Die Emmi Gruppe versteht unter Lebensmittelverschwendung («Food Waste») die Verschwendung von vermeidbaren, organischen Abfällen, die ursprünglich für den menschlichen Verzehr bestimmt waren. Dazu gehören verarbeitete oder halbverarbeitete Produkte sowie Rohmaterialien und Nebenprodukte aus den Produktionsprozessen, beispielsweise Molke. Lebensmittelabfälle fallen in der gesamten Wertschöpfungskette von der Emmi Gruppe an: Vorgelagert entstehen sie in der landwirtschaftlichen Produktion und nachgelagert bei den Konsumentinnen und Konsumenten. Bei der Emmi Gruppe selbst fallen sie bei der Produktverarbeitung in den Betrieben an. Alle Informationen und Daten zum Thema Food Waste beziehen sich auf die Division Schweiz. Mehr zu den anorganischen Abfällen findet sich im Kapitel 3.12 Abfall.
Wenn Lebensmittel verschwendet werden, gehen grosse Mengen an Wasser und Energie, die bei der Produktion verbraucht werden, verloren. Landwirtschaftliche Flächen werden umsonst beansprucht. Zudem verursachen die Produktion, der Transport und die Entsorgung von Lebensmitteln Treibhausgasemissionen, die der Umwelt schaden und negativ zum Klimawandel beitragen. Während in vielen Teilen der Welt Lebensmittel verschwendet werden, leiden andere Regionen unter Nahrungsmittelknappheit und Hunger, was die globale Ungleichheit verstärkt. Ein Drittel aller Nahrungsmittel wird verschwendet (BAFU, 2025), davon knapp die Hälfte in den privaten Haushalten. Wichtig ist es deshalb, das Bewusstsein der Konsumentinnen und Konsumenten beispielsweise für die längere Haltbarkeit von Produkten zu erhöhen. Eine aktive Teilnahme an Sensibilisierungsmassnahmen kann die Reputation der Emmi Gruppe bei den Endverbraucherinnen und -verbrauchern stärken.
Lebensmittelverschwendung führt ausserdem zu wirtschaftlichen Verlusten entlang der gesamten Wertschöpfungskette, von den Landwirtinnen und Landwirten bis zu den Konsumentinnen und Konsumenten. Durch die Verringerung oder Vermeidung von Lebensmittelverlusten in den Produktionsprozessen können Kosten eingespart werden. Eine effizientere Nutzung der Rohstoffe sowie der für die Herstellung notwendigen Energie und eine optimale Lagerung der Lebensmittel tragen dazu bei, Ressourcenverschwendung zu vermeiden.
Bei der Emmi Gruppe gilt es, Lebensmittel so zu verarbeiten, dass möglichst keine vermeidbaren Lebensmittelabfälle entstehen. Dies treibt die Emmi Gruppe mit der Initiative «Emmi Operational Excellence» (EOE) voran. Unter EOE optimiert Emmi kontinuierlich ihre Kernprozesse (Herstellung und Abpackung) hinsichtlich Effektivität und Effizienz. Im Rahmen von Food Waste bezieht sich dies in der Schweiz beispielsweise auf die Vermeidung oder Rückgewinnung von Produktverlusten sowie die Optimierung der Produktionsintervalle und -planung.
Oberste Priorität hat, dass keine qualitativ tadellosen Lebensmittel weggeworfen werden. Die Emmi Schweiz AG bietet überschüssige oder falsch verpackte, aber noch einwandfreie Produkte vergünstigt in Fabrikläden an, stellt sie den Mitarbeitenden zur Verfügung oder spendet sie an gemeinnützige Organisationen. Ergänzend unterstützt Emmi Sensibilisierungskampagnen und Initiativen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln in den Privathaushalten: Sie kennzeichnet beispielsweise eine Vielzahl ihrer Markenprodukte mit dem Hinweis «Oft länger gut» von «Too Good To Go» (aktuell auf 125 Produkten der Emmi Schweiz AG). Zudem überprüft Emmi die Mindesthaltbarkeitsdaten verschiedener Produktgruppen und verlängert sie wo möglich.
Dieses Ziel entspricht der branchenübergreifenden Vereinbarung des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Die Emmi Schweiz AG hat sie zusammen mit weiteren führenden Unternehmen und Verbänden der Lebensmittelindustrie der Schweiz im Jahr 2022 unterzeichnet, will das vorgegebene Ziel der Halbierung der vermeidbaren Lebensmittelverluste (ggü. 2017) aber bereits 2027 und nicht erst 2030 erreichen. Die Emmi Schweiz AG liefert jährlich Daten zu den gemessenen Lebensmittelabfällen und den erzielten Fortschritten an das Bundesamt für Umwelt (BAFU) und steht im Erfahrungsaustausch mit der Lebensmittelindustrie.
