbewerbsvorteil erzielen. Eine weitere Chance stellt der Ausbau der nachhaltigen Milchviehhaltung auf Grasland dar, welcher die gesunde Ernährung einer wachsenden Bevölkerung ermöglicht. Rohstoffengpässe kann die Emmi Gruppe mit erhöhter Flexibilität und der Anpassung von Rezepturen und Spezifikationen abfedern. Ebenso bietet ein höherer Anteil an milchfreien Produkten im Portfolio der Emmi Gruppe die Chance, den Konsumentinnen und Konsumenten mehr Alternativen zu bieten.
Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette
Der Klimawandel wird voraussichtlich das Risiko der Verfügbarkeit von Rohstoffen erhöhen, da sich nicht alle Landwirtinnen und Landwirte schnell genug an die veränderten Bedingungen wie Dürren, geringere Produktivität von Böden und Tieren sowie Krankheiten anpassen werden können. Dies wird vor allem in Tunesien und Brasilien der Fall sein.
Gelingt es der Emmi Gruppe, ihre Lieferketten widerstandsfähiger zu machen, indem sie die Beschaffung vielseitiger und professioneller gestaltet, ihre Beziehungen zu Landwirtinnen und Landwirte sowie Lieferanten stärkt und die Lieferantenbasis diversifiziert sowie die Herkunft der Rohstoffe noch besser verfolgt, ergeben sich diverse Chancen. In gemässigten Gebieten wie der Schweiz, den Niederlanden oder Wisconsin, USA, könnten sich zudem die Vegetationsperioden verlängern, was eine höhere Produktion von Futter und Getreide zur Folge hätte oder zumindest die negativen Auswirkungen hoher Sommertemperaturen kompensieren könnte.
Auswirkungen auf das Geschäftsmodell
Wenn sich die Emmi Gruppe nicht oder langsamer als die Konkurrenz an die veränderten klimatischen Bedingungen anpasst, besteht das Risiko, dass sie Marktanteile verliert. Ausserdem gilt es, die Gesamtmassnahmen zur Risikominderung angemessen zu planen, auszugestalten und die notwendigen Investitionen bzw. Aufwendungen zu budgetieren.
Nutzt die Emmi Gruppe ihre Chancen, könnte sie ihr Geschäft gegenüber dem Wettbewerbsdruck widerstandsfähiger und zukunftssicherer machen und mit einer guten Nachhaltigkeitsstrategie ihre Sichtbarkeit erhöhen und ihre Reputation sowie Marktposition stärken. Mit zusätzlichen Massnahmenplänen für alle Tochtergesellschaften könnten zudem Anpassungs- und Minderungsmassnahmen wie der Umstieg auf erneuerbaren Strom, die Verbesserung der Energieeffizienz in der Produktion, Pilotprojekte zur Methanreduktion mit Milchlieferanten oder die Einführung emissionsarmer Logistik rechtzeitig ergriffen werden.
Auswirkungen auf die Investitionen in Forschung und Entwicklung
Es besteht das Risiko, dass die Emmi Gruppe ihre Ressourcen auf die falschen Prioritäten ausrichtet und nicht zukunftsorientiert investiert.
Die Chancen erhöhen sich für die Emmi Gruppe, wenn sie die globale Zusammenarbeit verstärkt, die Prioritäten besser abstimmt und die Investitionen mit den wesentlichen Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit identifiziert. Auch die Entwicklung von Produkten, die den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten entsprechen und klimafreundlicher sind, könnte die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und die Marktposition der Emmi Gruppe festigen. Eine weitere Chance bietet die Entwicklung flexibler Rezepturen und die Möglichkeit, effizienter als die Konkurrenz zwischen Produktionsanlagen oder -linien zu wechseln.
Auswirkungen auf den Betrieb (inkl. Art der Betriebe und Standorte)
Bestimmte Produktionsanlagen der Emmi Gruppe dürften künftig höheren Durchschnittstemperaturen ausgesetzt sein, wodurch sie intensiver gekühlt werden müssen. Die Energiekosten würden steigen. Einige Betriebe befinden sich zudem in Gebieten mit erhöhtem Waldbrandrisiko oder in solchen mit zunehmender Wasserknappheit, wodurch sich Strom- oder Produktionsausfälle oder Unterbrechungen in der Lieferkette häufen könnten.
Andererseits können wärmere und feuchtere Winter in gewissen Regionen wie der Schweiz die Weidesaison verlängern, was die Milchproduktion steigern und die Fütterungskosten senken dürfte. Auch bietet sich die Chance, Produktionsanlagen von nur bedingt optimalen Standorten in Gebiete mit nachhaltigerer Wasserversorgung und adäquaten Wetterbedingungen zu verlagern. Damit böten sich neue Beschaffungsmöglichkeiten und eine bessere Verfügbarkeit nachhaltiger Milch.
Auswirkungen auf die Strategie bei Akquisitionen
Die Emmi Gruppe hat im Zusammenhang mit den bisherigen Akquisitionen keine ausserordentlichen klimarelevanten Themen oder Risiken identifiziert. Vielmehr waren sie vergleichbar mit den bereits bekannten klimarelevanten Themen und Risiken der Emmi Gruppe. Bereits heute berücksichtigt die Emmi Gruppe Klimabelange wie THG-Emissionen, Verpackung und Wasser im Rahmen der Due Diligence und leitet daraus geeignete Massnahmen für den jeweiligen Business Case und die Verringerung der Auswirkungen ab.
Auswirkungen auf den Zugang zu Kapital
Die Emmi Gruppe hat kein direktes Risiko identifiziert, dass durch Klimabelange der Zugang zu Kapital erschwert würde.
Gemäss den TCFD-Empfehlungen hat die Emmi Gruppe die Resilienz ihrer Strategie mittels Analyse verschiedener Klimaszenarien getestet. Im Jahr 2022 wurden umfangreiche Primär- und Sekundärdaten erhoben, um die Risiken nach ihrer Wahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen für zwei Szenarien und drei verschiedene Zeithorizonte (2027, 2030 und 2050) zu bewerten. Das erste von der Emmi Gruppe verwendete Szenario basiert auf dem Pariser Abkommen, das zweite auf Kontinuität (Business as Usual). Das Ergebnis der Szenarioanalyse wurde in vier verschiedene Matrizen zusammengefasst (siehe Prozesszusammenfassung in der Grafik).
Prozess der Szenarioanalyse
Gemäss den TCFD-Empfehlungen hat die Emmi Gruppe im Rahmen der Szenarioanalyse folgende Risikokategorien analysiert: rechtliche und regulatorische Risiken, Technologierisiken, Marktrisiken, Reputationsrisiken, akute physische und chronische physische Risiken. Diese wurden auf der Grundlage der Risikoberichte der Konkurrenz weiter untergliedert. Zusätzlich wurden die vom World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) ermittelten Risiken und Chancen berücksichtigt.
