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3.5 Treibhausgase reduzieren

Der Klimawandel ist eine globale Herausforderung, der sich alle Unternehmen auf der ganzen Welt stellen müssen. Dies widerspiegelt sich zunehmend in rechtlichen Rahmenbedingungen in allen Ländern, in denen Emmi tätig ist. Emmi stellt sich dieser Herausforderung engagiert und verantwortungsbewusst, denn nur so kann die Zukunft des Unternehmens gesichert werden.

Die Berichterstattung in diesem Kapitel richtet sich nach der Vollzugsverordnung des Bundesrats zur Klimaberichterstattung für grosse Schweizer Unternehmen, die seit 1. Januar 2024 in Kraft ist, und berücksichtigt die Empfehlungen der Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD).

3.5.1 Governance

Aufsicht des Verwaltungsrats über Klimabelange

Klimabelange (Auswirkungen der Unternehmenstätigkeit auf den Klimawandel sowie finanzielle Risiken und Chancen des Klimawandels für das Unternehmen, sowie entsprechende Massnahmen zur Abschwächung und Anpassung) sind integraler Bestandteil der Prozesse und Entscheidungen des Verwaltungsrats. Beispielsweise sind sie ein Schlüsselelement der Strategieüberprüfung, des Risikomanagements, der Due Diligence bei Fusionen und Übernahmen sowie des Investitionsprozesses der Emmi Gruppe.

Einmal im Jahr erhält der Verwaltungsrat im Rahmen einer ordentlichen Sitzung einen Bericht des Head Group Sustainability über die Leistung, die Massnahmen, den Ausblick sowie die Risiken und Chancen im Bereich der Nachhaltigkeit, einschliesslich der Klimabelange.

Darüber hinaus erhält der Marktausschuss des Verwaltungsrats einmal im Jahr vom Head Group Sustainability ein ausführliches Update zu bestimmten Themen (z. B. Klimabelange oder Verpackung). Der Ausschuss hat die Aufgabe, das Thema vertieft zu analysieren und die Entscheidungsfindung für den Verwaltungsrat vorzubereiten.

Die Ergebnisse der jährlichen Risikoanalyse im Rahmen des regulären Risikomanagementprozesses der Gruppe (einschliesslich klimabezogener Risiken) werden dem Prüfungsausschuss und dem Verwaltungsrat einmal im Jahr von der CEO und dem Head Internal Audit vorgestellt. Derzeit werden klimabezogene Risiken im Rahmen des Risikomanagementprozesses der Gruppe verwaltet, der auch Massnahmen zur Risikominderung umfasst. Ab 2025 ist eine Selbsterklärung jedes Risikoverantwortlichen gegenüber dem Verwaltungsrat erforderlich, um den Stand der Umsetzung zu aktualisieren.

Rolle des Managements bei der Bewertung und dem Management von Klimabelangen

Die Konzernleitung verantwortet die Durchführung der allgemeinen jährlichen Risikoermittlung und -bewertung (einschliesslich der Klimarisiken). Die CEO trägt die oberste Verantwortung für die Einträge im Risikoregister und bestimmt die Risikoeigner in der Konzernleitung. Die Risikoeigner können Massnahmen zur Risikominderung und -übernahme delegieren, bleiben aber für die Entwicklung und Umsetzung der Massnahmen verantwortlich. Derzeit sind die folgenden Risikoeigner für Klimabelange ernannt worden: Der Chief Supply Chain Officer (CSCO) ist für alle Themen in den Bereichen Biodiversitätsverlust, Extremwetter, Durchschnittstemperatur und Wasser, Verpackung und Scope-3-Emissionen zuständig. Der Chief Marketing Officer (CMO) ist zuständig für alle Fragen, die sich aus Verbrauchertrends ergeben. Der Chief Financial Officer (CFO) ist zuständig für alle Fragen, die sich aus den Scope-1- und Scope-2-Emissionen ergeben.

Der Head Internal Audit koordiniert den Risikomanagementprozess der Gruppe. In diesem Rahmen integriert er die Ergebnisse der Risikobewertung des funktionsübergreifenden Klimarisiko-Expertenteams, das sich aus Vertretern der Abteilungen Group Supply Chain, Internal Audit, Legal, Finance und Sustainability zusammensetzt. Sowohl der Head Group Sustainability als auch der Head Internal Audit erstatten dem Prüfungsausschuss und dem Verwaltungsrat jährlich Bericht über ihre Beurteilungen.

Einmal jährlich wird die Konzernleitung im Rahmen einer ordentlichen Sitzung durch den Head Group Sustainability über die Leistung, die Massnahmen, den Ausblick sowie die Risiken und Chancen im Bereich der Nachhaltigkeit, einschliesslich der Klimabelange, informiert. Die Nachhaltigkeitsstrategie der Emmi Gruppe, einschliesslich aller Klimabelange, ist integraler Bestandteil der jährlichen Strategieüberprüfung durch die Konzernleitung. Allfällige ausserordentliche Themen (z. B. Bezug von Ökostrom) werden durch den CSCO auf die Traktandenliste der jeweils nächsten monatlichen Konzernleitungssitzung gesetzt und dort behandelt.

Auf operativer Ebene werden Klimabelange vom Head Group Sustainability zusammen mit seinem Team in der Konzernzentrale sowie den lokalen Nachhaltigkeitsverantwortlichen an den operativen Standorten weltweit und in Zusammenarbeit mit externen Partnern und Experten (z. B. WWF, WEF Risk Monitor) überwacht.

Emmi Sustainability-TCFD-Governance-Modell

Die Vergütungspolitik von Emmi hat heute in der Regel keinen Bezug zu Klimabelangen. Ausnahmen gibt es auf begrenzter persönlicher Ebene für die Mitglieder des Group Sustainability Teams, des Group Supply Chain Teams sowie für einige Geschäftsführer und Executive Vice Presidents in den Marktregionen, für die jährliche Ziele in Bezug auf Nachhaltigkeit oder Klimabelange festgelegt werden.

Corporate Governance der Emmi Gruppe

Risikomanagement und interne Kontrollen

3.5.2 Strategie

Emmi verursacht Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) durch den Einsatz von fossilen Brennstoffen in den eigenen Betrieben und in der Logistik sowie durch den Einsatz von klimaschädlichen Kältemitteln (Scope 1) und durch die eingekaufte Energie, wie Strom oder Fernwärme (Scope 2). Der grösste Teil (mehr als 90 %) der THG-Emissionen stammt jedoch aus der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, die nicht direkt beeinflusst werden kann (Scope 3). Der Grossteil der Scope-3-THG-Emissionen entsteht bei der Milchproduktion, hauptsächlich durch natürliche Prozesse wie die Bildung von Methan im Verdauungssystem der Kühe. Darüber hinaus sind der Anbau von Futtermitteln und die Verwendung von Hofdünger wichtige Emissionsquellen (Lachgas).

THG-Emissionen entlang der Emmi Wertschöpfungskette

Rund 34 % der vom Menschen verursachten THG-Emissionen (Crippa et al., 2021) sind auf die Lebensmittelproduktion zurückzuführen (rund 4 % gehen auf die Milchwirtschaft zurück (O’Brien et al., 2014)). Entsprechend hoch sind der Druck der verschiedenen Interessengruppen und die damit verbundenen Reputationsrisiken. Neue Regulierungen und Forderungen nach Massnahmen zur Reduktion der THG-Emissionen bergen zudem erhebliche Übergangsrisiken für das Geschäftsmodell von Emmi.

Der Trend zu einer pflanzenbasierten Ernährung kann für Emmi sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringen. Durch das Angebot geeigneter Alternativprodukte können nicht nur negative Auswirkungen auf den Geschäftserfolg vermieden, sondern gegebenenfalls neue, attraktive Geschäftsfelder erschlossen werden.

Materielle physische Klimarisiken, wie wärmere Temperaturen oder Wasserknappheit, beeinträchtigen die Verfügbarkeit der für Emmi notwendigen Rohstoffe wie Früchte, Kaffee-, Kakaobohnen und Nüsse. Der Klimawandel kann sich auf die Milcherzeugung auswirken, da sich die Verfügbarkeit und Qualität von Futtermitteln ändert.

Identifizierte klimabezogene langfristige Risiken und Chancen für Emmi

Die Analyse der klimabezogenen Chancen und Risiken gemäss dem bei Emmi üblichen Ansatz (vgl. Kapitel «Risikomanagement und interne Kontrollen») hat ergeben, dass derzeit relevante Risiken (mit einer Auswirkung von über CHF 10 Millionen) und Chancen für das Geschäft von Emmi nur langfristig (Zeithorizont grösser 10 Jahre) erwartet werden. Deshalb werden im Folgenden nur die langfristig identifizierten Risiken und Chancen beschrieben.

