Die Emmi Gruppe konnte im ersten Halbjahr 2026 die positive Wachstumsdynamik der vergangenen Jahre fortsetzen und ein organisches Wachstum von 3.6 % erzielen. Dieses war erneut breit abgestützt und wurde von einer starken Volumenentwicklung getragen. Insgesamt erhöhte sich der Umsatz der Emmi Gruppe um 2.2 % auf CHF 2’323.5 Millionen (H1 2025: CHF 2’272.4 Millionen).
Ein bereits Anfang Jahr bekannter Einmaleffekt in der Division Schweiz unterstützte das organische Wachstum der Gruppe um 0.8 %. Gleichzeitig belastete der seit Februar 2026 tiefere Milchpreis in der Schweiz das organische Wachstum der Gruppe mit 0.4 %. Ohne diese beiden Effekte hätte das organische Gruppenwachstum im ersten Halbjahr 3.2 % betragen. Zwar wird der Wegfall des Einmaleffekts das Wachstum im zweiten Halbjahr belasten, die zugrunde liegende Wachstumsdynamik bleibt jedoch intakt. Entsprechend rechnet die Emmi Gruppe weiterhin mit einem erfreulichen organischen Wachstum.
Die im Vorjahr akquirierte The English Cheesecake Company Ltd. steuerte 0.7 % zum Umsatzwachstum bei. Netto negative Währungseffekte von 2.1 % belasteten die Umsatzentwicklung hingegen.
Interne Verschiebungen von Distributionskanälen einzelner Kunden führten zudem zu Akquisitions- beziehungsweise Devestitionseffekten in den Divisionen Global Trade und Europa. Auf die Gruppe hatten diese Verschiebungen zwischen einzelnen Divisionen jedoch keinen Einfluss.
Im Folgenden wird die Umsatzentwicklung in den Divisionen Schweiz, Americas, Europa und Global Trade erläutert.
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in CHF Millionen |
Umsatz 1. HJ 2026 |
Umsatz 1. HJ 2025 |
Differenz 2026/2025 |
Akquisiti- onseffekt |
Währungs- effekt |
Wachstum organisch |
|
Molkereiprodukte |
338.2 |
338.4 |
-0.1 % |
– |
– |
-0.1 % |
|
Frischprodukte |
209.8 |
200.1 |
4.8 % |
– |
– |
4.8 % |
|
Käse |
202.4 |
184.9 |
9.4 % |
– |
– |
9.4 % |
|
Frischkäse |
69.3 |
59.5 |
16.5 % |
– |
– |
16.5 % |
|
Pulver/Konzentrate |
39.4 |
43.1 |
-8.7 % |
– |
– |
-8.7 % |
|
Übrige Produkte/Dienstleistungen |
44.2 |
45.6 |
-3.0 % |
– |
– |
-3.0 % |
|
Total |
903.3 |
871.6 |
3.6 % |
– |
– |
3.6 % |
Die Division Schweiz erzielte einen Nettoumsatz von CHF 903.3 Millionen, was gegenüber CHF 871.6 Millionen in der Vorjahresperiode einem organischen Anstieg von 3.6 % entspricht. Neben der erfreulichen Entwicklung bewährter Markenkonzepte wie Emmi Caffè Latte, Emmi Energy Milk und Spezialitätenkäse von Kaltbach trugen auch Innovationen wie Emmi Matcha Latte, Emmi Kefir und Emmi I’m your meal sowie ein positiver Einmaleffekt zum Wachstum bei. Dieser aus einem befristeten Auftrag resultierende Einmaleffekt hatte bereits in der zweiten Jahreshälfte 2025 einen positiven Einfluss und wird im zweiten Halbjahr 2026 wegfallen. Aber auch ohne diesen Einmaleffekt (+2.0 %) sowie den Einfluss des tieferen Milchpreises (-1.1 %) hätte die Division Schweiz im ersten Halbjahr ein starkes organisches Wachstum von 2.7 % erzielt. Der Anteil der Division Schweiz am Gruppenumsatz beträgt 38.9 % (H1 2025: 38.3 %).
Im grössten Segment Molkereiprodukte (Milch, Rahm, Butter) reduzierte sich der Umsatz im ersten Halbjahr 2026 leicht um 0.1 %. Der auf Empfehlung der Branchenorganisation Milch per Anfang Februar beschlossene tiefere Milchpreis belastete die Umsatzentwicklung in diesem Segment. Demgegenüber entwickelten sich die Absatzvolumen insgesamt positiv. Zudem verzeichnete die innovative Marke Emmi good day mit ihren laktosefreien Milchprodukten erneut ein starkes Wachstum.
Bei den Frischprodukten resultierte ein starkes Umsatzwachstum von 4.8 %. Wesentliche Wachstumstreiber waren bewährte Markenkonzepte wie Emmi Caffè Latte und Emmi Energy Milk sowie Innovationen und funktionelle Produkte wie Emmi Kefir, Emmi Matcha Latte, Emmi I’m your meal und Emmi High Protein Water.