Die Szenarioanalyse hat aufgezeigt, dass die Strategie der Emmi Gruppe folgende Elemente umfasst, die an die sich wandelnden und zukünftigen Chancen und Risiken im Zusammenhang mit Klimabelangen angepasst werden können:
In der 2024 zuletzt erfolgten Bewertung wurden folgende Risiken identifiziert, die einen potenziellen Einfluss auf den EBIT der Emmi Gruppe haben:
Für diese identifizierten und als substanziell bewerteten Risiken wurden auf Grundlage der Szenarioanalyse folgende risikomindernden, übergreifenden Massnahmen abgeleitet:
Mögliche spezifische Abhilfemassnahmen für einzelne als substanziell bewertete Risiken sind:
Steigende Durchschnittstemperatur und Wasserknappheit
Um die Landwirtinnen und Landwirte bei ihren Anpassungsstrategien zu unterstützen und die finanziellen Auswirkungen abzumildern, werden die gestiegenen Kosten an die Verbraucherinnen und Verbraucher weitergegeben und gezielte Emissionsminderungsstrategien in Ländern wie der Schweiz, Chile und Brasilien umgesetzt. Diese Massnahmen zielen darauf ab, die finanziellen Auswirkungen deutlich zu verringern und ein überschaubares Restrisiko im nächsten Jahrzehnt zu erreichen.
Kosten für die Besteuerung von Scope-3-THG-Emissionen
Die Emmi Gruppe hat Projekte zur Messung und Reduktion von Scope-3-THG-Emissionen initiiert. Diese konzentrieren sich in erster Linie auf den Milchsektor und die THG-Emissionen der landwirtschaftlichen Betriebe in der Schweiz. Die Erkenntnisse sollen international genutzt werden, beispielsweise in Chile und Brasilien. Zu den Strategien gehören effiziente, standortgerechte Fütterung sowie die Einführung von Futtermittelzusatzstoffen. Trotz dieser Bemühungen wird ein finanzielles Restrisiko prognostiziert, was die anhaltende Notwendigkeit fortlaufender strategischer Anpassungen angesichts regulatorischer Änderungen unterstreicht.
Verlust der biologischen Vielfalt
Die Emmi Gruppe hat per 31.12.2025 eine No-Deforestation-Erklärung eingeführt und stellt damit zukünftig Anforderungen an biodiversitätsfreundliche landwirtschaftliche Praktiken bei ihren Lieferanten. Diese Massnahmen zielen darauf ab, die Auswirkungen auf die Biodiversität zu reduzieren und den Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten und der Regulierungsbehörden gerecht zu werden. Trotz dieser Bemühungen bleibt das Restrisiko beträchtlich, was auf die Notwendigkeit laufender Management- und Anpassungsstrategien hinweist.
Dynamische Verbrauchertrends
Die Emmi Gruppe entwickelt ihre Produktpalette kontinuierlich weiter und adressiert Verbraucher-Megatrends wie Natürlichkeit, Gesundheit, Protein, flexitarische Ernährung und Genuss. Dabei konzentriert sich die Emmi Gruppe darauf, die bestehenden Produktionsprozesse noch ressourceneffizienter zu gestalten und den THG-Fussabdruck der Betriebe zu reduzieren.
Spezifische Abhilfemassnahmen für einzelne weitere Risiken ohne substanziellen Einfluss auf den EBIT sind:
Auswirkungen extremer Wetterereignisse auf die Lieferkette
Die Emmi Gruppe konzentriert sich darauf, ihre Lieferkette durch strategische Beschaffung, Diversifizierung der Lieferanten und globale Krisenmanagementschulungen robuster zu gestalten. Trotz der ergriffenen Anstrengungen bleibt immer ein Restrisiko. Dies verdeutlicht die anhaltende Anfälligkeit der Betriebe der Emmi Gruppe gegenüber Wetterextremen und unterstreicht die Notwendigkeit von umfangreichen Anpassungsstrategien.
Steuern im Bereich der Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen
Die Emmi Gruppe hat einen umfassenden Übergangsplan zur Reduktion der Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen initiiert (siehe Abschnitt Übergangsplan für Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen). Das finanzielle Engagement der Emmi Gruppe für diese Minderungsbemühungen ist beträchtlich. Obwohl diese Investitionen die potenziellen steuerlichen Auswirkungen verringern sollen, erwartet die Emmi Gruppe, dass im nächsten Jahrzehnt ein Restrisiko verbleibt.
Verpackungen (Kunststoff): Kostenanstieg aufgrund von Vorschriften, Konsumentenakzeptanz oder Verfügbarkeit
Die Emmi Gruppe prüft aktuell alternative Verpackungskonzepte, will auf rezyklierte Materialien umstellen und strebt eine verstärkte Kreislaufwirtschaft an. Diese Schritte sind für die Emmi Gruppe mit erheblichen Kosten verbunden, sind aber entscheidend, um die neuen Vorschriften einzuhalten und die Akzeptanz der Konsumentinnen und Konsumenten sicherzustellen. Ein Teil dieser zusätzlichen Kosten könnte an Kunden sowie Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben werden. Trotz dieser Anstrengungen bleiben Restrisiken bestehen, da sich das regulatorische Umfeld und die Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten laufend ändern.
Nachhaltigkeit ist für die Emmi Gruppe nicht nur ein operatives Thema, sondern es beeinflusst auch die Finanzstrategie und die Entscheidungen über die Kapitalallokation. Dazu gehört die Investition in grüne Technologien wie erneuerbare Energien, energieeffiziente Anlagen und nachhaltige Lieferkettenpraktiken. Die Emmi Gruppe ist sich bewusst, dass eine gewisse finanzielle Widerstandsfähigkeit erforderlich ist, um die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen. Aus diesem Grund erachtet es die Emmi Gruppe als entscheidend, über ausreichende Kapitalreserven zu verfügen, den Zugang zu verschiedenen Finanzierungsquellen offenzuhalten und die Möglichkeit zu haben, die Kapitalstruktur bei Bedarf anzupassen.
Ausserdem werden Klimabelange standardmässig in der Planung als Teil des rollierenden Prognoseprozesses der Gruppe berücksichtigt. Um die Reduktion der THG-Emissionen zu überwachen, hat die Emmi Gruppe 2023 eine interne Projektpipeline (Sustainability Action File, SAF) zusammengestellt, die auf Konzernebene geführt und von den zuständigen Rechtseinheiten aktualisiert wird. Die Pipeline listet alle möglichen neuen und laufenden Projekte zur Reduktion der THG-Emissionen auf und zeigt gleichzeitig die historischen THG-Emissionen. Die Emmi Gruppe erachtet es als wichtig, den Zielerreichungsgrad in Bezug auf die Reduktionen sowie die finanziellen Auswirkungen dieser Projekte (sowohl in Bezug auf Kosten als auch auf Erträge) zu messen. Die Pipeline dient als Prognoseinstrument für mögliche THG-Einsparungen in der Zukunft. Im Jahr 2025 wurde das SAF mit benutzerfreundlicheren Funktionen, einer stärkeren Verknüpfung zur CAPEX-Planung und einer höheren Flexibilität zur schnelleren Anpassung an neue Gegebenheiten aktualisiert.
Bei der Bewertung von Projekten hinsichtlich ihrer THG-Emissionen für die SAF-Liste verwendet die Emmi Gruppe in der Schweiz einen internen Kohlenstoffpreis von CHF 120 pro t CO2e. Dieser wird der Einfachheit halber auch für andere Länder verwendet. Dieser Wert basiert auf dem CO2-Preis in der Schweiz (Abgabe), den jede Konsumentin bzw. jeder Konsument von fossilen Brennstoffen zu entrichten hat. Der interne CO2-Referenzpreis verkörpert die Referenzkosten für die Einsparung einer t CO2e. Für jedes Projekt wird ein Kostenverhältnis (Kosten pro eingesparte t CO2e) berechnet. Dieses dient als Entscheidungsgrundlage für Investitionen in Massnahmen zur Energie- oder THG-Reduktion.
