Die Bilanzsumme per 31. Dezember 2025 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um CHF 121.7 Millionen beziehungsweise 3.6 % auf CHF 3’481.2 Millionen (Vorjahr: CHF 3’359.5 Millionen). Diese Zunahme ist hauptsächlich auf den höheren Bestand an flüssigen Mitteln als Folge des erfreulichen Geldflusses sowie auf leicht höhere Lagerbestände zurückzuführen.
Das operative Nettoumlaufvermögen (bestehend aus Vorräten sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) betrug CHF 722.3 Millionen. Die Erhöhung um CHF 13.4 Millionen beziehungsweise 1.9 % gegenüber dem Bestand per Ende des Vorjahres (CHF 708.9 Millionen) ist auf leicht höhere Lagerbestände zurückzuführen, was jedoch durch höhere Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen teilweise kompensiert wurde. Im Verhältnis zum Umsatz hat sich das operative Nettoumlaufvermögen von 16.3 % im Vorjahr auf 15.2 % im Berichtsjahr reduziert. Dieser Rückgang resultiert jedoch hauptsächlich aus der Berücksichtigung des Ganzjahresumsatzes der im Vorjahr akquirierten Gesellschaften, während deren Umsätze im Vorjahr erst ab dem Akquisitionszeitpunkt berücksichtigt wurden.
Das Anlagevermögen reduzierte sich leicht um CHF 26.4 Millionen beziehungsweise 1.5 % von CHF 1’807.0 Millionen im Vorjahr auf CHF 1’780.6 Millionen. Die Sachanlagen machen mit CHF 1’285.8 Millionen (Vorjahr: CHF 1’283.3 Millionen) den Grossteil des Anlagevermögens aus und haben aufgrund leicht über den Abschreibungen liegender Investitionen und trotz negativer Währungseffekte um insgesamt CHF 2.5 Millionen zugenommen. Die immateriellen Anlagen haben hingegen um CHF 29.6 Millionen abgenommen, was hauptsächlich auf die planmässigen Amortisationen der Kundenbeziehungen aus der Akquisition von Mademoiselle Desserts sowie ebenfalls auf negative Währungseffekte zurückzuführen ist.
Das Fremdkapital per 31. Dezember 2025 betrug insgesamt CHF 2’257.2 Millionen gegenüber CHF 2’229.7 Millionen per Ende des Vorjahres. Für den leichten Anstieg von CHF 27.5 Millionen hauptverantwortlich ist die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie der übrigen Verbindlichkeiten, während die Bankschulden und Leasingverbindlichkeiten durch Amortisationen und Fremdwährungseffekte insgesamt abgenommen haben. Die Eigenkapitalquote ist daher von 33.6 % per 31. Dezember 2024 auf 35.2 % angestiegen. Der Rückgang der Finanzverbindlichkeiten in Kombination mit den höheren flüssigen Mitteln führte zudem zu einem erfreulichen Rückgang der Nettoverschuldung auf CHF 882.6 Millionen per 31. Dezember 2025 (Vorjahr: CHF 1’003.7 Millionen). Im Verhältnis zum EBITDA sank die Nettoverschuldung deutlich von 2.13 im Vorjahr auf 1.79 per Ende des Berichtsjahres.
Die Kapitalrendite (ROIC) belief sich im Berichtsjahr auf 7.6 % gegenüber 8.6 % im Vorjahr. Die tiefere Rendite widerspiegelt den der Erwartung entsprechenden kurzfristigen Verwässerungseffekt der jüngsten Akquisitionen.
Der Geldzufluss aus der Betriebstätigkeit betrug im Berichtsjahr CHF 397.0 Millionen, was gegenüber dem Rekordwert im Vorjahr (CHF 406.9 Millionen) einem leichten Rückgang von CHF 9.9 Millionen entspricht. Während die Zunahme von CHF 71.7 Millionen beim Geldfluss vor Veränderung Nettoumlaufvermögen, Zinsen und Steuern im Wesentlichen die Zunahme auf Stufe EBITDA widerspiegelt, ist der leicht tiefere Geldfluss aus der Betriebstätigkeit in erster Linie auf die Zunahme des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen. Dieses hatte im Berichtsjahr insgesamt einen negativen Einfluss von CHF 30.6 Millionen auf den Geldfluss aus der Betriebstätigkeit. Gegenüber dem positiven Einfluss von CHF 37.7 Millionen im Vorjahr resultierte somit eine negative Vorjahresabweichung von insgesamt CHF 68.3 Millionen. Bezahlte Zinsen und Steuern belasteten den Geldfluss aus der Betriebstätigkeit zudem um insgesamt CHF 13.3 Millionen stärker als im Vorjahr, was primär auf die im vierten Quartal des Vorjahres getätigten Akquisitionen zurückzuführen ist, welche nun erstmalig für 12 Monate enthalten sind.
