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3.3 Ernährung, Produktqualität und -sicherheit

Emmi übernimmt Verantwortung für diejenigen Gesundheits- und Qualitätsaspekte der von ihr produzierten Lebensmitteln, die vom Unternehmen hinsichtlich Ernährung, Produktqualität und -sicherheit beeinflusst und kontrolliert werden können. Konkret umfasst dies die Verarbeitung qualitativ hochwertiger Rohstoffe, die gezielte Vermeidung von Zusatzstoffen, die Reduktion von Zucker, den Umgang mit Allergenen und deren Deklarierung, sowie die Sicherstellung einer einwandfreien Produktqualität und -sicherheit während der Lagerhaltung und während des Herstellungs- und Transportprozesses.

3.3.1 Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft sowie Chancen und Risiken für Emmi

(Milch-)Produkte, für eine gesunde und ausgewogene Ernährung

Durch die Entwicklung und Bereitstellung hochwertiger Produkte trägt Emmi zur Förderung einer ausgewogenen und gesunden Ernährung in der Gesellschaft bei. Milch ist ein hochwertiges Lebensmittel, das eine Vielzahl von wertvollen Makro- und Mikronährstoffen (Fett, Eiweiss, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine) enthält, und dies in einer Form, die für den Menschen gut verwertbar ist. In 42 Ländern wird von Ernährungswissenschaftlern empfohlen, Milch zu einem täglichen Bestandteil der Ernährung zu machen, da u. a. Muskeln, Knochen und das Herz-Kreislauf-System davon profitieren (Max Rubner-Institut, 2014).

Emmi stellt auch Milchprodukte mit ernährungsphysiologischem Zusatznutzen her – wie beispielsweise laktosefreie Milchprodukte, probiotische Joghurts, natürliche Rezepturen ohne künstliche oder unnötige Zusätze oder Produkte mit hohem Eiweissgehalt und ohne zugesetzten Zucker. Produkte mit hohem Zuckergehalt können das Risiko für ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes, Fettleibigkeit und Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Emmi berücksichtigt zudem die wachsende Bedeutung der veganen Ernährung und deren ernährungsspezifischen und ökologischen Aspekte. Die von Emmi produzierten veganen Produkte ermöglichen eine Ernährungsvielfalt für diejenigen Konsumentengruppen, die aufgrund von Intoleranzen oder dem persönlichen Wunsch, keine tierischen Produkte zu konsumieren, auf den Verzehr von Milchprodukten verzichten und auf eine hochwertige Alternative setzen möchten.

Sichere und hochwertige Qualitätsprodukte zum Schutz der Konsumenten

Emmi positioniert sich als Herstellerin sicherer und hochwertiger Qualitätsprodukte. Das Unternehmen hält sich an die Prinzipien der guten Herstellpraxis, erfüllt strenge Qualitätsstandards und hält alle gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen ein. Qualitativ einwandfreie und sichere Produkte werden von den Konsumentinnen und Konsumenten erwartet und stärken ihr Vertrauen in Emmi als Lebensmittelproduzentin und als Marke. Dieses Vertrauen bildet die Grundlage für den langfristigen Erfolg des Unternehmens. Ebenfalls profitieren Konsumenten von hochwertigen Lebensmitteln, weil diese eine längere Haltbarkeit aufweisen und oft sogar über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus geniessbar sind. Sie leisten damit einen wichtigen Beitrag, Food Waste zu verhindern (vgl. Kapitel «Food Waste»).

Falls trotz aller Vorsichtsmassnahmen ein fehlerhaftes Produkt in den Verkauf kommt, das die Gesundheit oder Sicherheit der Konsumentinnen und Konsumenten gefährdet, kann ein Produktrückruf notwendig werden. Eine solche Massnahme kann mit bedeutenden finanziellen Risiken, negativen Folgen für die Reputation des Unternehmens sowie einem Vertrauensverlust seitens Konsumenten einhergehen. Daher setzt Emmi alles daran, solche Vorfälle durch ein umfassendes Lebensmittelsicherheits- und Qualitätsmanagement zu vermeiden. Dies beinhaltet vor allem einen pro-aktiven Verbesserungsprozess, bei welchem durch die Bewertung spezifischer Risiken zusätzliche, vorbeugende Massnahmen umgesetzt werden.

Hochwertige Produkte erfordern qualitativ hochwertige Rohstoffe, die unter anderem klima- und umweltfreundlich sowie unter Beachtung sozialer Kriterien angebaut bzw. hergestellt werden. Emmi fördert deshalb geeignete umweltfreundlichere Verpackungen und Produktionsmethoden. Zu letzteren zählen die Abfallreduktion, der sparsame Einsatz von Wasser und Energie sowie die Minimierung von THG-Emissionen.

