Als Premium-Herstellerin hat die Emmi Gruppe den Anspruch, dass die von ihr produzierten Lebensmittel stets höchsten Qualitäts- und Gesundheitsanforderungen entsprechen. Ihre Verantwortung umfasst die Verarbeitung qualitativ hochwertiger Rohstoffe, die gezielte Vermeidung von Zusatzstoffen, die Reduktion von Zucker sowie den Umgang mit Allergenen und deren Deklarierung. Die Gruppe garantiert eine einwandfreie Produktqualität und -sicherheit während der Lagerhaltung sowie des Herstellungs- und Transportprozesses.
Durch ihre hochwertigen Produkte trägt die Emmi Gruppe zur Förderung einer ausgewogenen und gesunden Ernährung bei. Milch zeichnet sich durch eine Vielzahl von wertvollen Makro- und Mikronährstoffen (Fett, Eiweiss, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine) aus, dies in einer für den Menschen gut verwertbaren Form. Eine globale Analyse von 94 nationalen Ernährungsempfehlungen zeigt, dass Milchprodukte in den allermeisten Ländern als Bestandteil einer gesunden, täglichen Ernährung empfohlen werden. Die Empfehlungen betonen die positiven Effekte auf die Knochengesundheit, die Muskelentwicklung und das Herz-Kreislauf-System (Global Review of Dairy Recommendations in Food-Based Dietary Guidelines, 2021). Um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren, ist die Welt auf die Nutzung des nicht-ackerbaufähigen Graslands angewiesen. Wiederkäuer wie die Kuh können die für den Menschen nicht-essbare Biomasse in ein natürliches und hochwertiges Lebensmittel verwandeln. Milch ist deshalb Teil der Lösung für die globale Ernährungssicherheit. Milch sorgt zudem für das Ein- und Auskommen von rund 240 Millionen Menschen weltweit (Food and Agriculture Organization of the United Nations, 2016: The Global Dairy Sector: Facts) (siehe Kapitel 3.2 Nachhaltige Milchwirtschaft).
Die Emmi Gruppe stellt Milchprodukte mit ernährungsphysiologischem Zusatznutzen her. Dazu gehören laktosefreie Milchprodukte und Joghurts, Produkte auf Basis natürlicher Rezepturen ohne künstliche Zusätze oder mit hohem Eiweissgehalt und ohne zugesetzten Zucker.
Das Unternehmen berücksichtigt die wachsende Bedeutung der veganen Ernährung und deren ernährungsspezifischen und ökologischen Aspekte. Die veganen Produkte ermöglichen eine Ernährungsvielfalt für Konsumentinnen und Konsumenten, die aufgrund von Intoleranzen oder dem persönlichen Wunsch, keine tierischen Produkte zu konsumieren, auf Milchprodukte verzichten, aber auf eine hochwertige Alternative setzen möchten.
Die Emmi Gruppe engagiert sich über gesetzliche und regulatorische Anforderungen hinaus für die Herstellung sicherer und hochwertiger Lebensmittel. Sie erfüllt so die Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten und stärkt das Vertrauen in das Unternehmen, seine Produkte und seine Marke. Dieses Vertrauen bildet die Grundlage für den langfristigen Erfolg der Emmi Gruppe. Konsumentinnen und Konsumenten profitieren zudem von hochwertigen Lebensmitteln, weil diese eine längere Haltbarkeit aufweisen und oft sogar über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus geniessbar sind. Damit kann Food Waste verhindert oder reduziert werden (siehe Kapitel 3.10 Food Waste).
Falls trotz aller Vorsichtsmassnahmen ein fehlerhaftes Produkt in den Verkauf kommt, das die Gesundheit oder Sicherheit der Konsumentinnen und Konsumenten gefährdet, kann ein Produktrückruf notwendig werden. Eine solche Massnahme ist mit möglichen finanziellen Risiken, negativen Folgen für die Reputation des Unternehmens sowie einem Vertrauensverlust seitens der Konsumentinnen und Konsumenten verbunden.
Hochwertige Produkte erfordern qualitativ hochwertige Rohstoffe, die klima- und umweltfreundlich sowie unter Beachtung sozialer Kriterien angebaut bzw. hergestellt werden. Die Emmi Gruppe fördert deshalb geeignete umweltfreundlichere Verpackungen und Produktionsmethoden. Zu Letzteren zählen die Abfallreduktion, der sparsame Einsatz von Wasser und Energie sowie die Minimierung von THG-Emissionen.