Um die Klimarisiken und -chancen zu bewerten, folgte Emmi den Empfehlungen der TCFD und verwendete sowohl qualitative als auch quantitative Daten. Die quantitativen Daten stammten vom Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), der Wharton Research Database (WRD) und dem Network for Greening the Financial System (NGFS) und konzentrierten sich auf physische Risiken und Übergangsrisiken. Insbesondere die WRD-Daten halfen bei der Analyse der Klimarisiken für Emmi sowie beim Konkurrenzvergleich wie auch beim Benchmarking unter verschiedenen Szenarien. Die IPCC-Daten dienten der Analyse von physischen Risiken der Emmi Standorte. Die Auswahl der Interviewpartner für die Erhebung qualitativer Daten und die Auswahl von vier Hochrisikobetrieben für eine detaillierte Analyse erfolgten auf der Grundlage der IPCC-Daten, wobei die Auswirkungen von Klimafaktoren im Zeitverlauf untersucht wurden. Zusätzlich lieferte die NGFS die Preisentwicklung für Kohlenstoffemissionen. Emmi sammelte qualitative Daten durch Interviews mit 21 internen und 4 externen Stakeholdern und ergänzte diese mit einer Literaturrecherche zu Klimaszenarien.

Die Analyse von Emmi umfasste sowohl die Lieferkette als auch den direkten Betrieb. Die für Emmi kritische Ressource Milch stand im Fokus, insbesondere im Hinblick auf physische Risiken. Vier wichtige Produktionsbetriebe wurden auf ihre finanzielle Bedeutung und mögliche Auswirkungen des Klimawandels hin analysiert, um kritische Bereiche und Betriebsmittel zu priorisieren.

Die sieben grössten langfristigen Risiken, die unter Berücksichtigung ihrer Wahrscheinlichkeit und ihrer finanziellen Auswirkungen ermittelt wurden, sind die folgenden:

1. Anstieg der Durchschnittstemperatur und Wasserknappheit

Höhere Temperaturen und veränderte Niederschlagsmuster könnten für Emmi insbesondere zu zunehmenden Schwierigkeiten bei der Rohstoffbeschaffung und zu betrieblichen Herausforderungen führen. Wichtige Risikoindikatoren sind die Durchschnittstemperatur, die Niederschlagsmenge sowie Schwankungen vor allem bei der Milchproduktion und den Preisen. Emmi schätzt dieses Risiko in extremen Gebieten wie Tunesien oder Kalifornien als grösser ein. In diesen Gebieten konnten bereits heute Veränderungen in den Mustern der Durchschnittstemperaturen festgestellt werden.

In bestimmten Gebieten könnte sich die Vegetationsperiode verlängern, was ermöglichen würde, mehr Milch zu produzieren oder billigere Futtermittel zu erhalten. In gewissen Gebieten könnten neue Kulturpflanzen angebaut werden (z. B. Soja). Die geografischen Gebiete in denen solch positive Auswirkungen möglich sind, sind der Norden Europas und die Schweiz.

2. Besteuerung von Scope-3-THG-Emissionen

Die Besteuerung der Scope-3-THG-Emissionen wäre insbesondere für die Landwirte, die Emmi beliefern, relevant, da 80 % dieser Emissionen von Emmi mit der eingekauften Milch zusammenhängen. Die Landwirte müssten die Steuer bezahlen, was ihre Preise erhöhen würde. Die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten zehn Jahren mit der Einführung solcher Steuern zu rechnen ist, schätzt Emmi auf 50 %. Dies insbesondere in Ländern, die das Pariser Abkommen unterzeichnet haben und danach streben, Netto-Null zu erreichen. Die Besteuerung könnte für Emmi zu Preissteigerungen und einem Mengenverlust führen. Geografisch gesehen erscheint die Wahrscheinlichkeit in Europa, insbesondere in Spanien, den Niederlanden und der Schweiz, überdurchschnittlich hoch.

Aus der Entwicklung könnten sich aber auch Chancen ergeben, insbesondere wenn es Emmi gelingt, die langfristigen und gesunden Beziehungen zu den Landwirten weiter zu stärken und Landwirte mit tieferem THG-Fussabdruck auszuwählen. Wenn Emmi nachhaltige Beziehungen zu ihren Landwirten aufbaut, dürfte dies einen positiven Effekt für das Unternehmensimage mit sich bringen und könnte neue Mitarbeitende sowie Konsumentinnen und Konsumenten anziehen.

3. Verlust der biologischen Vielfalt

Menschliche Aktivitäten, insbesondere die Land- und Forstwirtschaft sowie die Fischerei, sind eine der Hauptursachen für den Rückgang der Artenvielfalt und die Verschlechterung der Ökosysteme. Dies wirkt sich auf die Stabilität und Funktionalität sowohl des Klimas als auch der Ökosysteme aus und kann zu einer negativen Rückkopplungsschleife führen, die den Klimawandel und den Verlust der biologischen Vielfalt verschärft.

Emmi hat mehrere direkte und indirekte Risikofaktoren in der vorgelagerten Wertschöpfungskette identifiziert. Dazu gehört der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden, die der biologischen Vielfalt schaden, indem sie Bestäuber reduzieren und Böden sowie Gewässer verschmutzen. Der Verlust natürlicher Lebensräume durch die Abholzung von Wäldern und die Trockenlegung von Feuchtgebieten trägt ebenfalls erheblich dazu bei. Alle Länder und Regionen weltweit sind vom Verlust der biologischen Vielfalt betroffen.

Eine graslandbasierte Milchwirtschaft am richtigen Standort und in nachhaltiger Weise ist eine grosse Chance und ein wichtiger Hebel, um die biologische Vielfalt zu erhöhen, die Bodenqualität zu verbessern und das Potenzial zur Speicherung von CO2 (Sequestrierung) im Boden zu stärken.

4. Verbraucher-Megatrends zur pflanzenbasierten Ernährung

In Industrieländern und einkommensstarken städtischen Gemeinschaften ist pflanzenbasierte Ernährung ein Trend. Dieser Trend spiegelt die sich wandelnden Erwartungen wider.

Trotz dieser Herausforderungen sieht Emmi auch klare Chancen. Die Fähigkeit des Unternehmens, Milchprodukte in Regionen und Systemen nachhaltig zu produzieren, ist eine wesentliche Stärke, die es Emmi ermöglicht, das Kaufverhalten der Konsumentinnen und Konsumenten positiv zu beeinflussen und das Vertrauen in die Marke zu erhalten. Die Diversifikation des Emmi Portfolios mit pflanzenbasierten Produkten ermöglicht zudem eine flexible Anpassung an die sich verändernde Marktdynamik. Bei sorgfältiger Herstellung können diese pflanzenbasierten Produkte eine wertvolle Ergänzung zu einer ausgewogenen Ernährung sein. Und zuletzt haben die letzten Jahre gezeigt, dass naturbelassene, nährstoffreiche Ernährung, wie es Milchprodukte sind, auch wieder vermehrt in den Fokus gerückt sind. So hat sich Protein zur weltweit wichtigsten Zutat entwickelt (Top 10 Trends 2024, Innova Market Insights, 2024).

Emmi ist sich bewusst, dass sowohl Milchprodukte als auch pflanzenbasierte Produkte eine Rolle in einem nachhaltigen und ausgewogenen Ernährungssystem spielen. Durch die Fokussierung auf verantwortungsvolle Produktionspraktiken in ihrem gesamten Portfolio will Emmi sicherstellen, dass alle ihre Angebote einen sinnvollen Beitrag zum Wohlbefinden der Konsumentinnen und Konsumenten sowie zur ökologischen Nachhaltigkeit leisten. Dies ermöglicht es Emmi, ein vertrauenswürdiges, führendes Unternehmen der Milchbranche zu bleiben und gleichzeitig die laufenden Marktveränderungen zu meistern.

5. Extreme Wetterereignisse mit Auswirkungen auf die Lieferkette

Die extremen Wetterereignisse wie Dürren und Überschwemmungen, die sich aufgrund des Klimawandels und der steigenden THG-Emissionen verschärfen bzw. häufen, werden eine Herausforderung darstellen. Sie dürften erhebliche Auswirkungen auf die Lieferkette von Emmi, insbesondere auf die Milchproduktion und die Verfügbarkeit von Rohstoffen haben. Dürreperioden in südlichen Regionen könnten die Milchpreise in die Höhe treiben und zu Engpässen führen, wenn einige Landwirte auf dürreresistente Kulturen umsteigen, um ihr Einkommen zu diversifizieren. Waldbrände in Gebieten wie Kalifornien und Südeuropa werden diese Herausforderungen vermutlich verstärken, indem sie die Milchpreise in die Höhe treiben und die Produktionsanlagen stören.

6. Kosten für die Besteuerung von Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen

Emmi schätzt die Wahrscheinlichkeit von Steuererhöhungen in den nächsten zehn Jahren auf 60 %, insbesondere wenn strengere Massnahmen (Bundesgesetz über die Ziele im Klimaschutz, die Innovation und die Stärkung der Energiesicherheit [KlG])in der Schweiz greifen und sich allmählich auf andere europäische Länder ausweiten. Geografisch gesehen wären somit europäische Länder am stärksten betroffen. Das Risiko eines Wettbewerbsnachteils würde resultieren, wenn Emmi höhere THG-Emissionen hätte als ihre Konkurrenten.