Der Geldabfluss aus der Investitionstätigkeit belief sich im Berichtsjahr auf CHF 202.9 Millionen gegenüber infolge der Akquisitionstätigkeit hohen CHF 962.9 Millionen im Vorjahr. Aus der Akquisition von The English Cheesecake Company sowie dem Erwerb von Minderheitsanteilen resultierten im Berichtsjahr Geldabflüsse aus der Akquisitionstätigkeit von insgesamt CHF 49.6 Millionen, verglichen mit einem Abfluss von CHF 844.9 Millionen im Vorjahr. Für Investitionen in das Sachanlagevermögen flossen im Berichtsjahr netto CHF 149.7 Millionen ab, gegenüber CHF 111.3 Millionen im Vorjahr.
Ohne Berücksichtigung des Geldflusses aus der Akquisitionstätigkeit wurde im Berichtsjahr ein Free Cashflow von CHF 243.8 Millionen erwirtschaftet. Die Reduktion gegenüber dem Vorjahreswert von CHF 288.8 Millionen ist auf den leicht tieferen Geldfluss aus der Betriebstätigkeit und die gleichzeitig höheren Investitionen in das Anlagevermögen zurückzuführen.
Im Berichtsjahr resultierte ein Geldabfluss aus der Finanzierungstätigkeit von insgesamt CHF 112.0 Millionen, verglichen mit einem Geldzufluss von CHF 508.0 Millionen im Vorjahr. Der Grossteil der Vorjahresdifferenz betrifft die Ausgabe von Anleihensobligationen zur Finanzierung der Akquisition von Mademoiselle Desserts im Vorjahr (Zufluss von CHF 624.2 Millionen). Im Vorjahresvergleich höhere Geldabflüsse resultierten aus der gestiegenen Dividende an die Aktionäre der Emmi AG, während im Berichtsjahr weniger Geld für die Rückzahlung von sonstigen Finanzverbindlichkeiten sowie für Dividendenzahlungen an Minderheitsaktionäre abfloss.
Als Konsequenz der beschriebenen Geldflüsse stieg der Bestand an Flüssigen Mitteln im Geschäftsjahr 2025 um CHF 72.9 Millionen von CHF 303.7 Millionen im Vorjahr auf CHF 376.5 Millionen per 31. Dezember 2025.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben auch im Jahr 2026 und darüber hinaus anspruchsvoll. Geopolitische Spannungen sorgen weltweit für Unsicherheit und belasten das globale Wachstum. In vielen für Emmi relevanten Märkten wird für das laufende Jahr nur eine moderate Wachstumsdynamik und entsprechend eine weiterhin verhaltene Konsumstimmung erwartet.
Beim Betriebsaufwand bleibt der Druck auf die Personalkosten hoch, bedingt durch inflationsgetriebene Lohnanpassungen und den anhaltenden Fachkräftemangel. Auch die Volatilität auf Beschaffungsmärkten und in globalen Lieferketten dürfte bestehen bleiben, sodass Emmi auch im Jahr 2026 mit hohen Inputkosten rechnet. Der Schweizer Franken dürfte sich insbesondere gegenüber den für Emmi wichtigen Währungen US-Dollar und Euro weiter aufwerten, was Umsatz und Ergebnis in Schweizer Franken belastet und die Wettbewerbsfähigkeit des Exportgeschäfts aus der Schweiz mindert. Die grössten Schritte des aktuellen Zinssenkungszyklus sind voraussichtlich erfolgt, sodass sich das Zinsumfeld im Jahresverlauf auf tiefem Niveau stabilisieren dürfte.