Im Berichtsjahr hat die Emmi Gruppe einen kurzfristigen Übergangsplan bis 2031 entwickelt, abgestimmt auf den Reduktionspfad der Science Based Targets initiative (SBTi). Während SAF eine Vielzahl von Projekten umfasst – inklusive kleinerer, lokal verantworteter Initiativen –, diente das neue Dokument als temporäres Werkzeug, um die internen Abstimmungen zu vereinfachen. Dieser Plan diente der Übersicht und gezielten Steuerung der wichtigsten THG-Reduktionsprojekte in den einzelnen Divisionen. Er hebt die zentralen Initiativen hervor, die kurz- bis mittelfristig erforderlich sind, um sicherzustellen, dass die Emmi Gruppe auf Kurs bleibt, was die langfristigen Klimaverpflichtungen betrifft. Ziel dieses zusätzlichen Dokuments war es, in der Übergangsphase eine klarere und einfachere Kommunikationsgrundlage für das Management zu schaffen und die Steuerung zu erleichtern.
Die Konzernleitung prüft zudem Markt- und Produktinnovationen in einer formellen Sitzung («Growth Council») kontinuierlich. Neue Produktionsverfahren werden ebenfalls geprüft, um sicherzustellen, dass neue Technologien frühzeitig erkannt und bei Bedarf übernommen werden können.
Investitionen in ein diversifiziertes Verpackungsportfolio sind unerlässlich, um je nach Verbraucherakzeptanz und Verpackungsvorschriften verschiedene Optionen zur Verfügung zu haben.
Im Hinblick auf das Risiko höherer Temperaturen und zunehmender Wasserknappheit ist es wichtig, die Rezepturen widerstandsfähiger zu machen, beispielsweise durch den Wechsel von einer Zutat zu einer anderen. Dies wird durch ein Gatekeeping-Verfahren sichergestellt, bei dem eine angemessene Beteiligung von F&E, Betrieb und Beschaffung gewährleistet ist.
Um die Risiken zu senken, die mit der Verwendung von Kunststoffverpackungen verbunden sind, will die Emmi Gruppe, auf recyclingfähige Verpackungsmaterialien umstellen und den Rezyklatanteil erhöhen. Dabei wird derselbe Prozess wie oben beschrieben angewendet.
Der Kapitalmanagementprozess der Emmi Gruppe regelt die Genehmigung aller Investitionen. Im Bewilligungsdokument bestehen spezifische Abschnitte, welche die Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit (inkl. Klimawandel) detailliert aufzeigen. Daher werden bei der Beurteilung solcher Investitionen klimabezogene Risiken berücksichtigt. Abhängig von diesen Beurteilungen müssen bestimmte Abhilfemassnahmen in den Investitionsantrag aufgenommen werden.
Um das Risiko des Biodiversitätsverlusts zu senken, müssen die Emmi Gruppe und die nachgelagerten Partner in der Wertschöpfungskette mit gezielten Aktivitäten die Biodiversität auf dem Betrieb fördern oder in die Forschung für eine nachhaltigere Milchproduktion investieren.
Alle Klimabelange werden im Rahmen des Kapitalantragsprozesses formell detailliert aufgeführt. Bei allen M&A-Aktivitäten ist eine formale ESG- und Nachhaltigkeitsprüfung Teil des Prozesses.
Die Emmi Gruppe verfolgt die Vision «netZERO 2050» und will sich an einem wissenschaftlich fundierten Emissionsreduktionspfad ausrichten, der mit dem auf der UN-Klimakonferenz 2015 in Paris festgelegten Ziel zur Begrenzung der globalen Erwärmung im Einklang steht. Die Emmi Gruppe verpflichtet sich dabei, die THG-Emissionen direkt und entlang ihrer Wertschöpfungskette zu reduzieren. Dies betrifft die Milchviehhaltung, die Produktion anderer landwirtschaftlicher Rohstoffe, den Handel, den Konsum der Konsumentinnen und Konsumenten, die Abfallentsorgung und alle Transporte zwischen den verschiedenen Einheiten ihrer Wertschöpfungskette. Die relevantesten Treibhausgase in dem Zusammenhang sind Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Die Emmi Gruppe bezieht aber alle treibhausgasrelevanten Stoffe in die Berechnungen ein, auch Kühlmittel. Nachstehende Grafik gibt einen aktuellen Überblick über die anteilsmässige Verteilung der THG-Emissionen entlang der Wertschöpfungskette der Emmi Gruppe.
THG-Emissionen entlang der Emmi Wertschöpfungskette
Die Emmi Gruppe hat ihre ersten wissenschaftsbasierten Reduktionszwischenziele im Jahr 2021 von SBTi validieren lassen (Basisjahr 2019). Im Berichtsjahr hat die Emmi Gruppe ihre Klimaziele aus folgenden Gründen neu berechnet und validiert:
Die neuen wissenschaftsbasierten, kurzfristigen Reduktionszwischenziele lauten wie folgt:
Die Emmi Gruppe hat sich entschieden, ihre Scope-3-Ziele auf Basis einer absoluten Reduktion festzulegen. Dieser Ansatz sorgt für mehr Transparenz, ermöglicht einen besseren Vergleich mit anderen Unternehmen und steht im Einklang mit der Klimawissenschaft, die absolute Emissionsreduktionen fordert. Die Milch macht über die Hälfte der Scope 3-FLAG-THG-Emissionen der Emmi Gruppe aus. Das bis anhin gesetzte gruppenweite Ziel der Reduktion des THG-Ausstosses um 25 % pro kg eingekaufter Milch wird dadurch ersetzt. Für die Schweiz hält die Emmi Gruppe am Reduktionsziel von 20 % bis 2027 im Projekt KlimaStaR fest. Um die Ziele der direkten THG-Emissionsreduktion zu erreichen, setzt die Emmi Gruppe weiterhin auf Energieanalysen und Reduktionsmassnahmen. Den verbleibenden Energiebedarf will die Emmi Gruppe vermehrt mit alternativen Energieträgern decken.
Indirekt tragen auch Ziele und Massnahmen in weiteren Umweltbereichen (siehe Kapitel 3.6 Wasserverbrauch reduzieren, 3.7 Verpackung, 3.10 Food Waste, 3.12 Abfall) zur Reduktion der Treibhausgasemissionen bei.
Langfristige, validierte Ziele bis 2050, die von SBTi als Teil des «netZERO-Commitment» verlangt werden, bestehen noch nicht. Bis 2050 «netZERO» zu erreichen, bleibt jedoch die langfristige Vision der Emmi Gruppe.