7. Verpackungen (Kunststoff): Kostenanstieg aufgrund von Vorschriften, Verbraucherakzeptanz, Verfügbarkeit

Emmi erwartet neue Anforderungen an die Kreislauffähigkeit von Verpackungen, rechnet aber nicht mit einem totalen Verbot von Verpackungsmaterialien aus Kunststoff. Wo möglich, sollten nicht recycelbare Verpackungen vermieden und durch recycelbare Alternativen ersetzt werden. Für einige Kunststoffe ist die hierfür notwendige Infrastruktur in Europa bereits vorhanden oder wird zurzeit aufgebaut. Die spezifischen Anforderungen der einzelnen Länder sind unterschiedlich, die Technologie ist jedoch vorhanden.

In Zukunft wird die EU ein System zur Einstufung von Verpackungen auf der Grundlage ihrer Wiederverwertbarkeit einführen. Das wird sich sowohl auf die Kosten als auch auf die Nutzungsgenehmigungen auswirken. Einzelne Länder innerhalb der EU dürfen jedoch nach diesem System keine Verbote (mehr) verhängen, die über die Vorschriften der Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle (PPWR) hinausgehen. Führende Länder wie Frankreich und Belgien müssen somit möglicherweise einige ihrer strengeren Massnahmen zurücknehmen.

Das Unternehmen rechnet mit höheren Beschaffungskosten und Verfügbarkeiten für neue Materialien sowie mit Investitionen in moderne Abfüll- und Verpackungssysteme. Zusätzlich besteht das Risiko einer mangelnden Verbraucherakzeptanz bei neuen Verpackungslösungen. Vor diesem Hintergrund kann sich die Diversifizierung der Verpackungsportfolios sowohl als Herausforderung als auch als Chance darstellen.

Auswirkungen der identifizierten klimabedingten langfristigen Risiken auf das Geschäftsmodell, die Strategie und die langfristige Finanzplanung von Emmi

Auswirkungen auf die Produkte und Dienstleistungen von Emmi

In einigen Ländern stehen Milchprodukte aufgrund ihrer hohen THG-Emissionen, ihrer Umweltauswirkungen und von Tierschutzbedenken öffentlich unter Druck. Zusätzlicher erheblicher Druck dürfte durch strengere EU-Vorschriften zur Nachhaltigkeit sowie zu erwartende Änderungen in der Schweiz entstehen, was zu höheren Kosten für Emmi führen würde. Zu den sich abzeichnenden Vorschriften gehören steigende obligatorische Quoten für rezyklierte Inhaltsstoffe sowie Bussen bei Nichteinhaltung. So schreibt die EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle eine Erhöhung des Recyclinganteils bei Verpackungsmaterialien vor, was bei bestimmten Materialien zu einer Kostensteigerung von 40 % führen könnte.

Mit einer klaren Strategie und ehrgeizigen Massnahmen kann sich Emmi die Chance bieten, ihr Angebot zu differenzieren und einen Wettbewerbsvorteil zu erzielen. Die Förderung und der Ausbau der nachhaltigen Milchviehhaltung auf Grasland würden die gesunde Ernährung einer wachsenden Bevölkerung ermöglichen. Flexibilität und Anpassungsfähigkeit bei Rezepturen und Spezifikationen bieten Emmi die Möglichkeit, mit möglichen Rohstoffengpässen effektiv umzugehen. Zudem schafft der Ausbau des Anteils an milchfreien Produkten im Portfolio von Emmi die Chance, den Konsumentinnen und Konsumenten mehr Alternativen zu bieten – ein Ansatz, der bereits heute in der Strategie des Unternehmens verankert ist.

Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette von Emmi

Der Klimawandel wird voraussichtlich das Risiko der Verfügbarkeit von Rohstoffen erhöhen. Die Landwirte werden sich wahrscheinlich nicht schnell genug an die veränderten Bedingungen anpassen können (Dürren, geringere Produktivität von Böden und Tieren sowie Krankheiten), dies vor allem in Tunesien und Brasilien.

Derzeit sind die Vorschriften für Scope-3-THG-Emissionen weder formalisiert noch werden sie weitgehend durchgesetzt, ausser in einigen wenigen Fällen wie Neuseeland. Sollten künftig jedoch in weiteren Ländern Steuern erhoben werden, müsste Emmi mit erheblichen Gebühren oder Strafen rechnen.

Wenn es Emmi gelingt, die Beschaffungsfunktion vielseitiger und professioneller zu gestalten, die Beziehungen zu Landwirten und Lieferanten zu stärken, die Lieferantenbasis zu diversifizieren und die Herkunft der Rohstoffe besser zu verfolgen, dann würden sich Chancen bieten. Die direkte Zusammenarbeit mit den Lieferanten würde die Lieferkette widerstandsfähiger machen. In gemässigten Gebieten wie der Schweiz, den Niederlanden oder Wisconsin, USA, könnten sich die Vegetationsperioden verlängern, was eine höhere Produktion von Futter und Getreide ermöglichen oder die negativen Auswirkungen hoher Sommertemperaturen kompensieren könnte.

Auswirkungen auf das Geschäftsmodell von Emmi

Wenn sich Emmi nicht oder langsamer als die Konkurrenz anpasst, besteht das Risiko, dass Emmi Marktanteile verliert. Ausserdem gilt es, die Gesamtmassnahmen zur Risikominderung angemessen zu planen, auszugestalten und zu budgetieren (CAPEX und OPEX).

Werden die Chancen genutzt, so könnte Emmi ihr Geschäft gegenüber dem Wettbewerbsdruck widerstandsfähiger und zukunftssicherer machen, weil Anpassung und Flexibilität zukünftig zu einer obligatorischen Fähigkeit werden. Eine gute Nachhaltigkeitsstrategie kann Sichtbarkeit schaffen und würde Massnahmenpläne für alle Tochtergesellschaften bieten, um Anpassungs- und Minderungsmassnahmen rechtzeitig zu ergreifen.

Auswirkungen auf die Investitionen von Emmi in Forschung und Entwicklung

Es besteht das Risiko, dass Emmi ihre Ressourcen auf die falschen Prioritäten verteilt und dadurch nicht zukunftsorientiert investiert.

Die Chance besteht darin, die globale Zusammenarbeit zu verstärken, die Prioritäten besser abzustimmen und die Investitionen mit den wesentlichsten Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit zu identifizieren. Die Entwicklung von Produkten, die den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten entsprechen und klimafreundlicher sind, würde die Wettbewerbsfähigkeit verbessern und könnte die Marktposition von Emmi festigen. Eine weitere Chance wäre die Entwicklung flexibler Rezepturen und die Möglichkeit, besser als die Konkurrenz zwischen Produktionsanlagen oder -linien zu wechseln.

Finanzielle Auswirkungen des erwarteten Biodiversitätsverlusts auf Emmi

Die Risiken des Biodiversitätsverlusts dürften mit hoher Wahrscheinlichkeit (80 %) in den nächsten zehn Jahren zunehmen, wenn die derzeitigen Praktiken fortgesetzt werden. Die potenziellen finanziellen Auswirkungen auf Emmi wären beträchtlich, da als Folge die Rohstoffkosten steigen, die Produktionskosten aufgrund des zusätzlichen Einsatzes von Düngemitteln und Pestiziden zunehmen und die Kosten für die Wasseraufbereitung und die Gesundheit steigen würden.

Der Verlust der biologischen Vielfalt und die sinkenden Erträge könnten die Landwirte jedoch dazu veranlassen, nachhaltigere Anbaumethoden anzuwenden, wie z. B. eine vielfältige Fruchtfolge oder Winterbegrünung. Dies könnte die Bodengesundheit und die Produktivität verbessern. Ausserdem könnte dies bei Emmi eine bessere Produktdifferenzierung ermöglichen und finanziell vorteilhaft sein, wenn die Konsumentinnen und Konsumenten zunehmend Produkte schätzen, die umweltfreundlich produziert werden.

Auswirkungen auf den Betrieb von Emmi (inkl. Art der Betriebe und Standorte)

Bestimmte Produktionsanlagen wären mit höheren Durchschnittstemperaturen konfrontiert und müssten intensiver gekühlt werden, was zu höheren Energiekosten führen würde. Einige Betriebe von Emmi befinden sich in Risikogebieten für Waldbrände, womit Stromausfälle und Produktionsausfälle oder Unterbrechungen in der Lieferkette verbunden sein können. Einige Betriebe von Emmi befinden sich in Gebieten mit zunehmender Wasserknappheit, was zu Produktionsausfällen führen kann.

Andererseits können wärmere und feuchtere Winter in gewissen Regionen die Weidesaison verlängern, was die Milchproduktion steigern und die Fütterungskosten senken könnte (z. B. in der Schweiz). Eine Chance könnte sein, Produktionsanlagen von nur bedingt optimalen Standorten in Gebiete mit nachhaltigerer Wasserversorgung und adäquaten Wetterbedingungen zu verlagern. Dies könnte neue Beschaffungsmöglichkeiten und eine bessere Verfügbarkeit nachhaltiger Milch bieten.

