Die Bilanzsumme per 31. Dezember 2024 erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr um CHF 645.0 Millionen beziehungsweise 23.8 % auf CHF 3’359.5 Millionen (Vorjahr: CHF 2’714.5 Millionen). Diese Zunahme ist vollständig auf die im Geschäftsjahr erfolgten Akquisitionen von Verde Campo, Hochstrasser sowie insbesondere Mademoiselle Desserts zurückzuführen und widerspiegelt sich vor allem in einem deutlich höheren Anlagevermögen.
Das operative Nettoumlaufvermögen (bestehend aus Vorräten sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) betrug CHF 708.9 Millionen. Die Erhöhung um insgesamt CHF 55.8 Millionen beziehungsweise 8.5 % gegenüber dem Bestand per Ende des Vorjahres (CHF 653.1 Millionen) ist vollständig auf Akquisitionseffekte zurückzuführen. Im Verhältnis zum Umsatz liegt das operative Nettoumlaufvermögen gesamthaft bei 16.3 % gegenüber 15.4 % im Vorjahr. Unter Berücksichtigung des Ganzjahresumsatzes der akquirierten Gesellschaften würde das operative Nettoumlaufvermögen im Verhältnis zum Umsatz jedoch im Bereich des Vorjahreswerts liegen.
Das Anlagevermögen erhöhte sich deutlich um CHF 542.9 Millionen beziehungsweise 42.9 % von CHF 1’264.1 Millionen im Vorjahr auf CHF 1’807.0 Millionen. Die Sachanlagen machen mit CHF 1’283.3 Millionen (Vorjahr: CHF 1’105.4 Millionen) den Grossteil des Anlagevermögens aus und haben primär akquisitionsbedingt, aber auch aufgrund leicht über den Abschreibungen liegender Investitionen, um CHF 177.9 Millionen zugenommen. Bei den immateriellen Anlagen beläuft sich der Anstieg auf CHF 351.6 Millionen und betrifft zu einem wesentlichen Teil die Ansetzung von neu bewerteten Kundenbeziehungen aus der Akquisition von Mademoiselle Desserts.
Das Fremdkapital per 31. Dezember 2024 betrug insgesamt CHF 2’229.7 Millionen gegenüber CHF 1’299.6 Millionen per Ende des Vorjahres. Für den Anstieg von CHF 930.1 Millionen hauptverantwortlich sind die für die Finanzierung der Akquisition von Mademoiselle Desserts neu ausgegebenen langfristigen Anleihensobligationen in der Höhe von CHF 625.0 Millionen. Die Akquisitionen waren zudem hauptverantwortlich für die Zunahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen, Bankschulden und Leasingverbindlichkeiten, sonstigen Verbindlichkeiten, passiven Rechnungsabgrenzungen sowie der in den langfristigen Rückstellungen enthaltenen latenten Steuerverbindlichkeiten. Die Eigenkapitalquote sank als Folge der Verrechnung des Goodwills aus den Akquisitionen und in Kombination mit den zusätzlichen Finanzverbindlichkeiten von 52.1 % per 31. Dezember 2023 auf 33.6 %. Die aufgrund der Akquisitionstätigkeit im Vorjahresvergleich gestiegenen Finanzverbindlichkeiten führten zu einer Nettoverschuldung von CHF 1’003.7 Millionen per 31. Dezember 2024 gegenüber tiefen CHF 298.3 Millionen im Vorjahr.
Der Geldzufluss aus der Betriebstätigkeit betrug in der Berichtsperiode CHF 406.9 Millionen, was einer Zunahme von CHF 36.8 Millionen gegenüber dem Vorjahr (CHF 370.1 Millionen) entspricht. Während die Zunahme von CHF 14.7 Millionen beim Geldfluss vor Veränderung Nettoumlaufvermögen, Zinsen und Steuern im Wesentlichen die operative Verbesserung auf Stufe EBITDA widerspiegelt, ist der höhere Geldfluss aus der Betriebstätigkeit auch auf die positive Entwicklung des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen. Dessen Reduktion hatte in der Berichtsperiode insgesamt einen positiven Einfluss von CHF 37.7 Millionen auf den Geldfluss aus der Betriebstätigkeit. Gegenüber dem ebenfalls positiven Einfluss von CHF 21.9 Millionen im Vorjahr resultierte somit eine positive Differenz von CHF 15.8 Millionen, die primär die weitere Verbesserung des operativen Nettoumlaufvermögens widerspiegelt. Bezahlte Zinsen und Steuern belasteten den Geldfluss aus der Betriebstätigkeit zudem um insgesamt CHF 6.3 Millionen weniger als im Vorjahr.