Die Verantwortung für das globale Qualitätsmanagement ist in einer zentralen Gruppenfunktion verankert. Diese gibt die strategische Ausrichtung vor und dient der Unterstützung der Länderorganisationen. Die Lebensmittelsicherheit und die Produktqualität basieren auf der Einhaltung aller gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen, den Prinzipien der Guten Herstellungspraxis (Good Manufacturing Practice, GMP) sowie auf einem umfassenden, globalen HACCP-Konzept (Hazard Analysis Critical Control Points). Das HACCP-Konzept besteht aus Gefahrenanalyse, Risikobewertung und Risikosteuerung bei der Lebensmittelherstellung sowie bei der Distribution und Logistik. Es wird für die Freigabe neuer Prozessanlagen und Verfahren angewendet und ist ein integraler Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems der Emmi Gruppe. Wichtige Elemente des Konzepts bilden die sogenannten Präventivprogramme wie die persönliche Hygiene, Reinigungssysteme, Vermeidung von Kreuzkontaminationen (insbesondere in Bezug auf Allergene) oder die Gestaltung des Produktionsumfelds. Wenn die Gefahrenanalyse und Risikobewertung an bestimmten Orten ein höheres Risiko anzeigen, werden Massnahmen ergriffen, um chemische, mikrobiologische und physikalische Gefahren zu lenken, zu reduzieren oder zu eliminieren. Das können zusätzliche Messparameter sein, die stichprobenweise oder immer durchgeführt werden, oder automatisierte Messeinrichtungen, die bei Abweichungen den gesamten Prozess stoppen.
Das umfassende Lebensmittelsicherheits- und Qualitätsmanagement unterstützt die Emmi Gruppe, Vorfälle zu vermeiden, die zu hohen Fehlerkosten oder einem Produktrückruf führen könnten. Einem proaktiven Verbesserungsprozess folgend werden spezifische Risiken bewertet und zusätzliche, vorbeugende Massnahmen umgesetzt. Zu den ergriffenen Massnahmen gehören je nach Produkt Quarantäne, zusätzliche Prozesskontrollen, ob Verpackungen richtig gesiegelt sind, oder die Prüfung des Sauerstoffgehalts in der Verpackung.
Bei der Zertifizierung ihrer Standorte orientiert sich die Emmi Gruppe an den individuellen Marktanforderungen, dem erzielten Mehrwert für die verschiedenen Stakeholder sowie den verfügbaren Ressourcen. Die Division Schweiz hat entschieden, die Anforderungen des ISO-9000-Standards künftig weiterhin als «Best Practice» zu verfolgen. Die Zertifizierung wird aber nicht weitergeführt. Stattdessen werden die Ressourcen in die vom Markt geforderten Lebensmittelsicherheitsstandards investiert. Baumann Käse und die Logisitk-Betriebe in Zollikofen wurden neu mit dem höheren Standard FSSC 22000 zertifiziert.
Grundsätzlich kommen unterschiedliche, von der GFSI («Global Food Safety Initiative») anerkannte Standards zur Anwendung: In den allermeisten Fällen sind dies der FSSC-22000-Standard («Food Safety System Certification»), der IFS-Standard («International Featured Standards») oder der BRCGS-Standard («Brand Reputation through Compliance Global Standards»). Nicht in allen Ländern werden GFSI-Standards gefordert: In Mexiko und Tunesien sind die Qualitätsmanagementsysteme unverändert nach ISO 22000 zertifiziert (inkl. HACCP-Konzept). Auch in Chile sind zwei der vier Werke nicht nach FSSC 22000 zertifiziert. In der brasilianischen Gesellschaft sind die beiden Standorte mit Pulverproduktion nach FSSC 22000 zertifiziert. In den übrigen Produktionsbereichen wird ein umfangreiches Qualitätsmanagementsystem angewendet, das jedoch nicht zertifiziert wird. In der Schweiz sind die grossen industriellen Produktionsstandorte FSSC 22000 und teilweise IFS zertifiziert. Drei sehr kleine, handwerkliche Produktionsstätten der Emmi Gruppe sind nicht GFSI zertifiziert, werden jedoch wie alle anderen Standorte regelmässigen internen Audits unterzogen. Alle Mademoiselle Desserts Gesellschaften sind GFSI-zertifiziert. Von den insgesamt 76 Produktionsstätten der Emmi Gruppe sind somit 11 Standorte nicht nach einem GFSI-Standard zertifiziert. Drei weitere Standorte sind teilweise zertifiziert.
Die Standards der Emmi Gruppe für Lebensmittelsicherheit, Hygiene und Qualität werden nach dem PDCA-Zyklus («Plan-Do-Check-Act») risikobasiert und kontinuierlich verbessert. Die Gefahrenanalyse im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit der eingesetzten Waren, Rohstoffe und Prozesse erfolgt unter Berücksichtigung der Normen des Codex Alimentarius. Ziel ist es, ein Höchstmass an öffentlicher Gesundheit und Konsumentenschutz zu gewährleisten.