Auswirkungen auf die Strategie von Emmi bei Akquisitionen oder Devestitionen

Emmi hat im Zusammenhang mit den bisherigen Fusionen und Akquisitionen keine ausserordentlichen klimarelevanten Themen oder Risiken identifiziert, sondern sie waren jeweils vergleichbar mit den bereits bekannten klimarelevanten Themen und Risiken der Emmi Gruppe. Emmi berücksichtigt bereits heute Klimabelange wie THG-Emissionen, Verpackung und Wasser im Rahmen der Due Diligence und leitet daraus geeignete Massnahmen für den jeweiligen Business Case und die Verringerung der Auswirkungen ab.

Auswirkungen auf den Zugang von Emmi zu Kapital

Emmi hat kein direktes Risiko identifiziert, dass durch Klimabelange der Zugang zu Kapital erschwert wird.

Resilienztest mittels Szenarioanalyse

Im Jahr 2022 sammelte Emmi umfangreiche Primär- und Sekundärdaten, um die Risiken nach ihrer Wahrscheinlichkeit und ihren Auswirkungen für zwei Szenarien und drei verschiedene Zeithorizonte (2027, 2030 und 2050) zu bewerten. Das erste Szenario basierte auf dem Pariser Abkommen, das zweite auf Kontinuität (Business as Usual). Das Ergebnis wurde in vier verschiedene Matrizen zusammengefasst (siehe Prozesszusammenfassung in der Grafik).

Prozess der Szenarioanalyse

Emmi hat die folgenden Risikokategorien gemäss den TCFD-Empfehlungen analysiert: rechtliche und regulatorische Risiken, Technologierisiken, Marktrisiken, Reputationsrisiken, akute physische und chronische physische Risiken. Diese Risikokategorien wurden auf der Grundlage der Risikoberichte von der Konkurrenz weiter untergliedert. Zusätzlich wurden die vom World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) ermittelten Risiken und Chancen berücksichtigt.

Implikationen der Ergebnisse der Szenarioanalyse für die Strategie von Emmi

Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil der Gruppenstrategie. Das Unternehmen adressiert konsequent sowohl Umweltrisiken als auch -chancen, einschliesslich der Erweiterung seines Produktportfolios um Milchalternativen.

Die Strategie umfasst die folgenden Elemente, die an sich wandelnde und zukünftige Risiken angepasst werden können.

Mögliche Auswirkungen der klimarelevanten Themen auf die finanzielle Leistungsfähigkeit und Positionierung von Emmi basierend auf den Ergebnissen der Szenarioanalyse

Als Teil des Risikomanagementprozesses nimmt die Emmi Gruppe für alle identifizierten Risiken eine quantitative Bewertung (Auswirkung auf das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern, EBIT) auf kurze und mittlere Sicht vor. 2024 wurden folgende Risiken identifiziert, die einen potenziellen Einfluss auf den EBIT von Emmi von mehr als CHF 10 Millionen, aber weniger als CHF 20 Millionen haben:

Auf der Grundlage der Szenarioanalyse ermittelte Abhilfemassnahmen

Für die obengenannten identifizierten und als substanziell bewerteten Risiken wurden risikomindernde Massnahmen definiert:

Um angesichts des Klimawandels proaktiv und anpassungsfähig zu sein, nutzt Emmi ihre finanziellen Ressourcen als Instrument, um neue klimabezogene Risiken und Chancen anzugehen. Nachhaltigkeit ist für Emmi nicht nur ein operatives Thema, sondern beeinflusst auch die Finanzstrategie und die Entscheidungen über die Kapitalallokation. Dazu gehört die Investition in grüne Technologien, wie erneuerbare Energien, energieeffiziente Anlagen und nachhaltige Lieferkettenpraktiken. Emmi ist sich bewusst, dass eine gewisse finanzielle Widerstandsfähigkeit erforderlich ist, um die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels zu bewältigen. Aus diesem Grund erachtet Emmi ausreichende Kapitalreserven, den Zugang zu verschiedenen Finanzierungsquellen und die Möglichkeit, die Kapitalstruktur bei Bedarf anzupassen, als entscheidend.

Spezifische Abhilfemassnahmen für einzelne als substanziell bewertete Risiken (mit einem potenziellen Einfluss auf den EBIT von mehr als CHF 10 Millionen, aber weniger als CHF 20 Millionen) sind:

Steigende Durchschnittstemperatur und Wasserknappheit

Um die Landwirte bei ihren Anpassungsstrategien zu unterstützen und die finanziellen Auswirkungen abzumildern, werden die gestiegenen Kosten auf die Verbraucher abgewälzt und umfassende Emissionsminderungsstrategien umgesetzt. Diese Massnahmen zielen darauf ab, die finanziellen Auswirkungen deutlich zu verringern und ein überschaubares Restrisiko im nächsten Jahrzehnt zu erreichen.

Kosten für die Besteuerung von Scope-3-THG-Emissionen

Emmi hat Projekte zur Messung und Reduktion von Scope-3-THG-Emissionen initiiert, die sich in erster Linie auf den Milchsektor und die THG-Emissionen auf der Ebene der landwirtschaftlichen Betriebe in der Schweiz konzentrieren. Die Erkenntnisse sollen international genutzt werden. Zu den Strategien gehören effiziente, standortgerechte Fütterung sowie die Einführung von Futtermittelzusatzstoffen. Trotz dieser Bemühungen wird ein finanzielles Restrisiko prognostiziert, was die anhaltende Notwendigkeit fortlaufender strategischer Anpassungen angesichts regulatorischer Änderungen unterstreicht.

Verlust der biologischen Vielfalt

Emmi prüft die Einführung einer No-Deforestation-Erklärung und die Unterstützung biodiversitätsfreundlicher landwirtschaftlicher Praktiken bei ihren Lieferanten. Diese Massnahmen zielen darauf ab, die Auswirkungen auf die Biodiversität zu reduzieren und den Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten und der Regulierungsbehörden gerecht zu werden. Trotz dieser Bemühungen bleibt das Restrisiko beträchtlich, was auf die Notwendigkeit laufender Management- und Anpassungsstrategien hinweist.

Verbraucher-Megatrends hin zu umweltfreundlicher Lebensmittelproduktion und nachhaltiger Ernährung

Emmi diversifiziert ihre Produktpalette mit Milchalternativen, um den Bedürfnissen der Konsumentinnen und Konsumenten gerecht zu werden. Zudem konzentriert sich Emmi darauf, die bestehenden Milchproduktionsprozesse durch Effizienzsteigerungen noch nachhaltiger zu gestalten und den THG-Fussabdruck der Molkereibetriebe zu reduzieren.

Spezifische Abhilfemassnahmen für einzelne weitere Risiken (mit einem potenziellen Einfluss auf den EBIT von weniger als CHF 10 Millionen) sind:

Auswirkungen extremer Wetterereignisse auf die Lieferkette

Emmi konzentriert sich darauf, die Robustheit ihrer Lieferkette durch strategische Beschaffung, Diversifizierung der Lieferanten und globale Krisenmanagementschulungen zu verbessern. Trotz dieser Anstrengungen bleibt das Restrisiko mit einer erwarteten Reduktion der Auswirkungen von nur 10 % erheblich. Dies verdeutlicht die anhaltende Anfälligkeit der Emmi Betriebe gegenüber Wetterextremen und unterstreicht die Notwendigkeit von umfassenden Anpassungsstrategien.

Kosten für Steuern Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen

Emmi hat einen umfassenden Plan zur Reduktion der Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen initiiert. Dazu gehören die Erhöhung der Eigenproduktion erneuerbarer Energie, die Einführung neuer kohlenstoffarmer Technologien wie Wärmepumpen und der Kauf von Öko- und Biogaszertifikaten. Diese Strategien verfolgen auf dem Weg zu einer Netto-Null-Emission bis 2050 das wissenschaftsbasierte und von der Science Based Targets initiative (SBTi) validierte Reduktionszwischenziel, die THG-Emissionen bis 2027 im Vergleich zu 2014 (Basisjahr) um 60 % zu senken. Das finanzielle Engagement von Emmi für diese Minderungsbemühungen ist beträchtlich. Obwohl diese Investitionen die potenziellen steuerlichen Auswirkungen verringern sollen, erwartet Emmi, dass im nächsten Jahrzehnt ein Restrisiko verbleibt.

Verpackungen (Kunststoff): Kostenanstieg aufgrund von Vorschriften, Konsumentenakzeptanz, Verfügbarkeit

Emmi prüft aktuell alternative Verpackungskonzepte, will auf rezyklierte Materialien umstellen und strebt eine verstärkte Kreislaufwirtschaft an. Diese Schritte dürften für Emmi mit erheblichen Kosten verbunden sein, sind aber entscheidend, um die neuen Vorschriften einzuhalten und die Akzeptanz der Konsumentinnen und Konsumenten sicherzustellen. Ein Teil dieser zusätzlichen Kosten könnte an Kunden sowie Konsumentinnen und Konsumenten weitergegeben werden. Trotz dieser Anstrengungen bleiben Restrisiken bestehen, da sich das regulatorische Umfeld und die Erwartungen der Konsumentinnen und Konsumenten laufend ändern.