Zu den zentralen Elementen im Übergangsplan der Emmi Gruppe gehören:
Zur Verbesserung der Energieeffizienz setzt die Emmi Gruppe zum Beispiel auf den Einsatz modernster Pumpen, Motoren und Verfahren zur Wärmerückgewinnung. Bei der Versorgung mit Prozesswärme hält die Emmi Gruppe an ihrem Entscheid fest, nicht mehr in Anlagen auf Basis fossiler Brennstoffe zu investieren. Der Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Alternativen und die Optimierung von Prozessen sind weitere Hebel zur Reduktion der direkten THG-Emissionen. Fernwärme und Solarenergie (insbesondere auf den Dächern der eigenen Produktionsbetriebe), Wärmepumpen (Betrieb mit Ökostrom) haben sich als alternative Energiequellen bewährt. Auch Holz kann als erneuerbare Energiequelle sinnvoll eingesetzt werden – insbesondere dort, wo regionale Verfügbarkeit, nachhaltige Bewirtschaftung und effiziente Nutzung gegeben sind.
Die Emmi Gruppe fördert die Eigenproduktion von erneuerbarem Strom und erneuerbarer Wärme. Bis Ende 2025 wollte das Unternehmen weltweit mindestens 4 % des gesamten Stromverbrauchs mit eigenem Solarstrom decken. Das Ziel wurde mit aktuell 7 % erreicht.
Die Emmi Gruppe bezieht erneuerbaren Strom aus lokaler Wasser-, Solar- oder Windkraft, abhängig von den Verfügbarkeiten. Ein Anschluss an ein Fernwärmenetz kommt für die Emmi Gruppe nur infrage, wenn die Wärme aus erneuerbaren Energien oder aus Abwärme gewonnen wird. Im Rahmen der Strategieumsetzung will die Emmi Gruppe künftig noch stärker auf die Reduktion von Treibhausgasemissionen fokussieren. Dafür sollen 2026 konkrete Roadmaps für die Emissionsreduktionsziele bis 2031 für alle wichtigen Produktionsstandorte der Emmi Gruppe sowie aus Gruppensicht definiert werden. Als konkrete Massnahme, um Scope-1-THG-Emissionen weiter zu reduzieren, ist für 2026 eine Biomasseanlage in Pitrufquén, Chile, geplant.
Weitere Effizienzmassnahmen sind auch am Standort Etten-Leur, Niederlande, geplant und bereits gestartet. In Spanien wurden im Berichtsjahr Wärmepumpen und weitere Optimierungsmassnahmen bewertet und ein Plan zur Reduktion definiert. Erste Reduktionen konnten 2025 bereits erreicht werden. Zudem sollen die unternehmenseigenen PV-Kapazitäten zur Erzeugung von grünem Strom ausgebaut werden. Am Standort Gattico beispielsweise wurden im Jahr 2025 zwei PV-Projekte umgesetzt. In der Schweiz wurde 2025 mit der schrittweisen Umstellung auf Elektrofahrzeuge gestartet.
Einen Hauptfokus im Jahr 2025 bildete die Division Americas, insbesondere die Standorte in Tunesien und in Chile, wo überdurchschnittlich hohe Emissionen gemeldet wurden. Vor Ort wurden Teams eingesetzt, um Risiken und Chancen umfassend zu bewerten. Gemeinsam mit lokalen Expertinnen und Experten wurde eine massgeschneiderte Roadmap entwickelt. Künftig erfolgen vermehrt Kontrollen und schnellere Reparaturen bei Kühlmittel- oder Luftleckagen. Die Kühlsysteme an den Standorten sollen verbessert und der Energieverbrauch der Maschinen durch die optimale Einstellung von Parametern gesenkt werden.
Derzeit entfallen 80 % der Scope-3-THG-Emissionen der Emmi Gruppe auf die eingekaufte Milch. Die THG-Emissionen sind stark von der lokalen Situation und dem Produktionssystem abhängig. Die Spanne reicht von sehr niedrigen Werten in graslandbasierten Systemen wie in der Schweiz (siehe nachfolgende Grafik) bis hin zu höheren Werten in Systemen mit geringerer Produktion. So zum Beispiel in einigen Betrieben in Brasilien. Bevor ein richtiger Übergangsplan definiert werden kann, konzentriert sich die Emmi Gruppe bei der Milchmenge und den THG-Emissionen deshalb auf die Messung einer Baseline (Fussabdruck) für alle relevanten Regionen (Schweiz, Chile und Brasilien). Gleichzeitig engagiert sich die Emmi Gruppe in Pilotprojekten (beispielsweise KlimaStaR in der Schweiz), um Reduktionsmassnahmen zu erproben und diese dann schrittweise international ausweiten zu können. Es hat sich für die Emmi Gruppe dabei als entscheidend erwiesen, mit anderen Akteuren entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammenzuarbeiten.
Branchenplattform «Klimatisch»
Der natürliche biologische Kohlenstoffkreislauf
Das Grasland ist eine zentrale Ressource der Landwirtschaft und macht weltweit zwei Drittel der landwirtschaftlichen Fläche aus. Es sichert die Ernährung, liefert wichtige Ökosystemleistungen und trägt zum Klimaschutz bei. Nur Wiederkäuer wie die Kuh können Grasland für die menschliche Ernährung nutzbar machen. Sie verwandeln pflanzliches Protein aus Gräsern, das Menschen nicht verdauen können, in hochwertiges Lebensmittelprotein. Beim Grasen nehmen Kühe Kohlenstoff auf, beim Wiederkäuen entsteht Methan.
Kühe können Gras äusserst effizient in wertvolle Proteine und nährstoffreiche Lebensmittel verwandeln, die der Mensch verdauen kann. Das Methan, das die Kühe nach der Verdauung in die Luft abgeben, wird innerhalb von zehn Jahren zu CO2 und Wasser (H2O) abgebaut. Die Pflanzen auf der Wiese nehmen beides bei der Photosynthese wieder auf und geben Sauerstoff (O2) ab. Es folgt eine CO2-Speicherung im Boden.
Dieser Kreislauf zeigt, dass die Emissionen aus der Milchproduktion nicht isoliert betrachtet werden dürfen, sondern in Wechselwirkung mit natürlichen Prozessen stehen. Dieser Umstand wird in den gängigen Modellen und Kennzahlen aktuell meist noch nicht berücksichtigt. Der Übergangsplan der Emmi Gruppe für die Scope-3-THG-Emissionen soll diesem Umstand Rechnung tragen, indem das Bewusstsein für die aktuell bestehenden Strukturen geschaffen und die Systeme in den einzelnen relevanten Regionen schrittweise in diese Richtung weiterentwickelt werden.
Die Emmi Gruppe hat einen Prozess zum Management ihrer Risiken etabliert, der vom Verwaltungsrat genehmigt wurde. Die Risikomanagement-Richtlinie definiert den strukturierten Prozess zur systematischen Identifikation, Analyse und Bewertung relevanter Risiken (einschliesslich klimabezogener Risiken). Die Risiken werden nach ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihrem Ausmass bewertet. Der Risikomanagementprozess integriert Bottom-up- (von lokalen Teams, Experten, Unternehmen, Ländern) und Top-down-Perspektiven (von Verwaltungsrat, Konzernleitung). Kurzfristige Zeithorizonte (3 Jahre) und langfristige Zeithorizonte (10 Jahre) werden berücksichtigt und spiegeln sich in den drei Divisionen (Schweiz, Europa und Americas) wider.