Emmi ist in strukturell wachsenden Märkten und in strategischen Nischen gut aufgestellt. Dank der ausgewogenen geografischen Präsenz, ihrer hohen Innovationskraft und der starken Markenkonzepte bleibt Emmi agil, um auch in Zeiten grosser Unsicherheit und verhaltener Konsumstimmung Chancen aus den aktuellen Verwerfungen zu realisieren. Emmi wird daher weiterhin diszipliniert und umsichtig agieren und dem Margendruck mit Effizienz- und Kostensenkungsinitiativen sowie einer kontinuierlichen Portfoliotransformation entlang strategischer Prioritäten und Konsumententrends begegnen.
In der Division Schweiz bleiben die Rahmenbedingungen herausfordernd. Der Importdruck sowie der Einkaufstourismus im grenznahen Ausland dürften aufgrund des starken Schweizer Frankens anhalten. Die ausserordentlich hohen produzierten Milchmengen erzeugen in Kombination mit den ohnehin bereits erhöhten Lagerbeständen zusätzlichen Preisdruck. Der ab Februar 2026 tiefere Milchrichtpreis wird das Umsatzwachstum in der Schweiz deutlich belasten, seine Wirkung auf die produzierten Milchmengen jedoch erst im Verlaufe des Jahres entfalten. Emmi begegnet diesen negativen Einflüssen mit starken Marken, trendorientierten Innovationen, konsequenter Kunden- und Konsumentenorientierung sowie Produkten von gewohnt hoher Qualität. Trotz der erwähnten Herausforderungen erwartet Emmi im Heimmarkt Schweiz deshalb grundsätzlich eine Fortsetzung der positiven Volumenentwicklung der vergangenen Jahre.
In der Division Americas rechnet Emmi auch im Jahr 2026 mit einer dynamischen Entwicklung in den Wachstumsmärkten Brasilien, Chile und Mexiko. Auch im Schlüsselmarkt USA erwartet Emmi weitere Wachstumsimpulse, auch wenn sich die gedämpfte Konsumstimmung nur zaghaft erholen dürfte.
Innovationsstarke Premium-Desserts und Emmi Caffè Latte bleiben die zentralen Wachstumstreiber der Division Europa. Die Mademoiselle Desserts Gruppe wird 2026 erstmalig für das gesamte Geschäftsjahr zum organischen Wachstum beitragen. Umsatzsteigernd sollte zudem auch das Ziegenmilchpulvergeschäft in den Niederlanden wirken, wo sich erste positive Signale im Exportgeschäft nach Asien abzeichnen.
Für das Geschäftsjahr 2026 rechnet Emmi auf Gruppenstufe mit einer anhaltenden Wachstumsdynamik und einem organischen Wachstum von 1.0 % bis 3.0 %. Im Heimmarkt Schweiz erwartet Emmi grundsätzlich eine Fortsetzung der positiven Volumenentwicklung der vergangenen Jahre. Der deutlich tiefere Milchpreis und der Wegfall des positiven Einmaleffekts des zweiten Halbjahres 2025 belasten das organische Wachstum der Schweiz jedoch mit rund 2.5 Prozentpunkten und jenes der Gruppe mit rund einem Prozentpunkt. Für die Schweiz erwarten wir daher einen organischen Umsatzrückgang von -2.0 % bis 0.0 %. Für die internationalen Divisionen rechnen wir hingegen mit einem organischen Wachstum von 4.0 % bis 6.0 % für Americas und von 2.0 % bis 4.0 % für Europa. Auf EBIT-Stufe beläuft sich die Prognose auf ein steigendes Ergebnis von CHF 335 Millionen bis CHF 355 Millionen. Auch bei der Reingewinnmarge erwartet Emmi eine Verbesserung im Rahmen einer Bandbreite von 4.8 % bis 5.3 %.
Die Mittelfristprognose zum organischen Wachstum (Gruppe 2 % bis 3 %, Schweiz 0 % bis 1 %, Americas 4 % bis 6 %, Europa 1 % bis 3 %) und zur Reingewinnmarge (5.5 % bis 6.0 %) bleibt unverändert. Hinsichtlich des ROIC wird das bisherige Ziel (Trend zur Verbesserung) konkretisiert und ein mittelfristiger Zielwert von 10 % angestrebt. Dies reflektiert die grosse Bedeutung, die dem ROIC in der finanziellen Steuerung der Gruppe auch intern beigemessen wird. Die mittelfristige Dividendenpolitik sieht unverändert eine Ausschüttungsquote von 35 % bis 45 % des Reingewinns vor, wird aber um das Ziel eines jährlichen Anstiegs der Dividende in Schweizer Franken ergänzt.