Integration von klimabezogenen Auswirkungen, Chancen und Risiken in den strategischen und finanziellen Planungsprozess von Emmi

Klimabelange werden standardmässig in der Finanzplanung als Teil des rollierenden Prognoseprozesses der Gruppe berücksichtigt. Dabei handelt es sich um einen Bottom-up-Prozess, der vom Group Controlling koordiniert, hinterfragt, konsolidiert und auf Ebene der Rechtseinheiten durchgeführt wird.

Die Konzernstrategie ist darauf ausgerichtet, langfristig Werte zu schaffen. Ein Kernelement ist die Nachhaltigkeit (inkl. Klimabelangen).

Um die Reduktion der THG-Emissionen zu überwachen, hat Emmi 2023 eine interne Projektpipeline (Sustainability Action File) zusammengestellt, die auf Konzernebene geführt und von den zuständigen Rechtseinheiten aktualisiert wird. Die Pipeline listet alle möglichen neuen und laufenden Projekte zur Reduktion der THG-Emissionen auf und zeigt gleichzeitig die historischen THG-Emissionen. Emmi erachtet es als wesentlich, den Zielerreichungsgrad in Bezug auf die Reduktionen sowie die finanziellen Auswirkungen dieser Projekte (sowohl in Bezug auf Kosten als auch auf Erträge) zu messen. Die Pipeline dient als Prognoseinstrument für mögliche THG-Einsparungen in der Zukunft.

Die Konzernleitung prüft Markt- und Produktinnovationen kontinuierlich in einer formellen Sitzung («Growth Council»). Neue Produktionsverfahren werden ebenfalls geprüft, um sicherzustellen, dass neue Technologien frühzeitig erkannt und bei Bedarf übernommen werden.

Investitionen in ein diversifiziertes Verpackungsportfolio sind unerlässlich, um je nach Verbraucherakzeptanz und Verpackungsvorschriften verschiedene Optionen zur Verfügung zu haben.

Im Hinblick auf das Risiko höherer Temperaturen und Wasserknappheit ist es wichtig, die Rezepturen widerstandsfähiger zu machen, z. B. durch den Wechsel von einer Zutat zu einer anderen. Dies wird durch ein Gatekeeping-Verfahren sichergestellt, bei dem eine angemessene Beteiligung von F&E, Betrieb und Beschaffung gewährleistet ist.

Um die Risiken, die mit der Verwendung von Kunststoffverpackungen verbunden sind, hat sich Emmi verpflichtet, auf recycelbare und rezyklierte Verpackungsmaterialien umzustellen. Dabei wird derselbe Prozess wie oben beschrieben angewendet.

Der Kapitalmanagementprozess bei Emmi regelt die Genehmigung aller Investitionen. Im Bewilligungsdokument bestehen spezifische Abschnitte, welche die Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit (inkl. Klimawandel) detailliert aufzeigen. Daher werden bei der Beurteilung solcher Investitionen klimabezogene Risiken berücksichtigt. Abhängig von diesen Beurteilungen müssen bestimmte Abhilfemassnahmen in den Investitionsantrag aufgenommen werden.

In Bezug auf das Risiko des Biodiversitätsverlusts müssen Emmi und die nachgelagerten Partner in der Wertschöpfungskette in Biodiversitätsaktivitäten auf dem Betrieb oder in die Forschung für eine nachhaltigere Milchproduktion investieren.

Alle Klimabelange werden im Rahmen des Kapitalantragsprozesses formell detailliert aufgeführt. Bei allen M&A-Aktivitäten ist eine formale ESG- und Nachhaltigkeitsprüfung Teil des Prozesses.

Übergreifende Vision von Emmi in Bezug auf Klimabelange

Emmi verpflichtet sich, die THG-Emissionen direkt und entlang ihrer Wertschöpfungskette zu reduzieren. Dies gilt insbesondere für die Milchviehhaltung, die Produktion anderer landwirtschaftlicher Rohstoffe, den Handel, die Konsumentinnen und Konsumenten, die Abfallentsorgung und alle Transporte zwischen den verschiedenen Einheiten ihrer Wertschöpfungskette. Die relevantesten Treibhausgase in dem Zusammenhang sind Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) und Lachgas (N2O). Emmi bezieht aber alle treibhausgasrelevanten Stoffe in die Berechnungen ein, z. B. auch Kühlmittel.

Emmi will ihre direkten THG-Emissionen bis 2027 um 60 % (Scope 1 und 2) im Vergleich zu 2014 reduzieren (in Übereinstimmung mit dem wissenschaftsbasierten und von der Science Based Targets initiative (SBTi) validierten Reduktionszwischenziel)). Um dies zu erreichen, setzt Emmi weiterhin auf Energieanalysen und Reduktionsmassnahmen. Den verbleibenden Energiebedarf will Emmi vermehrt mit alternativen Energieträgern decken.

Emmi weitet ihre Verpflichtung auf die gesamte Wertschöpfungskette aus (Scope 3) und setzt sich auch hier wissenschaftsbasierte Ziele (SBTi). Gemeinsam mit den Milchproduzenten will Emmi den THG-Ausstoss um 25 % pro kg Milch reduzieren (bis 2027 im Vergleich zu 2019).

Emmi will von 2017 bis 2027 den Abfall (Emmi Gruppe) und die Lebensmittelabfälle (Division Schweiz) in den eigenen Betrieben um die Hälfte reduzieren. Spätestens 2027 soll der verbleibende Abfall nicht mehr deponiert werden dürfen. Emmi will die Verpackungen ihrer Produkte bis 2027 zu 100 % recycelbar machen, mindestens 30 % rezyklierte Materialien verwenden und Einwegplastik vermeiden.

Beim Thema Wasser konzentriert Emmi ihre Anstrengungen auf aride Risikogebiete, wo sie sich verpflichtet, den Süsswasserverbrauch (Entnahme) durch ihre Betriebe bis 2027 um 50 % zu reduzieren (im Vergleich zum Verbrauch 2019). In allen anderen Ländern strebt Emmi eine Reduktion von 15 % an (im Vergleich zu 2019).

Zusammengefasst will Emmi ihre negativen Auswirkungen reduzieren und ihre positiven Auswirkungen stärken und ausbauen. Emmi strebt eine Kreislaufwirtschaft an und will insgesamt ein Vorbild in Sachen Nachhaltigkeit sein.

Der Übergangsplan von Emmi für Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen

Die wichtigsten Elemente des Übergangsplans von Emmi lauten wie folgt:

Zur Verbesserung der Energieeffizienz setzt Emmi z. B. auf den Einsatz modernster Pumpen, Motoren und Verfahren zur Wärmerückgewinnung. Bei der Versorgung mit Prozesswärme hält Emmi an ihrem Entscheid fest, nicht mehr in Anlagen auf Basis fossiler Brennstoffe zu investieren.

Der Ersatz fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Alternativen und die Optimierung von Prozessen sind weitere Hebel zur Reduktion der direkten THG-Emissionen von Emmi. Fernwärme, Solarenergie (insbesondere auf den Dächern der eigenen Produktionsbetriebe), Wärmepumpen (Betrieb mit Ökostrom) und Holz haben sich als alternative Energiequellen bewährt.

Emmi fördert die Eigenproduktion von erneuerbarem Strom und erneuerbarer Wärme. Bis 2025 will das Unternehmen weltweit mindestens 4 % des gesamten Stromverbrauchs mit eigenem Solarstrom decken.

Emmi bezieht für die Stromversorgung erneuerbare Energie in Form von Grünstromzertifikaten. In der Schweiz und in Europa setzt das Unternehmen, wenn immer möglich, auf Wasserkraft. In Brasilien und Chile nutzt es Windkraft aus Brasilien, in Mexiko Wasserkraft aus Guatemala und in den USA einheimische Wasserkraft. Am Standort in Tunesien wird aufgrund mangelnder Versorgungssicherheit heute fast der gesamte Strom mit Gasturbinen selbst erzeugt. In Tunesien gibt es keine Biogas- oder Solartechnik, sodass es derzeit keine emissionsärmeren Alternativen gibt.

Ein Anschluss an ein Fernwärmenetz kommt für Emmi nur in Frage, wenn die Wärme aus erneuerbaren Energien oder aus Abwärme gewonnen wird.