3.3.2 Managementansatz und Ziele

Risikobasierte und kontinuierliche Verbesserung bei der Produktqualität und -sicherheit

Die Verantwortung für das globale Qualitätsmanagement und die Gewährleistung höchster Produktqualität und -sicherheit ist in einer zentralen Gruppenfunktion verankert. Diese gibt die strategische Ausrichtung vor und dient vor allem der Unterstützung der Länderorganisationen. Die Lebensmittelsicherheit bei Emmi basiert global auf dem HACCP-Konzept (Hazard Analysis Critical Control Points) – einer Methodik bestehend aus Gefahrenanalyse, Risikobewertung und Risikosteuerung bei der Lebensmittelherstellung sowie bei der Distribution und Logistik. Die Methodik wird für die Freigabe neuer Prozessanlagen und Verfahren angewendet und ist integraler Bestandteil des Qualitätsmanagementsystems von Emmi. Wichtige Elemente des HACCP-Konzepts bilden die sogenannten Präventivprogramme (PRP) wie beispielsweise die persönliche Hygiene, Reinigungssysteme, Vermeidung von Kreuzkontaminationen (insbesondere in Bezug auf Allergene) oder die Gestaltung des Produktionsumfelds. Die PRP bilden damit die wichtigste Grundlage für die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit. Wenn die Gefahrenanalyse und Risikobewertung an bestimmten Orten ein höheres Risiko anzeigen, werden zusätzliche Massnahmen ergriffen, um chemische, mikrobiologische und physikalische Gefahren zu kontrollieren.

Zertifizierung der Standorte gemäss Marktanforderungen

Bei der Zertifizierung ihrer Standorte orientiert sich Emmi unter anderem an den individuellen Marktanforderungen. So kommen unterschiedliche, von der GFSI («Global Food Safety Initiative») anerkannte Standards zur Anwendung. In den allermeisten Fällen sind dies der FSSC-22000-Standard («Food Safety System Certification»), der IFS-Standard («International Featured Standards») oder der BRCGS-Standard («Brand Reputation through Compliance Global Standards»). Nicht in allen Ländern werden GFSI-Standards gefordert: In Mexiko oder Tunesien beispielsweise sind die Qualitätsmanagementsysteme nach ISO-22000-Standard zertifiziert (inkl. HACCP-Konzept). In der brasilianischen Gesellschaft sind alle Pulverproduktionen nach FSSC 22000 zertifiziert. In den übrigen Produktionsbereichen wird ebenso ein umfangreiches Qualitätsmanagement-System angewendet, das jedoch nicht zertifiziert wird. In der Schweiz sind die grossen industriellen Produktionsstandorte FSSC 22000 und teilweise IFS zertifiziert. Drei sehr kleine, handwerkliche Produktionsstätten von Emmi – sogenannte Käse-Küchen – sind nicht GFSI zertifiziert, werden jedoch wie alle anderen Standorte regelmässigen internen Audits unterzogen. Von den insgesamt 74 Produktionsstätten der Emmi Gruppe sind somit acht Standorte nicht nach einem GFSI-Standard zertifiziert.

Höchstmass an Konsumentenschutz angestrebt

Emmis Standards für Lebensmittelsicherheit, Hygiene und Qualität in Bezug auf die Produktpalette und das Umfeld, in dem diese Produkte hergestellt werden, werden nach dem PDCA-Zyklus («Plan-Do-Check-Act») risikobasiert und kontinuierlich verbessert. Die Gefahrenanalyse im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit der eingesetzten Waren, Rohstoffe und Prozesse erfolgt unter Berücksichtigung der Normen des Codex Alimentarius. Ziel ist es, ein Höchstmass an öffentlicher Gesundheit und Konsumentenschutz zu gewährleisten.

«Food Safety Sprints» zur Beobachtung am Ort des Geschehens

Neben den gängigen Methoden zur Wirksamkeitsprüfung des Qualitätsmanagementsystems wie jährliche interne und externe Audits und die Erhebung von Kennzahlen setzt Emmi auf sogenannte «Food Safety Sprints». Diese nutzt Emmi, um Prozessabläufe und Materialien über einen längeren Zeitraum am Ort des Geschehens zu beobachten und so einen detaillierten Einblick in die Wirksamkeit der Massnahmen zu erhalten.

Mit allen genannten Massnahmen verfolgt Emmi das Ziel, eine einwandfreie Produktqualität sicherzustellen, Produktrückrufe auszuschliessen und Fehlerkosten zu minimieren.