Der Geldabfluss aus der Investitionstätigkeit belief sich in der Berichtsperiode getrieben durch die Akquisitionstätigkeit auf hohe CHF 962.9 Millionen gegenüber CHF 135.8 Millionen im Vorjahr. Aus den Akquisitionen von Mademoiselle Desserts, Hochstrasser und Verde Campo sowie dem Erwerb von Minderheitsanteilen resultierten im Berichtsjahr Geldabflüsse aus der Akquisitionstätigkeit von insgesamt CHF 844.9 Millionen, verglichen mit einem Nettomittelzufluss von CHF 10.8 Millionen im Vorjahr. Für Investitionen in das Sachanlagevermögen sind im Berichtsjahr netto CHF 111.3 Millionen abgeflossen, gegenüber CHF 145.4 Millionen im Vorjahr.
Ohne Berücksichtigung des Geldflusses aus der Akquisitionstätigkeit wurde im Berichtsjahr ein sehr erfreulicher Free Cashflow von CHF 288.8 Millionen erwirtschaftet. Die deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahreswert von CHF 223.5 Millionen ist auf den höheren Geldfluss aus der Betriebstätigkeit und die gleichzeitig tieferen Investitionen in das Anlagevermögen zurückzuführen.
In der Berichtsperiode resultierte ein Geldzufluss aus der Finanzierungstätigkeit von insgesamt CHF 508.0 Millionen, verglichen mit einem Geldabfluss von CHF 81.1 Millionen im Vorjahr. Der Grossteil der Vorjahresdifferenz betrifft die Ausgabe von Anleihensobligationen zur Finanzierung der Akquisition von Mademoiselle Desserts, wofür in der Berichtsperiode ein Mittelzufluss von CHF 624.2 Millionen erfolgte. Im Vorjahresvergleich höhere Geldabflüsse resultierten aus der Rückzahlung von anderen Finanzverbindlichkeiten sowie durch die gestiegene Dividende an die Aktionäre der Emmi AG und an Minderheitsaktionäre.
Als Konsequenz der beschriebenen Geldflüsse sank der Bestand an Flüssigen Mitteln im Geschäftsjahr 2024 um CHF 45.4 Millionen von CHF 349.1 Millionen im Vorjahr auf CHF 303.7 Millionen per 31. Dezember 2024.
Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen werden auch im Jahr 2025 und darüber hinaus anspruchsvoll bleiben. Anhaltende geopolitische Spannungen sorgen nicht nur weltweit für Unsicherheit, sondern belasten auch das globale Wirtschaftswachstum. Fortschreitende Megatrends wie die Deglobalisierung, die Dekarbonisierung oder der demografische Wandel sorgen zudem für Preisdruck und dürften mit dazu beitragen, dass die Inflation in vielen Ländern hartnäckig auf einem hohen Niveau verbleibt. Verschiedene für Emmi relevante Märkte erwarten für das laufende Jahr denn auch nur ein verhaltenes Wirtschaftswachstum und es herrscht eine entsprechend zurückhaltende Konsumstimmung.
Beim Betriebsaufwand wird der Druck auf die Personalkosten aufgrund von inflationsbedingten Lohnanpassungen und dem in verschiedenen Ländern nach wie vor akuten Mangel an Fach- und Arbeitskräften weiterhin hoch bleiben. Auch die Volatilität auf den Beschaffungsmärkten und in den globalen Lieferketten dürfte anhalten und zu weiter steigenden Preisen führen, beispielsweise für gewisse Rohstoffe wie Kaffee oder Kakao und Verpackungsmaterialien. Insgesamt geht Emmi daher auch für 2025 von weiter steigenden Inputkosten aus. Der Schweizer Franken dürfte zudem weiter erstarken, was nicht nur den Umsatz und die Ergebnisse der Emmi Gruppe in Schweizer Franken belastet, sondern insbesondere auch die Wettbewerbsfähigkeit im Exportgeschäft aus der Schweiz beeinträchtigt. Hingegen ist im Zinsumfeld mit weiteren Lockerungen der Geldpolitik durch wichtige Zentralbanken zu rechnen, was sich in entsprechend tieferen Zinsen auswirken wird.