Übergangsplan von Emmi für Scope-3-THG-Emissionen

Derzeit entfallen 80 % der Scope-3-THG-Emissionen von Emmi auf die eingekaufte Milch. Die THG-Emissionen sind stark von der lokalen Situation und dem Produktionssystem abhängig. Die Spanne reicht von sehr niedrigen Werten in graslandbasierten Systemen wie in der Schweiz bis hin zu höheren Werten in Systemen mit geringerer Produktion, wie in Chile oder in einigen Betrieben in Brasilien. Bevor ein richtiger Übergangsplan definiert werden kann, konzentriert sich Emmi deshalb auf die Messung einer Baseline (Fussabdruck) für alle relevanten Regionen bezüglich Milchmenge und THG-Emissionen (Schweiz, Chile, Brasilien). Gleichzeitig engagiert sich Emmi in Pilotprojekten (z. B. KlimaStaR in der Schweiz), um Reduktionsmassnahmen zu erlernen und zu erproben und die Projekte dann schrittweise international auszuweiten. In diesem Zusammenhang hat es sich für Emmi als entscheidend erwiesen, mit anderen Akteuren entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammenzuarbeiten (z. B. Klimatisch, KlimaStaR.)

KlimaStaR Milch

Branchenplattform «Klimatisch»

Nachhaltige Milchwirtschaft

Der natürliche biologische Kohlenstoffkreislauf

Als Teil eines biologischen Kreislaufs sind Kühe äusserst effizient darin, Gras in wertvolle Proteine und nährstoffreiche Lebensmittel zu verwandeln, die der Mensch verdauen kann.

Das Methan, das die Kühe nach der Verdauung in die Luft abgeben, wird innerhalb von zehn Jahren zu CO2 und Wasser (H2O) abgebaut. Die Pflanzen auf der Wiese nehmen beides bei der Photosynthese wieder auf und geben Sauerstoff (O2) ab. Die Kühe wiederum nehmen beim Fressen Kohlenstoff aus dem Grünfutter auf.

3.5.3 Risikomanagement

Die Emmi Gruppe hat einen Prozess zum Management ihrer Risiken etabliert, der vom Verwaltungsrat genehmigt wurde. Die Risikomanagement-Richtlinie definiert den strukturierten Prozess zur systematischen Identifikation, Analyse und Bewertung relevanter Risiken (einschliesslich klimabezogener Risiken). Die Risiken werden hinsichtlich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und ihres Ausmasses bewertet. Der Risikomanagementprozess integriert Bottom-up- (von lokalen Teams, Experten, Unternehmen, Ländern) und Top-down-Perspektiven (von Verwaltungsrat, Konzernleitung). Kurzfristige Zeithorizonte (3 Jahre) und langfristige Zeithorizonte (10 Jahre) werden berücksichtigt und spiegeln sich in den drei Divisionen (Schweiz, Europa und Americas) wider.

Im Rahmen dieses Prozesses werden die identifizierten klimabezogenen Chancen und Risiken, einschliesslich der aktuellen und zukünftigen regulatorischen Anforderungen in Bezug auf den Klimawandel, jedes Jahr von der Konzernleitung diskutiert und nach ihrer potenziellen Grösse und ihrem Umfang klassifiziert. Die Ergebnisse dieser Analyse der Konzernleitung werden anschliessend dem Verwaltungsrat vorgelegt und von diesem genehmigt. Bedeutende Chancen und Risiken werden laufend überwacht und bei Bedarf in den monatlichen Sitzungen der Konzernleitung und in den Sitzungen des Verwaltungsrats besprochen.

Der Risikomanagementprozess wird durch den Head Internal Audit koordiniert. Dabei werden die kurz- und langfristigen Risiken durch die Konzernleitung identifiziert, analysiert und bewertet. Die CEO bestimmt gemeinsam mit der Konzernleitung die Risikoeigner und definiert Massnahmen zur Mitigation der Risiken. Die Risikobewältigung wird aktiv mit den betroffenen Managementteams der Konzerngesellschaften oder Konzernbereichen durchgeführt.

Der Klimawandel hat aktuell keine Auswirkungen auf die kurzfristigen Risiken von Emmi. Dennoch werden diese im kurzfristigen Zeithorizont berücksichtigt, sobald sich dies ändern sollte. Bei den langfristigen Risiken (denen bisher alle klimabezogenen Risiken zugeordnet sind) werden diese als Geschäftsrisiken in die strategische Langzeitplanung einbezogen.

Der Risikomanagementprozess wird von der internen Revision geleitet und geführt. Die Konzernleitung und die Konzernfunktionen (Controlling, Corporate Development, Legal, Sustainability) tragen über Workshops und qualitative Interviews zur Risikobewertung bei.

Risikomanagement und interne Kontrollen

3.5.4 Metriken, Ziele und Massnahmen

Chancen und Risiken angehen

Die folgenden Kennzahlen werden von Emmi verwendet, um klimabezogene Risiken und Chancen im Einklang mit der Strategie und dem Risikomanagementprozess zu bewerten und zu überwachen.

Wasser 1)

 

2024 a)

2023

2022 b)

Basisjahr 2019 b)

Total Wasserverbrauch

m 3

7’256’868

7’182’686

7’229’862

5’883’917

Wasserverbrauch in Risikogebieten 2)

m 3

1’113’991

1’052’611

1’094’183

944’399

Wasserintensität in Risikogebieten 2)

m 3 /t Produkt 3)

5.23

4.67

4.12

4.17

Wasserverbrauch in Nicht-Risikogebieten

m 3

6’142’877

6’130’074

6’135’679

4’939’518

Wasserintensität in Nicht-Risikogebieten

m 3 /t Produkt 3)

5.38

5.52

5.70

5.32

 

 

 

 

 

 

Energie und THG-Emissionen

 

2024 a)

2023

2022 b)

Basisjahr 2014 b)

Total Energieverbrauch

MWh

892’796

859’313 4)

845’086

565’560

Total Energieintensität

m 3 /t Produkt 3)

0.66

0.64

0.63

n/a

Total Elektrizitätsverbrauch

MWh

281’108

261’243 4)

264’231

188’189

Anteil Elektrizität erneuerbare Quellen

%

88 %

87 %

85 %

0 %

Total CO 2 e-Emissionen Scope 1

tCO 2 e

104’320

96’409 4)

100’814

88’228

Total CO 2 e-Emissionen Scope 2 (marktbasiert)

tCO 2 e

1’875 5)

3’145 4)

1’231

52’653

Total CO 2 e-Emissionen Scope 2 (standortbasiert)

tCO 2 e

52’376

48’345 4)

47’553

52’653

Total CO 2 e-Emissionen Scope 3

tCO 2 e

5’460’672

5’495’574 4)

5’358’794

5’224’399 7)

Total CO 2 e-Emissionen pro TCHF Umsatz

 

1.33

1.39 6)

1.34 6)

n/a

Total CO 2 e-Emissionen pro t Milchmenge

 

2.68

2.79 1)

2.64

n/a

a) Inklusive Emmi Dessert USA, Scope-3-Daten exklusive Emmi Dessert USA.

b) Inklusive Gläserne Molkerei (2023 veräussert).

1) Wasser bezogen von der jeweiligen staatlichen Wasserversorgung oder aus eigenen Brunnen.

2) Wassergefährdete Gebiete mit hohem Wasserstress: Mahdia (TN), Turlock (US), Petaluma (US), Sebastopol (US), Mexiko-Stadt (MX) und Calera de Tango (CL).

3) Produkt = verkaufsfähige Ware.

4) Neudarstellung aufgrund neuer Datengrundlage.

5) Rückgang aufgrund Verschiebung der Energiequelle in Tunesien (höhere Eigenproduktion von Elektrizität).

6) Neudarstellung aufgrund neuer Datengrundlage (rückwirkende Anpassung der Umsatzzahl an den jeweiligen Konsolidierungskreis der Emissionsdaten).

7) Basisjahr 2019.

Geprüft durch KPMG.

Methodik der nichtfinanziellen Kennzahlen 2024

Emmi verwendet in der Schweiz einen internen Kohlenstoffpreis von CHF 120 pro t CO2e. Dieser wird der Einfachheit halber für andere Länder verwendet, wenn es darum geht, Projekte hinsichtlich ihrer THG-Emissionen zu bewerten (SAF-Liste). Dieser Wert basiert auf dem CO2-Preis in der Schweiz (Abgabe), den jede Konsumentin bzw. jeder Konsument von fossilen Brennstoffen zu entrichten hat. Der interne CO2-Referenzpreis verkörpert die Referenzkosten für die Einsparung einer t CO2e. Für jedes Projekt wird ein Kostenverhältnis (Kosten pro eingesparte t CO2e) berechnet. Dieses dient als Entscheidungsgrundlage für Investitionen in Massnahmen zur Energie- oder THG-Reduktion.

Emmi erhebt und berechnet Daten, um mehr Transparenz über die Landnutzung zu erhalten. Diese Daten werden mit den genehmigten SBTi-FLAG-Zielen verfügbar sein (vgl. Kapitel «Ausblick»). Kennzahlen zum Abfallmanagement werden als nicht relevant für die Behandlung von Chancen und Risiken erachtet, da sie weniger als 1 % des THG-Fussabdrucks ausmachen.