Neben den gängigen Methoden zur Wirksamkeitsprüfung des Qualitätsmanagementsystems (wie jährliche interne und externe Audits und die Erhebung von Kennzahlen) setzt die Emmi Gruppe auf sogenannte «Food Safety Sprints». Diese nutzt das Unternehmen, um Prozessabläufe und Materialien über einen längeren Zeitraum zu beobachten und so einen detaillierten Einblick in die Wirksamkeit der Massnahmen zu erhalten.
Die Emmi Gruppe bewertet die Produktqualität anhand zahlreicher Indikatoren. Zu den wichtigsten Kennzahlen zählen Fehlerkosten und kritische Vorfälle im Markt wie Rücknahmen und Rückrufe. Zudem werden lokal externe Beanstandungen (siehe Kapitel 3.11 Verantwortung im Geschäftsverhalten) sowie interne Abweichungen untersucht. Zahlreiche interne Prozesskontrollen prüfen Rohstoffe, Halbfabrikate und Fertigwaren sowie Verpackungen. Mikrobiologische Kontrollen stellen sicher, dass das Produktionsumfeld für die Lebensmittelherstellung optimale Bedingungen bietet.
Seit vielen Jahren reduziert die Emmi Gruppe bei ihren Produkten schrittweise den Zuckergehalt. Sie minimiert damit mögliche Gesundheitsrisiken für die Konsumentinnen und Konsumenten und führt sie sukzessive an die damit einhergehenden geschmacklichen Veränderungen heran. Bei neu lancierten Produkten hält das Unternehmen den Zuckergehalt möglichst gering.
In ihrem Heimmarkt Schweiz hat die Emmi Gruppe das gemäss der «Erklärung von Mailand» definierte Ziel einer Zuckerreduktion von 10 % bis 2024 gegenüber 2019 für Joghurt und Milchmischgetränke sowie der später integrierten Produktkategorie Quark erreicht. Für die Periode 2025 bis 2028 wurde eine weitere, branchenübergreifende Vereinbarung unterzeichnet (siehe Kapitel 3.3.4 Ausblick).
In Märkten mit spezifischen lokalen gesetzlichen Grundlagen und Marktbedingungen halten die lokalen Tochtergesellschaften der Emmi Gruppe diese ein. Ein Beispiel sind die HFSS-Produkte («High in Fat, Salt and Sugar») in Grossbritannien, für die der Zuckergehalt gesetzlich vorgegeben ist (The Food (Promotion and Placement) (England) Regulations, 2021).
Bei der Produktinnovation und -weiterentwicklung orientiert sich die Emmi Gruppe an strategischen Wachstumsfeldern. Bereits seit über 20 Jahren spielen beim Unternehmen vegane Milchersatzprodukte eine Rolle. Die Emmi Gruppe stellt diese Produkte in der Schweiz, in Spanien, Österreich, Italien und in den USA her. Produktinnovationen werden jeweils auf ihre Nachhaltigkeitsauswirkung bewertet.
Innerhalb der Emmi Gruppe tauschen sich R&D, New Business & Innovation und Marketing im Rahmen ihrer Tätigkeit abteilungsübergreifend zum Thema Ernährung aus. Ziel dieses Austauschs ist es, das Thema gemeinsam voranzubringen und Synergien optimal zu nutzen.
Die Qualitätsverantwortlichen der Emmi Gruppe führten im Berichtsjahr für die Diskussion strategischer Projekte und zum Erfahrungsaustausch rund alle zwei Monate virtuelle Meetings durch.
Die Zertifizierung des Managementsystems nach ISO 9001 wurde per Mitte 2025 nicht mehr verlängert. Standorte, die bis zu diesem Zeitpunkt keinen GFSI-Standard umgesetzt hatten, führten eine Zertifizierung nach FSSC 22000 Broker oder FSSC 22000 Logistics durch.
Im Sommer 2025 wurde der bestehende Schnelltest für Antibiotikarückstände (Snaptest) durch einen neuen Test (Milksafe) ersetzt. Er bietet eine genauere Abdeckung der geforderten Nachweisgrenzen der einzelnen Antibiotika und kann einfach in die bestehenden Prüfprogramme eingebunden werden.
Im Rahmen des Projekts «Future PRP» (Präventivprogramme) wurde im Berichtsjahr die Dokumentation des Qualitätsmanagementsystems auf Ebene der Richtlinien überarbeitet und neu strukturiert. Ziel des Projekts war eine einfachere Auffindbarkeit von relevanten Informationen.