Produktqualitätsindikatoren: Fehlerkosten und kritische Vorfälle

Emmi bewertet die Produktqualität anhand zahlreicher Indikatoren. Zu den wichtigsten Kennzahlen zählen Fehlerkosten und kritische Vorfälle im Markt wie Rücknahmen und Rückrufe. Zudem werden lokal zusätzlich externe Beanstandungen sowie interne Abweichungen untersucht. Zahlreiche interne Prozesskontrollen prüfen Rohstoffe, Halbfabrikate und Fertigwaren sowie Verpackungen. Mikrobiologische Kontrollen stellen sicher, dass das Produktionsumfeld optimale Bedingungen für die Lebensmittelherstellung bietet.

Zuckerreduktion im Blick

Seit vielen Jahren reduziert Emmi bei ihren Produkten schrittweise den Zuckergehalt, um mögliche Gesundheitsrisiken für die Konsumentinnen und Konsumenten zu reduzieren und sie sukzessive an die damit einhergehenden geschmacklichen Veränderungen heranzuführen. Neuprodukte werden bereits mit geringerem Zuckergehalt entwickelt. In ihrem Heimmarkt Schweiz hat sich Emmi freiwillig zur Umsetzung der «Erklärung von Mailand», die Teil der Schweizer Ernährungsstrategie zur Förderung einer ausgewogenen Ernährung ist, verpflichtet. Ziel ist es, den zugesetzten Kristallzucker in Joghurts, Quark und Milchmischgetränken um 10 % bis 2024 gegenüber 2019 zu reduzieren. Für die anderen Märkte, in denen Emmi aktiv ist, gelten die lokalen gesetzlichen Grundlagen und Marktbedingungen. Beispielsweise wird in UK für sog. HFSS-Produkte («High in Fat, Salt and Sugar») u. a. der Zuckergehalt gesetzlich vorgegeben (The Food (Promotion and Placement) (England) Regulations, 2021). Diese Vorgaben werden von unserer lokalen Tochtergesellschaft umgesetzt bzw. eingehalten.

Vegane Alternativen

Bei Produktinnovation und -weiterentwicklung orientiert sich Emmi an strategischen Wachstumsfeldern, die als Grundlage für innovative Produktentwicklungen dienen. Eines dieser Wachstumsfelder umfasst die vegane Ernährung bzw. vegane Produktalternativen. Bereits seit über 20 Jahren spielen bei Emmi vegane Milchersatzprodukte eine Rolle. Emmi stellt diese Produkte in der Schweiz, in Spanien, Österreich, Italien und in den USA her. Produktinnovationen werden bei Emmi auf ihre Nachhaltigkeitsauswirkung bewertet.

3.3.3 Entwicklungen im Berichtsjahr

Treffen aller Qualitätsverantwortlichen der Emmi Gruppe in der Schweiz

Als gruppenweite Initiative wurden die wichtigsten gemeinsamen Qualitätskennzahlen auf Werks- und Geschäftsebene zusammen mit der «Emmi Quality Community» erarbeitet. Die Kennzahlen wurden Ende des Jahres im Performance Management Framework der Group Supply Chain definiert und veröffentlicht. Darüber hinaus wurde erstmalig ein Treffen aller Qualitätsverantwortlichen der Emmi Gruppe in der Schweiz organisiert. Die Teilnehmenden haben vor Ort gemeinsam die Grundlagen zur Qualitäts- und Lebensmittelsicherheitskultur erarbeitet und definiert. Des Weiteren wurden diverse Praxisvorträge mit Erkenntnissen zu Qualitätsvorfällen gehalten und in mehreren kleinen Workshops wurden Themen rund um Lieferantenqualität und Verbesserungsprozesse diskutiert und gemeinsame Vorgehensweisen festgelegt.

Im Fokus der Schweiz: Weitere Verstärkung der Lebensmittelsicherheit

Die Käserei Studer wurde dieses Jahr ins Qualitätsmanagementsystem der Emmi Schweiz eingebunden. Im Rahmen von Food Safety Sprints wurden Schwachstellen identifiziert und die erkannten Lücken anhand eines Massnahmenplans geschlossen. Insbesondere wurden die Zonenaufteilung, die Hygieneanweisungen und die gute Herstellpraxis optimiert sowie Reinigungspläne und verschiedene Arbeitsanweisungen überarbeitet. In Ostermundigen und bei der Käsekonfektionierung in Emmen wurde die Produktsicherheit durch die Integration weiterer Röntgeninspektionssysteme zur Fremdkörpererkennung erhöht. Erweitert wurde ebenfalls das Pathogen Environmental Monitoring (PEM), um das Risiko umfeldbedingter Kontaminationen besser abzuschätzen. Durch an den Standorten individuell erarbeiteter Roadmaps wurde ausserdem die Lebensmittelsicherheitskultur weiter verstärkt und es wurden unterstützende Filme zu verschiedenen Themen im Bereich Lebensmittelsicherheit für die internen Kommunikationskanäle und Schulungen produziert.