Die Vergütungspolitik von Emmi hat heute in der Regel keinen Bezug zu klimarelevanten Themen. Ausnahmen gibt es auf begrenzter persönlicher Ebene für die Mitglieder des Group Sustainability Teams, des Group Supply Chain Teams sowie für einige Managing Directors und Executive Vice Presidents, für die jährliche Ziele in Bezug auf Nachhaltigkeit oder klimarelevante Themen festgelegt werden.

Emissionen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Direkte THG-Emissionen (Scope 1)

 

2024 a)

2023 1)

2022 b)

Basisjahr 2014 b)

Brennstoffe

tCO 2 e

76’080

75’098

82’177

77’609

Kältemittel

tCO 2 e

15’440 2)

8’327

5’868

2’219

Transport/Treibstoffe

tCO 2 e

12’800

12’984

12’769

8’400

Total

tCO 2 e

104’320

96’409

100’814

88’228

 

 

 

 

 

 

Indirekte energiebedingte THG-Emissionen (Scope 2)

 

2024 a)

2023

2022 b)

Basisjahr 2014 b)

Marktbasiert

 

 

 

 

 

Elektrizität (marktbasiert)

tCO 2 e

1’523 3)

2’819

928

 

Andere (Fernwärme)

tCO 2 e

352

326 1)

303

 

Total

tCO 2 e

1’875 3)

3’145 1)

1’231

 

Standortbasiert

 

 

 

 

 

Elektrizität (standortbasiert)

tCO 2 e

52’024

48’019

47’250

52’468

Andere (Fernwärme)

tCO 2 e

352

326 1)

303

185

Total

tCO 2 e

52’376

48’345 1)

47’553

52’653

 

 

 

 

 

 

Sonstige indirekte THG-Emissionen (Scope 3)

 

2024 a)

2023

2022 b)

Basisjahr 2019 b)

Eingekaufte Güter und Dienstleistungen (Kategorie 1)

tCO 2 e

4’756’405

4’785’540 1)

4’642’129

4’579’847

davon: Milch und zugekaufte Milchprodukte

tCO 2 e

4’544’218

4’592’785 1)

4’436’233

4’460’971

Verarbeitung verkaufter Produkte (Kategorie 10)

tCO 2 e

274’423

274’423

274’423

274’423

Andere 4)

tCO 2 e

429’844

435’611

442’242

370’129

Total

tCO 2 e

5’460’672

5’495’574 1)

5’358’794

5’224’399

 

 

 

 

 

 

Intensität der THG-Emissionen (Scope 1, 2 und 3) 5)

 

2024 a)

2023

2022 b)

 

Umsatzintensität

tCO 2 e pro TCHF Umsatz

1.33

1.39 6)

1.34 6)

 

Zugrundeliegender Umsatz

TCHF

4’192’835

4’035’497

4’077’276

 

Milchintensität

tCO 2 e pro t Milchmenge

2.68

2.79 1)

2.64

 

Zugrundeliegende Milchmenge

t

2’077’295

2’007’363 1)

2’064’535

 

 

 

 

 

 

 

Senkung der THG-Emissionen (Scope 1 und 2) nach Divisionen

 

2024

2023

2022 b)

Basisjahr 2014 b)

Division Schweiz

tCO 2 e

31’968

34’402

34’138 1)

58’111

Division Europa

tCO 2 e

9’981

10’306

11’869 1)

23’805

Division Americas

tCO 2 e

64’247 a) 2)

54’845

56’037 1)

58’780

Total

tCO 2 e

106’196 a) 2)

99’553

102’044

140’696

a) Scope 1 und 2 Daten inklusive Emmi Dessert USA, Scope-3-Daten exklusive Emmi Dessert USA.

b) Inklusive Gläserne Molkerei (2023 veräussert).

1) Neudarstellung aufgrund neuer Datengrundlage.

2) Anstieg aufgrund Kühlmittelverlusten in Chile.

3) Rückgang aufgrund Verschiebung der Energiequelle in Tunesien (höhere Eigenproduktion von Elektrizität).

4) Die Scope-3-Emissionen der Kategorien 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 12 sowie 13 betragen jeweils weniger als 5 % und werden gemeinsam ausgewiesen. Die Kategorien 14 und 15 sind nicht relevant für Emmi und daher nicht inkludiert. Die Relevanz für Kategorie 11 wird geprüft.

5) In die Berechnung einbezogene Gase: CO2, CH4, N2O, FKW, PFKW, SF6 und NF3.

6) Neudarstellung aufgrund neuer Datengrundlage (rückwirkende Anpassung der Umsatzzahl an den jeweiligen Konsolidierungskreis der Emissionsdaten).

Geprüft durch KPMG.

Methodik der nichtfinanziellen Kennzahlen 2024

Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet Emmi einen Anstieg der Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen um 7 %.

Im Berichtsjahr stiegen die Scope-1-THG-Emissionen um rund 7’900 Tonnen CO2e, was einem Anstieg von 8 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die Integration der Tochtergesellschaft Emmi Dessert USA in die Datenerhebung, die mit etwa 4’000 Tonnen CO2e zu Buche schlägt. Zudem tragen erhöhte Kältemittelverluste – insbesondere in einer Produktionsstätte in Chile – wesentlich zu den höheren Emissionswerten bei. Um dem Verlust von Kältemitteln entgegenzuwirken, sollen Sofortmassnahmen in den entsprechenden Produktionsstätten eingeleitet sowie ein Austausch von klimawirksamen Kältemitteln geprüft werden.

Der Umstieg von nicht erneuerbarer Primärenergie auf erneuerbare Biomasse in der Division Americas (in Chile) führt im aktuellen Jahr zu einer Reduktion von rund 3’800 Tonnen CO2e. Weitere Reduktionen konnten durch Energieeffizienzmassnahmen in Bettinehoeve (Niederlande) erzielt werden, indem die von der Wärmepumpe stammende Wärme zum Vorheizen der Luft in einem der beiden Milchpulvertrockentürme verwendet wird. In Mahdia (Tunesien) wird zudem Heisswasser aus der Kraft-Wärme-Kopplung zurückgewonnen, um es als Wärmequelle in der Frischprodukteanlage zu nutzen.

Im Berichtsjahr konnten die Scope-2-THG-Emissionen von 3’145 auf 1’876 Tonnen CO₂e gesenkt werden, was einer Reduktion um rund 40 % entspricht. Dieser Rückgang ist hauptsächlich auf Massnahmen in der Division Americas, insbesondere am Standort Mahdia in Tunesien, zurückzuführen. Durch den verstärkten Einsatz einer Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (Gasturbine) konnte der Strombezug aus dem Netz reduziert werden. Dadurch erfolgte eine Reduktion und Verlagerung der Emissionen von Scope 2 auf Scope 1. Neben den oben genannten Faktoren bei der Entwicklung der absoluten Scope-1- und Scope-2-THG-Emissionen ist beim gegenwärtigen Anstieg der Intensität der THG-Emissionen der überproportionale Rückgang der Produktion und damit der Milchmenge im Verhältnis zur eingesparten Energie zu berücksichtigen. Darüber hinaus steigt der Energieverbrauch tendenziell durch eine stärkere Automatisierung und in einigen Fällen durch einen höheren Verarbeitungsgrad. Schritte wie Aufkonzentration, Filtration und Trocknung von Molke erfordern einen deutlich höheren Energieverbrauch bei geringerer Ausbringungsmenge. Mit laufend umgesetzten Effizienzmassnahmen kann diesem Trend entgegengewirkt werden.

Emmi konnte per 2024 die direkten THG-Emissionen gegenüber dem Basisjahr (2014) um 25 % reduzieren (Ziel bis 2027: 60 %). Ohne Emmi Dessert USA (Akquisitionseffekt) würde die Reduktion ggü. dem Basisjahr 27 % betragen.