Leeb Biomilch erreichte im Berichtsjahr erneut die IFS-Zertifizierung «Higher Level». Die 2024 gestarteten Sprints und der lokale Aktionsplan wurden fortgeführt. Ein Schwerpunkt lag auf der Stärkung der Lebensmittelsicherheitskultur, insbesondere in den Bereichen Feedback, Kommunikation und Mitarbeiterengagement. Das Team erzielte Fortschritte in der Prozessoptimierung, was im externen IFS-Audit positiv hervorgehoben wurde.
Emmi Bettine und Emmi Nutritional Solutions (ENS) haben ihre für die Qualitätsüberwachung zuständigen Teams zusammengelegt. Damit unterstützen sich die beiden Produktionswerke in Etten-Leur und Heerhugowaard gegenseitig, um die Kundenzufriedenheit zu steigern. Eine neue App für Hygieneaudits sorgt zudem für mehr Effizienz.
Eine optimierte Methode zur Aktualisierung der fast 200 Rohstoffspezifikationen wurde 2025 bei Emmi France entwickelt. Anhand von zehn Kriterien wie dem wirtschaftlichen Risiko, dem Lieferantenprofil oder der Lieferkette kann mit der Methode auch die Bewertung eines möglichen Lebensmittelbetrugs erfolgen.
Um das Risiko von Beschädigungen zu reduzieren, Kosten zu sparen und die Kundenzufriedenheit zu vergrössern, wurden im Berichtsjahr die Lager- und Transportlogistik der Emmi Deutschland optimiert: Der zentralere und grössere Lagerstandort ermöglicht auch Direktlieferungen an Kunden.
Zwei Ausbrüche viraler Tierseuchen (Maul- und Klauenseuche, MKS, sowie Lumpy Skin Disease, LSD) bei Lieferanten beschäftigten im Berichtsjahr das Qualitätsteam von Emmi Dessert Italia (EDITA). Dank enger Zusammenarbeit der erweiterten Task Force mit den Lieferanten konnten die Geschäftskontinuität und die Exporte in Märkte mit strengen Biosicherheitsvorgaben aufrechterhalten werden. Zudem wurde im Werk Gattico eine tägliche, funktionsübergreifende sensorische Analyse eingeführt, um die Produktqualität zu stärken. Im Schwesterbetrieb Pasticceria Quadrifoglio in Campogalliano wurden gemeinsam mit EDITA die anspruchsvollen Standards britischer Retailer aufgebaut. Nach bestandenen Kundenaudits konnten die ersten Produkte in Grossbritannien gelistet werden.
Die Qualitäts- und Regulatory-Teams von Emmi Dessert USA und EDITA haben gemeinsam die Produktspezifikationen für Rachelli-Desserts für den US-Markt entwickelt und 2025 einen schnellen, reibungslosen und gesetzeskonformen Markteintritt ermöglicht.
Bei Emmi Roth USA führten die umgesetzten Massnahmen aus den im Jahr 2024 durchgeführten Lebensmittelsicherheitssprints am Standort Seymour zu einer Reduktion der Produktverluste um 71 % und zu einer Senkung der Kundenbeschwerden um 39 % im Berichtsjahr 2025 gegenüber dem Vorjahr.
2025 wurde bei Cypress Grove, USA, die erste interne Umfrage zur Qualitätskultur mit einer Beteiligung der Mitarbeitenden von 82 % durchgeführt. Der durchschnittliche Score lag bei 5.3 (von max. 6). Verbesserungsmassnahmen wurden im Bereich der Kommunikation sowie in Sachen GMP-Audits und Hygiene-Schulungen abgeleitet. Mit einem Projekt sollen defekte Verpackungen im Produktbereich «Fresh Disk» und damit die Beanstandungen um 25 % sowie die Fehlerkosten reduziert werden. Für die Produktionsteams wurden spezifische Hygiene-Schulungen durchgeführt und für das Verpackungsteam wurde eine zusätzliche Sichtkontrolle nach der Reinigung eingeführt. Bei der Produktionslinie zur Kaffeeabfüllung konnte das Ausstossvolumen verdoppelt werden. Verschiedene Prozessverbesserungen und neues Equipment führten im Berichtsjahr zur erfolgreichen NOP-Organic-Zertifizierung.
Bei Darey Brands, USA, wurde am Standort Sebastopol in einem bereichsübergreifenden Projekt von Einkauf, Produktion und Qualitätssicherung die Laktasedosierung bei unveränderter Produktqualität und -sicherheit um 50 % reduziert. Am Standort Turlock wurde die Zertifizierung FSSC 22000 erfolgreich bestanden. Alle Milchproduzenten und beide Standorte bleiben nach dem Tierwohlstandard «humane» zertifiziert.