Die Schweizer Produktionsstandorte spendeten im Berichtsjahr 150 Tonnen überschüssige, einwandfreie Produkte an den Verein «Tischlein deck dich». Der Verein verteilt die erhaltenen Lebensmittel an armutsbetroffene Menschen in der Schweiz.
Emmi sucht laufend nach neuen Optionen und Partnerschaften, um Nebenprodukte wie Molke weiter zu verwerten. Beispielsweise forscht die Emmi Schweiz AG im Rahmen eines InnoSuisse-Projekts zusammen mit Agroscope an dem Aufbau eines zirkulären Systems zur Mikroalgenkultivierung durch Molke.
Die Lebensmittelverschwendungsrate der Emmi Schweiz ist im Berichtsjahr um 4 % gegenüber Vorjahr (-0.1 % zum Basisjahr) gestiegen. Der Haupttreiber für diesen Anstieg ist die wachsende Käseproduktion und die damit einhergehenden Mehrmengen am Nebenprodukt Molke. Molke macht allein rund 45 % der Lebensmittelabfälle bei Emmi aus. Insgesamt konnten im Berichtsjahr 55 % der Molke zurück in den Ernährungskanal geführt werden (gilt nicht als Food Waste), während 32 % der Molke als Tierfutter verwendet wurden und 13 % bei der Biogas-Herstellung zum Einsatz kamen.
Nach Verwertungskanal können die totalen Lebensmittelabfälle wie folgt aufgeschlüsselt werden:
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Angefallener Abfall 1) |
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Ziel 2027 |
Diff. zu Basisjahr |
2025 |
2024 |
2023 |
Basisjahr 2017 |
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Lebensmittelabfall |
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Lebensmittelabfälle (Trockenmasse) |
t |
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13’979 ▲ |
13’015 ▲ |
11’389 2) |
13’335 2) |
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Lebensmittel- verschwendungsrate (pro t Produkt 3) ) |
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-50 % |
-0.11 % |
9.01 |
8.67 2) |
7.73 2) |
9.02 2) |
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Von Entsorgung umgeleiteter Abfall 1) |
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2025 |
2024 |
2023 |
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Sonstige Verfahren zur Rückgewinnung |
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Tierfutter |
t |
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9’119 |
8’456 2) |
6’770 |
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am Standort |
t |
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– |
– |
– |
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|
ausserhalb vom Standort |
t |
|
|
9’119 |
8’456 2) |
6’770 |
|
|
Biogas |
t |
|
|
2’184 |
1’947 |
1’902 |
|
|
am Standort |
t |
|
|
– |
– |
– |
|
|
ausserhalb vom Standort |
t |
|
|
2’184 |
1’947 |
1’902 |
|
|
Abwasseraufbereitung |
t |
|
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2’604 |
2’320 2) |
2’239 |
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|
am Standort |
t |
|
|
1’056 |
950 |
926 |
|
|
ausserhalb vom Standort |
t |
|
|
1’548 |
1’370 2) |
1’313 |
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Total |
t |
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13’907 |
12’723 2) |
10’911 |
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Management erheblicher abfallbezogener Auswirkungen 1) |
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2025 |
2024 |
2023 |
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Verwendung von Molke für Kreislaufwirtschafts- massnahmen |
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|
Verarbeitung als Tierfutter |
t |
|
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4’272 |
4’080 |
2’652 |
|
|
Verarbeitung als Biogas |
t |
|
|
1’752 |
1’703 |
1’883 |
|
|
Verarbeitung als Lebensmittel |
t |
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7’335 |
7’601 |
8’296 |
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Total |
t |
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13’359 |
13’384 |
12’831 |
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1) Derzeit sind Daten nur für die Division Schweiz verfügbar.
2) Neudarstellung aufgrund korrigierter Berechnungsgrundlage.
3) Produkt = verkaufsfähige Ware.
▲ Geprüft durch KPMG.
Methodik der nichtfinanziellen Kennzahlen 2025
Der Fokus bei Food Waste wird weiterhin auf der Division Schweiz liegen. Es wird weiter nach Ansätzen für eine möglichst ökologische Verwertung von Nebenprodukten wie Molke im Sinne eines Lebensmittel-Upcyclings geprüft.
Die Zielsetzung, die Lebensmittelabfälle und -verluste bis 2027 zu halbieren, erweist sich als herausfordernd. Die Emmi Schweiz AG verarbeitet bereits heute eine Vielzahl von Lebensmittelrückständen wie Käseabschnitten zu anderen Fertigprodukten weiter. Für die übrigen Abfälle und Verluste werden stetig Verwertungsoptionen geprüft, welche ökonomisch, ökologisch und logistisch sinnvoll sind. Die Emmi Schweiz AG engagiert sich weiterhin bei der branchenübergreifenden Vereinbarung des UVEKs zur Halbierung der Lebensmittelverluste und kooperiert mit verschiedenen Akteuren zur Reduktion von Food Waste.