Energie 1)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eingekaufte Primärenergie nach Energiequellen

 

2024 a)

2023

2022 b)

 

Heizöl

MWh

11’746

16’687

13’607

 

Erdgas 2)

MWh

352’071

327’444 3)

358’753

 

Biogas 2)

MWh

21’311

16’191

19’707

 

Diesel

MWh

10’335 4)

4’703

7’057

 

Holz

MWh

172’186

191’943

157’628

 

Fernwärme

MWh

59’199

57’153

56’133

 

Übrige 5)

MWh

26’214

18’315 3)

15’356

 

Total

MWh

653’062

632’436 3)

628’241

 

 

 

 

 

 

 

Anteil eingekaufte Primär- energie nach Energiequellen

 

2024 a)

2023

2022 b)

 

Heizöl

 

1.8 %

2.6 %

2.2 %

 

Erdgas 2)

 

53.9 %

51.8 %

57.1 %

 

Biogas 2)

 

3.3 %

2.6 %

3.1 %

 

Diesel

 

1.6 %

0.7 %

1.1 %

 

Holz

 

26.4 %

30.3 %

25.1 %

 

Fernwärme

 

9.1 %

9.0 %

8.9 %

 

Übrige 5)

 

4.0 %

2.9 %

2.4 %

 

 

 

 

 

 

 

Energieverbrauch innerhalb der Organisation

 

2024 a)

2023

2022 b)

Basisjahr 2014 b)

Stromverbrauch (inkl. Kühlenergieverbrauch)

MWh

281’108

261’243

264’231

188’189

Dampfverbrauch (eingekauft, inkl. Wärmeenergieverbrauch)

MWh

59’199

57’153

56’133

17’532

 

 

 

 

 

 

Gesamtenergieverbrauch innerhalb der Organisation

 

2024 a)

2023

2022 b)

Basisjahr 2014 b)

Total

MWh

892’796

859’313 3)

845’086

565’560

 

 

 

 

 

 

Zum Verbrauch verkaufter Strom

 

2024 a)

2023

2022 b)

 

Verkaufter Strom

MWh

6’372

3’914

6’372

 

Total

MWh

6’372

3’914

6’372

 

 

 

 

 

 

 

Treibstoffverbrauch Fahrzeuge

 

2024 a)

2023

2022 b)

 

Benzin

l

676’905

669’824 3)

523’900

 

Diesel

l

4’286’153

4’362’505 3)

4’409’616

 

Wasserstoff

t

11.06

11.17

13.42

 

 

 

 

 

 

 

Brennstoffverbrauch aus erneuerbaren Quellen

 

2024 a)

2023

2022 b)

 

Biogas

MWh

21’311

16’191

19’707

 

Holz

MWh

172’186

191’943

157’628

 

Fernwärme

MWh

59’199

57’153

56’133

 

Andere

MWh

26’154

6’795

227

 

Total

MWh

278’850

272’082

233’695

 

 

 

 

 

 

 

Brennstoffverbrauch aus nicht erneuerbaren Quellen

 

2024 a)

2023

2022 b)

 

Heizgas

MWh

352’071

327’444

358’753

 

Heizöl

MWh

11’746

16’687

13’607

 

Diesel (Generatoren)

MWh

10’335 4)

4’703

7’057

 

Andere

MWh

59 6)

11’521

15’129

 

Total

MWh

374’211

360’355

394’546

 

 

 

 

 

 

 

Energieintensität 7)

 

2024 a)

2023

2022 b)

 

Energieintensität (pro t Produkt 8) )

MWh/t

0.66

0.64

0.63

 

Produkt 8)

 

1’353’938

1’336’041

1’342’935

 

 

 

 

 

 

 

Elektrizitätsverbrauch nach Anteil erneuerbar und nicht erneuerbar

 

2024 a)

2023

2022 b)

Basisjahr 2014 b)

Anteil erneuerbar

MWh

247’408

227’821 3)

225’611

Anteil nicht erneuerbar

MWh

33’700

33’422

38’620

188’189

Total

MWh

281’108

261’243 3)

264’231

188’189

Anteil erneuerbar in %

 

88 %

87 %

85 %

0 %

Anteil nicht erneuerbar in %

 

12 %

13 %

15 %

100 %

 

 

 

 

 

 

Anteil eingekaufter erneuerbarer Strom

 

2024 a)

2023

2022 b)

 

Division Schweiz

 

100 %

100 %

100 %

 

Division Europa

 

100 %

100 %

100 %

 

Division Americas

 

98 %

93 %

98 %

 

 

 

 

 

 

 

Anteil Primärenergie und Elektrizität

 

2024 a)

2023

2022 b)

Basisjahr 2014 b)

Primärenergie

 

70 %

71 %

70 %

67 %

Elektrizität

 

30 %

29 %

30 %

33 %

a) Inklusive Emmi Dessert USA.

b) Inklusive Gläserne Molkerei (2023 veräussert).

1) Branchenübliche Darstellung in MWh.

2) Teilweise zur internen Stromproduktion verwendet.

3) Neudarstellung aufgrund neuer Datengrundlage.

4) Höhere Eigenproduktion mit Notstromgeneratoren aufgrund von örtlichen Stromausfällen.

5) Erneuerbare und nicht erneuerbare eingekaufte Primärenergie wie getrockneter Klärschlamm, Kohle und andere Biomasse.

6) Rückgang aufgrund Ausstieg aus der Kohlenutzung am Standort Loncoche (CL).

7) Die in den Intensitätsquotienten einbezogenen Energiearten sind elektrischer Strom, Heizung, Kühlung und Dampf. Der Quotient berücksichtigt den Energieverbrauch innerhalb der Organisation.

8) Produkt = verkaufsfähige Ware.

Methodik der nichtfinanziellen Kennzahlen 2024

Durch den Einsatz von erneuerbaren Energien an allen Standorten weltweit (exkl. Tunesien) hat Emmi in den letzten Jahren die Scope-2-THG-Emissionen reduziert. Die Emmi Betriebe in der Schweiz werden seit 2017 ausschliesslich mit europäischer Wasserkraft versorgt (-14’800 t CO2e pro Jahr). Im Jahr 2018 folgten alle Standorte in Europa (-17’000 t CO2e pro Jahr). Seit Anfang 2021 werden 70 % des für die Konzerngesellschaften in Nord- und Südamerika benötigten Stroms aus erneuerbaren Energien über Zertifikate bezogen. Seit 2022 ist dieser Wert auf 100 % gestiegen.

Die Eigenproduktion von Solarstrom macht 1.2 % (1.2 % im Vorjahr) des gesamten Stromverbrauchs aus (Ziel bis 2025: 4 %). Total wurden im 2024 3.1 % (2.8 % im Vorjahr) erneuerbarer Strom selbst produziert (Solar und Biogas/Gasturbine).

Überdurchschnittlicher CDP-Score

Seit 2017 lässt Emmi ihre Nachhaltigkeitsbemühungen durch das Carbon Disclosure Project (CDP) bewerten. Der Score hat sich im Laufe der Zeit verbessert und spiegelt wider, wie weit Emmi auf ihrem Weg der Nachhaltigkeit gekommen ist. Im Jahr 2021 hat Emmi zum ersten Mal die Note B erreicht (2019: B-). Im Jahr 2023 lag sie mit der Note B über dem Branchendurchschnitt von B-.

Climate Action Score von Emmi

Reduktion der Scope-3-THG-Emissionen in der Emmi Gruppe

Emmi hat sich zum Ziel gesetzt, die Emissionsintensität der eingekauften Milch (THG-Emissionen pro kg verarbeitete Milch) in der vorgelagerten Wertschöpfungskette bis 2027 um 25 % zu reduzieren (Scope 3 – basierend auf 2019).

Für das Jahr 2019 errechnete Emmi für die gesamte Gruppe einen Ausgangswert von 2.54 kg CO2e pro kg verarbeiteter Milch unter Verwendung allgemeiner Emissionsfaktoren aus der Datenbank (WFLDB 3.4). Dieser Wert stieg bis 2024 um 2 % auf 2.59 (Scope 3 gesamt) kg CO2e pro kg verarbeiteter Milch an (Ziel bis 2027: -25 %). Dieser Anstieg war das Ergebnis eines Zuwachses der Milchmengen in Ländern mit relativ hohen Emissionsfaktoren pro kg Milch, vorwiegend in Brasilien und Chile.

Die Emissionen in der Lieferkette (Scope 3) sind im Berichtsjahr um 4 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. Dies ist auf eine Datenkorrektur in der Division Americas (Chile) in der Milchmenge zurückzuführen.

Informationen über Massnahmen und Projekte finden sich im Kapitel «Nachhaltige Milchwirtschaft».

3.5.5 Ausblick

Für das kommende Jahr ist aufgrund von Akquisitionen sowie der Anforderungen der SBTi-FLAG-Regelung und der Deforestation-Kriterien eine Neuberechnung der «Baseline» und des Reduktionsziels gemäss SBTi (FLAG) geplant, da Emmi von einer Abweichung ihrer Emissionen von mehr als 5 % ausgeht. Es ist vorgesehen, dass dann neu die genauesten und aktuellsten Daten von 2023 als Basisjahr dienen sollen.

Im Rahmen der Strategieumsetzung will Emmi künftig den Fokus noch stärker auf die Reduktion der THG-Emissionen legen. Zu diesem Zweck sollen für alle wichtigen Produktionsstandorte der Emmi Gruppe spezifische Netto-Null-Roadmaps definiert werden. Bei den konkreten Massnahmen ist in Pitrufquen (Chile) eine Biomasseanlage zur weiteren Reduktion der Scope-1-THG-Emissionen geplant und in Dagmersellen (Schweiz) steht der Entscheid über den Bezug von Ökostrom bevor. Effizienzmassnahmen sind auch am Standort Etten-Leur (Niederlande) geplant. Die Prüfung von Wärmepumpen ist in Pamplona, Spanien, und den Werken in Italien geplant. Darüber hinaus sollen die eigenen PV-Kapazitäten zur Erzeugung von Ökostrom ausgebaut werden. In der Schweiz ist zudem eine schrittweise Umstellung der Fahrzeugflotte auf Elektrofahrzeuge geplant.