Im Fokus in Europa: Lebensmittelsicherheit und Lieferantenmanagement

Die bei der Leeb Biomilch in Österreich bereits im 2023 durchgeführten Food Safety Sprints wurden im Berichtsjahr weitergeführt. Der lokale Massnahmenplan wurde konsequent abgearbeitet. Als zentrale Aufgabe wurde die Verstärkung der Lebensmittelsicherheitskultur definiert. Eine Umfrage im 2023 hatte den diesbezüglichen Handlungsbedarf in den Bereichen Feedback, Mitarbeitendeneinbindung und Kommunikation aufgezeigt. Das Team vor Ort hat im Berichtsjahr grosse Fortschritte erzielt, was beim jährlichen IFS-Audit besonders positiv vermerkt wurde.

In den Niederlanden wurde nach der Inbetriebnahme der neuen Produktion für Ziegenmilchpulver die Qualitätsorganisation verstärkt und neu ausgerichtet. Dabei wurde insbesondere ein Augenmerk auf die individuellen Stärken und Präferenzen der Mitarbeitenden gelegt, um sie optimal einzusetzen. Auch wurden die HACCP-Teams für die einzelnen Produktionsbereiche neu strukturiert: Sie werden nun noch stärker in das operative Geschehen eingebunden.

Auch bei Emmi Dessert Italia wurde der Qualitätsbereich gestärkt. Neu geschaffen wurden die Bereiche «Regulatory» und «Supplier Quality» und es wurde auf eine verbesserte Zusammenarbeit mit Lieferanten gesetzt. Insbesondere wurden die Spezifikationen und Rohstoffanforderungen optimiert und aktualisiert.

Bei der Pasticceria Quadrifoglio stand nach dem Umzug in den Neubau die Optimierung der Produktions- und Qualitätsprozesse auf der Agenda. Indem internationale Kundenstandards erfüllt wurden, wurde die Grundlage für den Export an internationale Retailer geschaffen. Mit der erfolgreichen BRCGS-Zertifizierung konnte diesbezüglich ein erster wichtiger Schritt gemacht werden.

Bei Emmi France lag der Fokus ebenfalls auf der Optimierung des Lieferantenmanagements, insbesondere bei der Qualitätsvereinbarungen für die eingekauften Käse, die direkt am Standort konfektioniert werden.

Bei Kaiku in Spanien wurden in Form einer crossfunktionalen Zusammenarbeit mit dem Einkauf die Prozesse des Lieferantenmanagements harmonisiert. Dabei wurde ein Qualitätsmanagement-Modul in das bestehende ERP-System (Enterprise Resource Planning) integriert. Anhand jährlich definierter Ziele für wichtige Materialgruppen wird mit Lieferanten nun enger zusammengearbeitet, um den Verbesserungsprozess und somit die Prozesseffizienz weiter voranzubringen. Dies wird anhand eines sogenannten «Power-BI» unterstützt, das alle Beanstandungen von Co-Packern in digitalisierter Form und täglich aktualisiert darstellt.

Im Fokus ausserhalb Europas: Verbesserungsprozess und Lieferantenmanagement

Sowohl bei Emmi Dessert USA als auch bei Darey in Kalifornien wurde das Fehlerkostenmanagement eingeführt. Dazu wurden an allen sechs Standorten Schulungen im Bereich des RAFT-Konzepts («Right at first time») sowie zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess durchgeführt. Bei Darey wurde gleichzeitig ein Food Safety Sprint in Kombination mit einer Prozess- bzw. Verlustanalyse durchgeführt. Der in Kollaboration mit den Gruppenfunktionen Emmi Operational Excellence (EOE) & Quality, Safety and Environment (QSE) erstellte Massnahmenplan wird nun durch verschiedene Verbesserungsteams am Standort in Sebastopol umgesetzt.

Die Inbetriebnahme des Emmi Roth Werks in Stoughton Wisconsin (USA) hat das lokale Team sehr gefordert. Der Standort hat die Erstzertifizierung nach FSSC 22000 absolviert und nach einer mehrmonatigen Unterstützung konnten die Qualitätsprozesse stabilisiert werden. Weitere Unterstützung konnte in Form von Food Safety Sprints am Standort Seymour gegeben werden, wo Verbesserungsschwerpunkte bei der guten Herstellpraxis und bei der Prozessführung identifiziert wurden.