Im Rahmen dieses Prozesses werden die identifizierten klimabezogenen Chancen und Risiken jedes Jahr von der Konzernleitung diskutiert und nach ihrer potenziellen Grösse und ihrem Umfang klassifiziert. Darin eingeschlossen sind die aktuellen und zukünftigen regulatorischen Anforderungen in Bezug auf den Klimawandel. Die Ergebnisse dieser Analyse der Konzernleitung werden anschliessend dem Verwaltungsrat vorgelegt und von diesem genehmigt. Bedeutende Chancen und Risiken werden laufend überwacht und bei Bedarf in den monatlichen Sitzungen der Konzernleitung und in den Sitzungen des Verwaltungsrats besprochen.
Der Risikomanagementprozess wird durch den Head Internal Audit koordiniert. Die CEO bestimmt gemeinsam mit der Konzernleitung die Risikoeigner und definiert Massnahmen zur Mitigation der Risiken. Die Risikobewältigung wird aktiv mit den betroffenen Managementteams der Konzerngesellschaften oder mit den Konzernbereichen durchgeführt.
Bei der Bewertung der Klimarisiken und -chancen im Jahr 2024 ist die Emmi Gruppe den Empfehlungen der TCFD gefolgt und hat sowohl qualitative als auch quantitative Daten verwendet. Die quantitativen Daten stammen vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der Wharton Research Database (WRD) und dem Network for Greening the Financial System (NGFS) und haben sich auf physische Risiken und Übergangsrisiken konzentriert. Insbesondere die WRD-Daten haben bei der Analyse der Klimarisiken, beim Konkurrenzvergleich und Benchmarking unter verschiedenen Szenarien geholfen. Die IPCC-Daten haben der Analyse von physischen Risiken der Standorte der Emmi Gruppe gedient. Die Auswahl der Interviewpartner für die Erhebung qualitativer Daten und die Auswahl von vier Hochrisikobetrieben für eine detaillierte Analyse sind auf der Grundlage der IPCC-Daten erfolgt, wobei die Auswirkungen von Klimafaktoren im Zeitverlauf untersucht wurden. Zusätzlich hat die NGFS die Preisentwicklung für Kohlenstoffemissionen geliefert. Die Emmi Gruppe hat qualitative Daten durch Interviews mit 21 internen und 4 externen Stakeholdern gesammelt und diese mit einer Literaturrecherche zu Klimaszenarien ergänzt.
Die Kennzahlen Wasser, Energie und THG-Emissionen werden von der Emmi Gruppe verwendet, um klimabezogene Risiken und Chancen im Einklang mit der Strategie und dem Risikomanagementprozess zu bewerten und zu überwachen. Aktuelle Angaben zu diesen Kennzahlen finden sich zum Wasser im Kapitel 3.6 Wasserverbrauch reduzieren und zur Energie und zu den THG-Emissionen im Kapitel 3.5.4 Metriken, Ziele und Massnahmen.
Die Analyse der Emmi Gruppe im Jahr 2024 hat sowohl die Lieferkette als auch den direkten Betrieb umfasst. Die kritische Ressource Milch stand im Fokus, insbesondere im Hinblick auf physische Risiken. Vier wichtige Produktionsbetriebe wurden auf ihre finanzielle Bedeutung und mögliche Auswirkungen des Klimawandels hin analysiert, um kritische Bereiche und Betriebsmittel zu priorisieren. Im Berichtsjahr erfolgte keine neue Risikoanalyse. Die Ergebnisse der Vorjahresanalyse wurden aber geprüft und gelten bis auf wenige Anpassungen weiterhin für valide.
Der Klimawandel hat aktuell keine Auswirkungen auf die kurzfristigen Risiken der Emmi Gruppe. Dennoch werden diese im kurzfristigen Zeithorizont berücksichtigt, sobald sich dies ändern sollte. Bei den langfristigen Risiken, denen bisher alle klimabezogenen Risiken zugeordnet sind, werden diese als Geschäftsrisiken in die strategische Langzeitplanung einbezogen.
Risikomanagement und interne Kontrollen
Im Rahmen der Klimaberichterstattung sind transparente Metriken, klare Ziele und konkrete Massnahmen entscheidend, um Fortschritte im Umgang mit klimabezogenen Chancen und Risiken nachvollziehbar zu machen. Dieses Unterkapitel gibt eine Übersicht über die Entwicklung der THG-Emissionen und der Energie, zwei von drei der von der Emmi Gruppe verwendeten Kennzahlen zur Messung, den aktuellen Grad der Zielerreichung und die im Berichtsjahr getätigten Massnahmen. Die Angaben zur dritten Kennzahl Wasser finden sich im Kapitel 3.6 Wasserverbrauch reduzieren.
Tabellen mit den Kennzahlen im Bereich THG-Emissionen und Energie
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Emissionen |
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Direkte THG-Emissionen (Scope 1) |
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2025 1) |
2024 2) |
Basisjahr 2023 2) |
|
Brennstoffe |
tCO 2 e |
85’628 |
77’068 3) |
77’397 3) |
|
Kältemittel |
tCO 2 e |
12’694 |
15’693 3) |
10’299 3) |
|
Transport/Treibstoffe |
tCO 2 e |
13’226 |
12’800 3) |
12’799 3) |
|
Abwasserbehandlung |
tCO 2 e |
5’750 |
4’888 3) |
5’163 3) |
|
Total |
tCO 2 e |
117’298 ▲ |
117’579 3) 4) |
115’815 3) |
|
Biogene CO 2 e-Emissionen |
tCO 2 e |
81’557 |
70’778 |
84’531 |
|
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|
Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2) |
|
2025 |
2024 2) |
Basisjahr 2023 2) |
|
Marktbasiert |
|
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|
Elektrizität (marktbasiert) |
tCO 2 e |
3’028 |
5’442 |
8’869 |
|
Andere (Fernwärme) |
tCO 2 e |
337 |
352 5) |
326 5) |
|
Total |
tCO 2 e |
3’365 ▲ |
5’794 4) |
9’164 |
|
Standortbasiert |
|
|
|
|
|
Elektrizität (standortbasiert) |
tCO 2 e |
45’000 |
40’715 |
42’094 |
|
Andere (Fernwärme) |
tCO 2 e |
337 |
352 5) |
326 5) |
|
Total |
tCO 2 e |
45’337 ▲ |
41’067 4) |
42’420 |
|
|
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|
Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3) |
|