Bei Emmi sind wir der Überzeugung, dass hohe Qualität, starke Marken und innovative Konzepte gerade in Zeiten grosser Unsicherheit und zurückhaltender Konsumstimmung von besonderer Bedeutung sind. Entsprechend wird Emmi auch weiterhin gewohnt diszipliniert und umsichtig agieren und dem Margendruck mit weiteren Effizienz- und Kosteneinsparungsinitiativen sowie insbesondere ihrer kontinuierlichen Portfoliotransformation entlang der strategischen Prioritäten begegnen.
In der Division Schweiz bleiben die Bedingungen für Emmi herausfordernd. Der bereits bestehende Importdruck wird weiter anhalten. Zudem entstanden in der Schweiz in den letzten Jahren neue Produktionskapazitäten für die Milchverarbeitung, die ausgelastet werden wollen und weiteren Preisdruck erzeugen. Diesen negativen Einflüssen wird Emmi mit starken Markenkonzepten, trendorientierten Innovationen, einer ausgeprägten Kunden- und Konsumentenorientierung sowie Produkten von hoher Qualität entgegentreten.
In der Division Americas rechnet Emmi auch im kommenden Jahr mit einer zunehmenden Nachfrage in den Wachstumsmärkten Brasilien, Chile und Mexiko. Auch das gute Momentum im Schlüsselmarkt USA dürfte positiv zum Divisionswachstum beitragen. Ob auch von Tunesien wieder positive Wachstumsimpulse zu erwarten sind, hängt von der Normalisierung des Milchaufkommens ab, was sich aufgrund der makroökonomisch anspruchsvollen Entwicklungen in diesem Land jedoch nur schwer abschätzen lässt. Die generell hohe Volatilität und Inflation in den Wachstumsmärkten der Division Americas auch Wachstumsrisiken mit sich bringen, erwartet Emmi in der Division Americas kurzfristig ein organisches Umsatzwachstum leicht unterhalb der Mittelfristziele.
Innovationsstarke Dessertspezialitäten und Emmi Caffè Latte sind in der Division Europa wichtige Erfolgsfaktoren, die auch im laufenden Jahr organisches Wachstum bringen werden. Mademoiselle Desserts wird den Umsatz der Division Europa insgesamt deutlich erhöhen, jedoch für die ersten drei Quartale als Akquisitionseffekt und somit nur im vierten Quartal zum organischen Wachstum beitragen. Umsatzsteigernd sollte zudem auch das Pulvergeschäft in den Niederlanden wirken, wo Emmi bereits im Geschäftsjahr 2024 ein deutliches Wachstum erzielen konnte. Belastend für die Wettbewerbsfähigkeit des Exportgeschäfts aus der Schweiz wirkt hingegen die erwartete weitere Aufwertung des Schweizer Frankens, insbesondere im Segment Käse. Emmi geht dennoch davon aus, dass das organische Umsatzwachstum in der Division Europa im Bereich der Mittelfristziele zu liegen kommen wird.
Emmi erwartet im Geschäftsjahr 2025 auf Gruppenstufe ein organisches Umsatzwachstum von 1.5 % bis 2.5 %. In der Schweiz erwartet Emmi trotz der beschriebenen herausfordernden Bedingungen ein organisches Umsatzwachstum von 0 % bis 1 %. Für die Division Americas wird ein organisches Wachstum von 3 % bis 5 % und für die Division Europa von 1 % bis 3 % erwartet. Emmi hält zudem an den Mittelfristzielen hinsichtlich des organischen Umsatzwachstums fest (Gruppe 2 % bis 3 %, Schweiz 0 % bis 1 %, Americas 4 % bis 6 %, Europa 1 % bis 3 %).
Trotz der vielfältigen Unsicherheiten und eines weiterhin hohen Kosten- und Preisdrucks erwartet Emmi für das Geschäftsjahr 2025 dank weiteren operativen Fortschritten, der kontinuierlichen Portfoliotransformation und dem akquisitorischen Beitrag von Mademoiselle Desserts ein steigendes Betriebsergebnis auf Stufe EBIT von CHF 330 Millionen bis CHF 350 Millionen. Erwartungsgemäss belasten zusätzliche Finanzierungskosten im Zusammenhang mit der Akquisition von Mademoiselle Desserts die Reingewinnmarge, sodass Emmi diese für das Geschäftsjahr 2025 auf zwischen 4.8 % und 5.3 % prognostiziert. Emmi bestätigt zudem die Mittelfristziele hinsichtlich Reingewinnmarge (5.5 % bis 6.0 %), ROIC (Trend zur Verbesserung) und Ausschüttungsquote (35 % bis 45 %).