Das Qualitätsteam der Vitalait in Tunesien hat im Berichtsjahr eine Vielzahl von Themen umgesetzt, allen voran eine Umfrage zur Qualitätskultur. Diese hat Verbesserungspotenzial bei der Einbindung der Mitarbeitenden und im Hinblick auf eine klarere Kommunikation aufgezeigt. Mit der Einführung einer Qualitätsmanagement-Software, die Abweichungen transparent darstellt, können die Massnahmen nun besser überblickt werden und deren Abarbeitung effizienter erfolgen.

Neben der Aufrechterhaltung des Qualitätsmanagement-Systems für die Ziegenkäseproduktion, das mit grossem Erfolg rezertifiziert wurde, hat das Team bei der US-Tochtergesellschaft Cypress Grove einen neuen Produktionsbereich für den Emmi Equator-Milchkaffee in das bestehende Gebäude integriert und erfolgreich in Betrieb genommen. Für diese neuen Prozesse wurde eine Qualitätsdokumentation erarbeitet und die Mitarbeitenden wurden geschult.

Erstmalig wurden in Brasilien bei der Laticínios Porto Alegre die Qualitäts- und Sicherheitsprozesse mit den Emmi Prozessen abgeglichen und eine Roadmap mit Verbesserungsschwerpunkten erarbeitet. Das lokale Managementteam wurde im Krisenmanagement geschult und das lokale Krisenmanagementsystem wurde an das Emmi System angeglichen.

Produktqualität Emmi Schweiz: Keine Verstösse gegen Vorgaben und Vorschriften

Für die Emmi Schweiz wurde im Berichtsjahr jedes Produkt basierend auf den Vorgaben von Emmi gemäss einem festgelegten Prüfplan hinsichtlich seiner Inhaltsstoffe (Zusammensetzung) und der Kennzeichnung geprüft. Bei Eigenmarken (Private Label) erfolgte die Prüfung durch die jeweiligen Auftraggeber und bei der Verwendung von Gütezeichen durch den Standardgeber des Gütezeichens.

Im Berichtsjahr wurden für die Emmi Schweiz keine Verstösse gegen Vorgaben und Vorschriften oder freiwillige Verhaltensregeln sowohl betreffend Produktinformationen und Kennzeichnungen wie auch im Bereich Marketing/Kommunikation festgestellt. Es gab keine Mahnungen und es mussten keine Bussgelder bezahlt werden.

Aus Wettbewerbsüberlegungen veröffentlicht Emmi keine Kennzahlen zur Produktqualität und -sicherheit auf Gruppenstufe.

Erklärung von Mailand (Schweiz)

Emmi hat in den Produktkategorien Joghurt und Milchmischgetränke das gemäss der «Erklärung von Mailand» definierte Ziel einer Zuckerreduktion von 10 % bis 2024 erreicht. Die Produktkategorie Quark wurde zu einem späteren Zeitpunkt eingebunden. Hier verfolgt Emmi weiterhin das Ziel, den Zuckeranteil zu senken, ohne den Geschmack oder die Qualität zu beeinträchtigen. Auch bei neu lancierten Produkten will Emmi den Zuckergehalt möglichst gering halten, wie die drei Neulancierungen während der aktuellen Berichtsperiode in der Schweiz exemplarisch zeigen:

3.3.4 Ausblick

Das erste physische Treffen der Qualitätsverantwortlichen im Oktober 2024 in der Schweiz hat den Grundstein für eine weitere intensive Vernetzung und Zusammenarbeit für die kommenden Jahre gelegt. Durch den regelmässigen Austausch und gezielte Massnahmen will Emmi das gemeinsame Verständnis für ihre Qualitätskultur festigen. Basierend auf einer regelmässigen Gap-Analyse zur kontinuierlichen Verbesserung ihrer Qualitätsprozeduren soll die Qualitätsstrategie weiter umgesetzt werden. Die Einbindung von neu hinzugekommenen Gesellschaften spielt dabei eine besondere Rolle.

Emmi arbeitet im Sinne der «Erklärung von Mailand» weiterhin an der Reduktion von Zucker in ihren Produkten. Im Fokus der Entwicklung stehen weiterhin Produkte mit ernährungsphysiologischen Zusatznutzen.

In den nächsten Jahren ist der Aufbau einer gruppenweiten Community zum Thema Ernährung geplant. Diese soll dazu dienen, voneinander zu lernen und Best Practices auszutauschen.