2025 |
2024 2) |
Basisjahr 2023 2) |
|
Eingekaufte Güter und Dienstleistungen (Kategorie 1) |
tCO 2 e |
5’821’811 |
5’562’803 |
5’591’654 |
|
davon: Milch |
tCO 2 e |
3’813’866 |
3’664’314 |
3’814’688 |
|
Andere 6) |
tCO 2 e |
559’871 |
607’732 |
547’798 |
|
Total |
tCO 2 e |
6’381’682 |
6’170’534 |
6’139’452 |
|
|
|
|
|
|
|
Davon sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3 Non-FLAG) |
|
2025 |
2024 2) |
Basisjahr 2023 2) |
|
Eingekaufte Güter und Dienstleistungen (Kategorie 1) |
tCO 2 e |
345’025 |
282’631 |
248’748 |
|
davon: Verpackung (Produktion) |
tCO 2 e |
215’308 |
164’342 |
130’507 |
|
Nachgelagerter Transport und Distribution (Kategorie 9) |
tCO 2 e |
150’844 |
123’955 |
121’928 |
|
Vorgelagerter Transport und Distribution (Kategorie 4) |
tCO 2 e |
124’575 |
122’311 |
121’445 |
|
Endbehandlung verkaufter Produkte am Lebensende (Kategorie 12) |
tCO 2 e |
109’289 |
160’619 |
131’616 |
|
Andere 7) |
tCO 2 e |
175’163 |
200’847 |
172’810 |
|
Total |
tCO 2 e |
904’896 |
890’363 |
796’547 |
|
|
|
|
|
|
|
Davon sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3 FLAG) |
|
2025 |
2024 2) |
Basisjahr 2023 2) |
|
Eingekaufte Güter und Dienstleistungen (Kategorie 1) |
tCO 2 e |
5’476’786 |
5’280’171 |
5’342’906 |
|
davon: Milch (exkl. eingekaufte UHT Milch) |
tCO 2 e |
3’802’258 |
3’654’822 |
3’807’899 |
|
davon: eingekaufter Käse |
tCO 2 e |
636’709 |
514'853 |
534'616 |
|
davon: Handel |
tCO 2 e |
537’178 |
534’714 |
326’107 |
|
Andere 8) |
tCO 2 e |
500’641 |
575’782 |
674’284 |
|
Total |
tCO 2 e |
5’476’786 |
5’280’171 |
5’342’906 |
|
|
|
|
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|
|
Intensität der THG-Emissionen (Scope 1, 2 marktbasiert und 3) 9) |
|
2025 |
2024 2) |
Basisjahr 2023 2) |
|
Umsatzintensität |
tCO 2 e pro TCHF Umsatz |
1.37 |
1.44 |
1.47 |
|
Zugrundeliegender Umsatz |
TCHF |
4’745’691 |
4’348’812 |
4’242’407 |
|
Milchintensität |
tCO 2 e pro t Milchmenge |
3.14 |
3.15 |
3.28 |
|
Zugrundeliegende Milchmenge |
t |
2’064’542 |
1’995’184 10) |
1’917’020 10) |
|
|
|
|
|
|
|
THG-Emissionen (Scope 1 und 2 marktbasiert) nach Divisionen |
|
2025 |
2024 2) |
Basisjahr 2023 2) |
|
Division Schweiz |
tCO 2 e |
39’007 |
36’178 |
38’127 |
|
Division Europa |
tCO 2 e |
19’209 |
21’214 |
23’029 |
|
Division Americas |
tCO 2 e |
62’447 |
65’981 |
63’824 |
|
Total |
tCO 2 e |
120’663 |
123’373 |
124’979 |
|
|
|
|
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|
1) Im Jahr 2025 wurden die angewendeten Emissionsfaktoren aktualisiert.
2) Neudarstellung aufgrund neuer Berechnungsgrundlage.
3) Mademoiselle Desserts Gruppe und Verde Campo S.A. sind im Total, jedoch nicht in den einzelnen Datenpunkten berücksichtigt. Totale Scope-1-THG-Emissionen von Mademoiselle Desserts Gruppe 2024: 6’542 tCO2e und 2023: 8’931 tCO2e. Totale Scope-1-THG-Emissionen von Verde Campo S.A. 2024: 590 tCO2e und 2023: 1’226 tCO2e.
4) Die Kennzahlen 2024 wurden vor der SBTi-Neuberechnung durch KPMG validiert. Für die validierten Werte siehe Nachhaltigkeitsbericht 2024.
5) Exklusive Hochstrasser.
6) Die Scope-3-THG-Emissionen der Kategorien 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 sowie 15 betragen jeweils weniger als 5 % und werden gemeinsam ausgewiesen. Die Kategorien 13 und 14 sind nicht relevant für die Emmi Gruppe und daher nicht inkludiert. Die Relevanz für Kategorie 11 wurde geprüft und als nicht wesentlich eingestuft.
7) Die Scope-3-THG-Emissionen Non-FLAG der Kategorien 2, 3, 5, 6, 7, 8, 10, 11 sowie 15 betragen jeweils weniger als 5 % und werden gemeinsam ausgewiesen. Die Kategorien 13 und 14 sind nicht relevant für die Emmi Gruppe und daher nicht inkludiert.
8) Die Scope 3-THG-Emissionen FLAG Unterkategorien eingekaufte UHT-Milch, Butter, Joghurt, Mascarpone, Magermilchpulver, verschiedene Proteine, Früchte, Kaffee, Zucker, Handel, Kakao und Schokolade, eingekaufte Dienstleistungen und Sonstiges betragen jeweils weniger als 5 % und werden gemeinsam ausgewiesen.
9) In die Berechnung einbezogene Treibhausgase: CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6 und NF3.
10) Richtigstellung aufgrund korrigierter Daten- und Berechnungsbasis.
▲ Geprüft durch KPMG.
|
THG-Emissionsziele bis 2031 |
|
Ziel 2031 |
Diff. zu Basisjahr |
2025 |
2024 1) |
Basisjahr 2023 1) |
|
Direkte THG-Emissionen (Scope 1) und indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2 marktbasiert) |
tCO 2 e |
-46.2 % |
-3.5 % |
120’663 2) |
123’373 |
124’979 |
|
Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3 Non-FLAG) |
tCO 2 e |
-46.2 % |
13.6 % |
904’896 |
890’363 |
796’547 |
|
Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3 FLAG) |
tCO 2 e |
-33.3 % |
2.5 % |
5’476’786 |
5’280’171 |
5’342’906 |
1) Neudarstellung aufgrund neuer Berechnungsgrundlage.
2) Im Jahr 2025 wurden die angewendeten Emissionsfaktoren aktualisiert.
Methodik der nichtfinanziellen Kennzahlen 2025
Die Emmi Gruppe hat im Berichtsjahr zusätzliche Daten erhoben und berechnet, um mehr Transparenz über die Landnutzung (Land Use Change) zu erhalten. Diese Daten wurden im Rahmen der SBTi-Neuberechnung erhoben. Dabei wurde ersichtlich, dass 73.2 % der LUC-Emissionen (Scope 3) durch Milch verursacht werden, gefolgt von 10.7 % eingekauftem Käse und 10.1 % Handel. Die übrigen Kategorien belaufen sich auf unter 5 % und werden als nicht wesentlich eingestuft. Kennzahlen zum Abfallmanagement werden als nicht relevant für die Behandlung von Chancen und Risiken erachtet, da sie weniger als 1 % des THG-Fussabdrucks ausmachen.