Im Rahmen des Projekts «Despegamos» («Wir heben ab») hat die Qualitätsabteilung bei Kaiku, Spanien, in enger Abstimmung mit Innovation und Marketing die Einführung zahlreicher neuer Produkte überwacht.
Im September 2025 wurde bei Vitalait, Tunesien, das Projekt «Release & Deviation» mit einem digitalisierten Prozess für Qualitätsfreigaben und -abweichungen abgeschlossen. Eine verbesserte Rückverfolgbarkeit, die schnellere Bearbeitung und sichere Entscheidungen sind Vorteile, die aus dem Projekt resultieren. Zudem wurde mit dem Ziel, Qualitätsdokumente zentral und normgerecht (nach ISO 22000) zu digitalisieren, ein Projekt gestartet.
Bei Quillayes Surlat, Chile, wurde im Berichtsjahr die am Standort Victoria im Vorjahr begonnene Einführung einer mikrobiologischen Trendanalyse in allen Werken umgesetzt. An den Standorten Loncoche und Victoria wurden zahlreiche Massnahmen zur Verbesserung der Käsequalität über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg realisiert. Zusätzlich wurde das RAFT-Konzept («Right At First Time») zur Intensivierung eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses gemäss Richtlinien der Emmi Gruppe eingeführt.
Die Laticínios Porto Alegre, Brasilien, hat ihre Werke in Ponte Nova und Antônio Carlos erfolgreich nach FSSC 22000 rezertifiziert. Die SMETA-Audits (Sedex Members Ethical Trade Audit) in den Werken in Ponte Nova und Mutum verliefen ohne Beanstandungen.
Für die Emmi Schweiz AG wurde im Berichtsjahr jedes Produkt hinsichtlich seiner Inhaltsstoffe (Zusammensetzung) und der Kennzeichnung überprüft. Bei Eigenmarken (Private Label) erfolgte die Prüfung durch die jeweiligen Auftraggeber und bei der Verwendung von Gütezeichen durch den Standardgeber des Gütezeichens.
Im Rahmen der Prüfungen wurden drei Verstösse gegen Vorgaben und Vorschriften oder freiwillige Verhaltensregeln sowohl betreffend Produktinformationen und Kennzeichnungen als auch im Bereich Marketing und Kommunikation festgestellt. In allen drei Fällen wurden Vorgaben eines Labelgebers verletzt und es wurden geringe Sanktionen ausgesprochen. Aus diesen Vorfällen wurden Learnings abgeleitet, um vergleichbare Fälle künftig zu vermeiden. Dazu zählt unter anderem die Sensibilisierung relevanter Fachbereiche im Zusammenhang mit Labelanforderungen.
Aus Wettbewerbsüberlegungen veröffentlicht die Emmi Gruppe keine Kennzahlen zur Produktqualität und -sicherheit auf Gruppenstufe.
Die Programme CLEAN M (Reduktion oder Eliminierung von Farb- und Konservierungsstoffen, Emulgatoren und künstlichen Aromen) und NUTRI M (Verbesserung der Nährwertprofile wie u. a. weniger Zucker, Salz und Fett) wurden im Berichtsjahr in der Mademoiselle Desserts Gruppe weiter ausgebaut. Im Rahmen des CLEAN-M-Programms wurden die Zusatzstoffe E471 und E472 aus den Tropézienne-Rezepturen entfernt. Zudem wurden neue Produkte mit reduziertem Zuckeranteil entwickelt, darunter Flans mit bis zu 15 % weniger Zucker sowie Desserts mit niedrigem glykämischen Index (GI < 25). Diese Produkte verzichten vollständig auf Süssstoffe und Zuckeralkohole.
Im Jahr 2026 soll ein physisches Treffen der Qualitätsverantwortlichen der Emmi Gruppe stattfinden, um neu hinzugekommene Personen und Gesellschaften zu integrieren sowie gemeinsam an zentralen Themen zu arbeiten.
Die von der Emmi Gruppe im Berichtsjahr zusammen mit 20 weiteren Lebensmittelunternehmen freiwillig unterzeichnete weiterführende Vereinbarung sieht vor, in der Schweiz den Zuckergehalt in Joghurts bis Ende 2028 um weitere 5 % und in Quark und Milchmischgetränken um 10 % (ggü. 2024) zu senken. Die Mademoiselle Desserts Gruppe will bis 2030 den Zucker in ihren Produkten um 8 % (ggü. 2024) reduzieren.