|
Energie 1) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Eingekaufte Primärenergie nach Energiequellen |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Heizöl |
MWh |
9’990 |
11’746 |
16’687 |
|
Erdgas 2) |
MWh |
358’299 |
352’071 |
327’444 |
|
Biogas 2) |
MWh |
26’151 |
21’311 |
16’191 |
|
Diesel |
MWh |
3’842 |
10’335 3) |
4’703 |
|
Holz |
MWh |
216’852 4) |
172’186 |
191’943 |
|
Fernwärme |
MWh |
57’352 |
59’199 |
57’153 |
|
Übrige 5) |
MWh |
3’588 |
26’214 |
18’315 |
|
Total |
MWh |
676’074 |
653’062 |
632’436 |
|
|
|
|
|
|
|
Anteil eingekaufte Primärenergie nach Energiequellen |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Heizöl |
|
1.5 % |
1.8 % |
2.6 % |
|
Erdgas 2) |
|
53.0 % |
53.9 % |
51.8 % |
|
Biogas 2) |
|
3.9 % |
3.3 % |
2.6 % |
|
Diesel |
|
0.6 % |
1.6 % |
0.7 % |
|
Holz |
|
32.1 % |
26.4 % |
30.3 % |
|
Fernwärme |
|
8.5 % |
9.1 % |
9.0 % |
|
Übrige 5) |
|
0.5 % |
4.0 % |
2.9 % |
|
|
|
|
|
|
|
Energieverbrauch innerhalb der Organisation |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Stromverbrauch (inkl. Kühlenergieverbrauch) |
MWh |
292’649 |
281’108 |
261’243 |
|
Dampfverbrauch (eingekauft, inkl. Wärmeenergieverbrauch) |
MWh |
57’352 |
59’199 |
57’153 |
|
|
|
|
|
|
|
Gesamtenergieverbrauch innerhalb der Organisation |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Total |
MWh |
933’523 |
892’796 |
859’313 |
|
|
|
|
|
|
|
Zum Verbrauch verkaufter Strom |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Verkaufter Strom |
MWh |
3’337 |
6’372 |
3’914 |
|
Total |
MWh |
3’337 |
6’372 |
3’914 |
|
|
|
|
|
|
|
Treibstoffverbrauch Fahrzeuge |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Benzin |
l |
771’948 |
676’905 |
669’824 |
|
Diesel |
l |
4’304’430 |
4’286’153 |
4’362’505 |
|
Wasserstoff |
t |
12.84 |
11.06 |
11.17 |
|
|
|
|
|
|
|
Brennstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Biogas |
MWh |
26’151 |
21’311 |
16’191 |
|
Holz |
MWh |
216’852 4) |
172’186 |
191’943 |
|
Fernwärme |
MWh |
57’352 |
59’199 |
57’153 |
|
Andere |
MWh |
180 4) |
26’154 |
6’795 |
|
Total |
MWh |
300’536 |
278’850 |
272’082 |
|
|
|
|
|
|
|
Brennstoffverbrauch aus nicht erneuerbaren Quellen |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Erdgas |
MWh |
358’299 |
352’071 |
327’444 |
|
Heizöl |
MWh |
9’990 |
11’746 |
16’687 |
|
Diesel (Generatoren) |
MWh |
3’842 |
10’335 3) |
4’703 |
|
Andere |
MWh |
3’407 |
59 6) |
11’521 |
|
Total |
MWh |
375’538 |
374’211 |
360’355 |
|
|
|
|
|
|
|
Energieintensität 7) |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Energieintensität (pro t Produkt 8) ) |
MWh/t |
0.66 |
0.66 |
0.64 |
|
Produkt 8) |
t |
1’423’589 |
1’353’938 |
1’336’041 |
|
|
|
|
|
|
|
Elektrizitätsverbrauch nach Anteil erneuerbar und nicht erneuerbar |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Anteil erneuerbar |
MWh |
265’638 |
247’408 |
227’821 |
|
Anteil nicht erneuerbar |
MWh |
27’011 |
33’700 |
33’422 |
|
Total |
MWh |
292’649 |
281’108 |
261’243 |
|
Anteil erneuerbar in % |
|
91 % |
88 % |
87 % |
|
Anteil nicht erneuerbar in % |
|
9 % |
12 % |
13 % |
|
|
|
|
|
|
|
Anteil eingekaufter erneuerbarer Strom |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Division Schweiz |
|
100 % |
100 % |
100 % |
|
Division Europa |
|
100 % |
100 % |
100 % |
|
Division Americas |
|
98 % |
98 % |
93 % |
|
|
|
|
|
|
|
Anteil Primärenergie und Elektrizität |
|
2025 a) |
2024 |
2023 b) |
|
Primärenergie |
|
70 % |
70 % |
71 % |
|
Elektrizität |
|
30 % |
30 % |
29 % |
a) Exklusive Mademoiselle Desserts Gruppe.
b) Exklusive Emmi Dessert USA.
1) Branchenübliche Darstellung in MWh.
2) Teilweise zur internen Stromproduktion verwendet.
3) Höhere Eigenproduktion mit Notstromgeneratoren aufgrund von örtlichen Stromausfällen. Ab 2025 Rückgang, da sich die Lage stabilisiert hat.
4) Ab 2025 wurden aufgrund einer verbesserten Datenerfassung zuvor unter «Übrige» erfasste Werte korrekt dem Datenpunkt «Holz» zugeordnet.
5) Erneuerbare und nicht erneuerbare eingekaufte Primärenergie wie getrockneter Klärschlamm, Kohle und andere Biomasse.
6) Rückgang aufgrund Ausstieg aus der Kohlenutzung am Standort Loncoche (Chile). Anstieg ab 2025 aufgrund Mineralölkessel am Standort Loncoche (Chile).
7) Die in den Intensitätsquotienten einbezogenen Energiearten sind elektrischer Strom, Heizung, Kühlung und Dampf. Der Quotient berücksichtigt den Energieverbrauch innerhalb der Organisation.
8) Produkt = verkaufsfähige Ware.
Methodik der nichtfinanziellen Kennzahlen 2025
Reduktion der Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen im Berichtsjahr
Im Jahr 2025 konnte die Emmi Gruppe ihre Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen gegenüber dem Basisjahr 2023 um 3 % (bzw. 2 % gegenüber Vorjahr) reduzieren. Treiber ist die Division Europa mit einer Reduktion von 17 % gegenüber Basisjahr und 9 % zu Vorjahr.
Die Scope-1-THG-Emissionen lagen im Berichtsjahr auf dem Niveau des Vorjahres. Im Vergleich zum Basisjahr verzeichneten sie einen Anstieg um 1.3 %. Die Emissionen aus Kältemittelverlusten (exkl. Mademoiselle Desserts Gruppe) lagen 23 % über dem Basisjahr, konnten jedoch gegenüber dem Vorjahr um 19 % reduziert werden. Diese Reduktion ist hauptsächlich auf umgesetzte Effizienzmassnahmen in den Produktionsstätten in Quillayes Surlat, Chile, zurückzuführen. Ein weiterer wesentlicher Treiber der Scope‑1‑Emissionen ist der um 11 % gestiegene Brennstoffverbrauch, bedingt durch Produktionssteigerungen an diversen Standorten in allen Divisionen. Zusätzlich wirkten sich Anpassungen der Emissionsfaktoren sowie Kältemittelverluste in der Division Schweiz emittierend aus.
Am Standort Etten-Leur in den Niederlanden führten Effizienzmassnahmen zwar zu absoluten Reduktionseffekten, diese wurden jedoch durch eine deutlich gestiegene Produktionsmenge überlagert. Die Intensitätsrate konnte im Berichtsjahr mit 2.26 dennoch leicht verbessert werden (2024: 2.34).
Bei Emmi Dessert Italia konnte durch Effizienzmassnahmen und den zusätzlichen Einsatz von Biogas eine Reduktion von 1’400 t erzielt werden.
Die Scope-2-THG-Emissionen konnte die Emmi Gruppe gegenüber dem Basisjahr 2023 total um 63 % (bzw. 42 % gegenüber Vorjahr) reduzieren. Grund dafür ist der Einkauf von Grünstromzertifikaten von Mademoiselle Desserts UK.
Im Berichtsjahr wurde in gemeinsamer Abstimmung der beteiligten Partner beschlossen, dass das Innovationsprojekt «Greenpower» in Dagmersellen aufgrund der wirtschaftlichen und technologischen Rahmenbedingungen, die sich im Verlauf der Projektentwicklung konkretisiert haben, nicht weitergeführt werden soll. Das Ziel bestand darin, einen Beitrag zu einer resilienten und wirtschaftlichen Energieversorgung am Standort Dagmersellen zu leisten. Die Nutzung biogener Energieträger zur Etablierung eines Energie-Ökosystems, war dabei ein zentraler Bestandteil der gemeinsamen Vision.
Die Emmi Gruppe konnte per Ende 2024 die direkten THG-Emissionen gegenüber dem Basisjahr (2014) um 25 % reduzieren (damaliges Ziel bis 2027: 60 %). Ohne Emmi Dessert USA (Akquisitionseffekt) hätte die Reduktion ggü. dem Basisjahr 27 % betragen.
Scope-3-THG-Emissionen im Berichtsjahr
Die Scope-3-FLAG-THG-Emissionen sind im Berichtsjahr um rund 3 % gegenüber Basisjahr und um rund 4 % gegenüber Vorjahr angestiegen. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Kategorie eingekaufter Käse mit einer Zunahme von 19 % gegenüber Basisjahr und 24 % gegenüber Vorjahr. Der Anstieg ist mehrheitlich auf die Gesellschaft Emmi Roth USA mit einer Zunahme von 19 Tonnen aufgrund der Produktionsaufnahme am neu geschaffenen Standort Stoughton zurückzuführen.
Eine leichte Veränderung der Scope-3-FLAG-THG-Emissionen zu Vorjahr ist unter anderem aufgrund von Verschiebungen in der Zuordnung von Volumen ersichtlich: So wurden beispielsweise UHT‑Milchprodukte von Kaiku, die zuvor unter der Kategorie eingekaufte UHT‑Milch ausgewiesen waren, im Berichtsjahr teilweise dem Handelsbereich (+0.5 % ggü. Vorjahr) zugeordnet.
Die Entwicklungen sind sowohl gegenüber Basisjahr als auch Vorjahr massgeblich auf methodische und strukturelle Anpassungen zurückzuführen. Im Jahr 2025 wurde die Datenerfassung bei den eingekauften Rohstoffen deutlich ausgeweitet und um zusätzliche Rohstoffe ergänzt.
Die Scope-3-Non-FLAG‑THG-Emissionen lagen im Berichtsjahr 14 % über dem Basisjahr und 2 % über dem Vorjahr. Diese Entwicklung ist unter anderem auf die steigenden Verpackungsmengen zurückzuführen, erkennbar an der Zunahme der Unterkategorie Verpackung (+65 % ggü. Basisjahr, +31 % ggü. Vorjahr) als Teil von 3.1 Eingekaufte Güter und Dienstleistungen. Eine Reduktion gegenüber Vorjahr um 32 % verzeichnete die Kategorie 3.12 Endbehandlung verkaufter Produkte am Lebensende. Diese Entwicklung ist wesentlich auf eine verbesserte Datenerhebung zurückzuführen: Zwar sind die Verpackungsmengen gestiegen (Kategorie 3.1), aber durch die differenziertere Erfassung wurden sie teilweise emissionsärmeren Unterkategorien zugeordnet.
Ein weiterer Treiber für die Zunahme im Vergleich zum Basisjahr ist ausserdem die Kategorie 3.9 Nachgelagerter Transport und Distribution (+24 % gegenüber Basisjahr). Diese Entwicklung ist ebenfalls auf eine verbesserte Datenerhebung zurückzuführen. Ziel ist es, die Datengrundlage künftig schrittweise durch den verstärkten Einsatz von Primärdaten zu verbessern, um die Datenqualität und Aussagekraft weiter zu erhöhen.
Informationen über Massnahmen und Projekte finden sich im Kapitel 3.2 Nachhaltige Milchwirtschaft.
No-Deforestation
Die Emmi Gruppe hat sich gemäss den Vorgaben der Science Based Targets initiative (SBTi) per Ende 2025 verpflichtet, die Rohstoffe Kaffee, Kakao, Palmöl, Futtermittelsoja, Pappe und Wellpappe nur noch aus Lieferketten zu beschaffen, die seit dem 31.12.2020 entwaldungsfrei sind. Mit der Veröffentlichung der No-Deforestation-Erklärung wurde zugleich der Rahmen für die Umsetzung dieser Verpflichtung definiert.
Bestätigung der CDP Note B
Seit 2017 lässt die Emmi Gruppe ihre Nachhaltigkeitsbemühungen durch das Carbon Disclosure Project (CDP) bewerten. Der Score hat sich im Laufe der Zeit verbessert: Im Jahr 2021 hat die Emmi Gruppe zum ersten Mal die Note B erreicht (2019: B-). Im Jahr 2023 lag sie mit der Note B über dem Branchendurchschnitt von B-. Im Berichtsjahr 2025 konnte die Note B erneut bestätigt werden.
Im Jahr 2026 wird die Emmi Gruppe die Umsetzung ihres Übergangsplans zur Reduktion der Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen weiter vorantreiben. Der Fokus wird auf der systematischen Umsetzung standortspezifischer Roadmaps für die Emissionsreduktionsziele bis 2031 liegen, sodass jeder bedeutende Produktionsstandort aktiv zur übergeordneten Dekarbonisierungsstrategie der Gruppe beiträgt.
Zentral bleibt unverändert die Verbesserung der Energieeffizienz an allen Standorten. So werden 2026 in Pamplona die identifizierten Massnahmen weiterverfolgt. Im Werk in den Niederlanden liegt der Fokus auf der Optimierung von Wärmepumpen und dem Luftkonditionierungsprojekt in der Milchtrocknung, das zur Reduktion, das zur Reduktion von Scope-1-THG-Emissionen beitragen soll.
Auch der Umstieg auf erneuerbaren Strom ist Teil der Strategie der Emmi Gruppe. Der Fokus soll 2026 verstärkt auf den in den letzten Jahren akquirierten Gruppengesellschaften liegen. Ein Meilenstein bei der Umstellung ausgewählter Produktionsstandorte auf erneuerbare Wärmequellen ist die geplante Biomasseanlage in Pitrufquén, Chile, die als Vorzeigeprojekt zur Reduktion von Scope-1-THG-Emissionen vorangetrieben wird.
Zum Ersatz klimaschädlicher Kühlmittel werden 2026 in Tunesien Massnahmen ergriffen, während Frankreich die Weichen für eine vollständige Umstellung des Kühlsystems im Jahr 2027 stellen soll. Darüber hinaus setzt die Emmi Schweiz AG die schrittweise Umstellung der Fahrzeugflotte auf Elektromobilität fort und treibt den Übergang zu emissionsarmen und -freien Technologien weiter voran.
Zur Reduktion der Scope-3-THG-Emissionen liegt der Schwerpunkt weiterhin auf der Milchproduktion in Chile und Brasilien, wo sich die grössten Hebel befinden. Die Erhebung von Primärdaten wird 2026 weiter ausgebaut. Im Bereich Einkauf werden Pilotprojekte zu nicht-milchbasierten Rohstoffen gestartet, um Hotspots zu identifizieren und die Zusammenarbeit mit Lieferanten zu stärken.