Der deutliche Umsatzanstieg von 9.4 % im Segment Käse ist hauptsächlich auf den erwähnten Einmaleffekt zurückzuführen. Ohne diesen Effekt hätte der Umsatz ungefähr auf Vorjahresniveau gelegen. Während die Markenkonzepte Luzerner Rahmkäse, Kaltbach und Scharfer Maxx weiter zulegten, belasteten die anhaltend herausfordernden Marktbedingungen mit steigenden Käseimporten die Entwicklung des AOP-Käsegeschäfts.
Der Umsatz im Segment Frischkäse erhöhte sich deutlich um 16.5 %. Wachstumstreiber waren insbesondere Mozzarella sowie proteinreiche Produkte wie Hüttenkäse und Skyr. Der Umsatzrückgang von 8.7 % im Segment Pulver/Konzentrate widerspiegelt den tieferen Absatz von Milchpulver im Industriekundengeschäft. Bei den Übrigen Produkten/Dienstleistungen reduzierte sich der Umsatz um 3.0 %. Dies ist neben tieferen Umsätzen mit pflanzenbasierten Produkten auch auf die Aufgabe bestimmter Aktivitäten ausserhalb des Kerngeschäfts zurückzuführen, insbesondere auf die Einstellung der Saftabfüllung.
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in CHF Millionen |
Umsatz 1. HJ 2026 |
Umsatz 1. HJ 2025 |
Differenz 2026/2025 |
Akquisiti- onseffekt |
Währungs- effekt |
Wachstum organisch |
|
Käse |
304.4 |
320.1 |
-4.9 % |
– |
-5.8 % |
0.9 % |
|
Molkereiprodukte |
212.9 |
210.9 |
0.9 % |
– |
-2.4 % |
3.3 % |
|
Frischprodukte |
197.6 |
189.7 |
4.2 % |
– |
-4.9 % |
9.1 % |
|
Frischkäse |
57.3 |
48.4 |
18.4 % |
– |
1.9 % |
16.5 % |
|
Pulver/Konzentrate |
27.7 |
28.8 |
-3.7 % |
– |
1.1 % |
-4.8 % |
|
Übrige Produkte/Dienstleistungen |
52.9 |
55.5 |
-4.8 % |
– |
0.7 % |
-5.5 % |
|
Total |
852.8 |
853.4 |
-0.1 % |
– |
-3.7 % |
3.6 % |
Die Division Americas umfasst die Emmi Gruppengesellschaften in den USA, Brasilien, Chile, Spanien, Mexiko, Tunesien und Kanada.
Die Division Americas erzielte im ersten Halbjahr ein primär volumengetriebenes organisches Wachstum von 3.6 %. Wesentliche Wachstumstreiber waren erneut die dynamischen Märkte Chile, Brasilien und Mexiko, wobei in Brasilien insbesondere die funktionellen Premium-Milchprodukte von Verde Campo zur positiven Entwicklung beitrugen. Zudem lieferten auch Spanien und Tunesien positive Wachstumsimpulse. Aufgrund der verhaltenen Umsatzentwicklung in den USA lag das organische Wachstum jedoch leicht unter der eigenen Prognose für das Gesamtjahr (4 % bis 6 %). Nach Berücksichtigung negativer Fremdwährungseffekte von 3.7 % resultierte insgesamt ein leichter Umsatzrückgang um 0.1 % auf CHF 852.8 Millionen (H1 2025: CHF 853.4 Millionen). Der Anteil der Division Americas am Gruppenumsatz beträgt 36.7 % (H1 2025: 37.6 %).
Im umsatzstärksten Segment Käse resultierte ein organisches Wachstum von 0.9 %. Eine positive Entwicklung verzeichneten insbesondere Chile und Brasilien mit lokal hergestelltem Käse. Auch die in den USA produzierten Käse entwickelten sich volumenmässig positiv, wobei tiefere Milchpreise die Umsatzentwicklung bremsten. Demgegenüber führten die zoll- und wechselkursbedingt notwendigen Preiserhöhungen bei den aus der Schweiz importierten Käsespezialitäten zu rückläufigen Absatzvolumen und wirkten dämpfend auf die Entwicklung des Segments.
Der Umsatz mit Molkereiprodukten erhöhte sich organisch um 3.3 %. Wesentlicher Treiber war Chile mit einem primär volumenbedingten Wachstum bei Milch der Marke Surlat. Zusätzliche Wachstumsimpulse kamen aus Spanien mit Milch und Rahm sowie aus Tunesien mit Rahm und Butter. Tiefere Milchpreise in Brasilien hemmten hingegen die Umsatzentwicklung in diesem Segment.
Im Segment Frischprodukte resultierte ein starkes organisches Wachstum von 9.1 %. Wesentliche Wachstumstreiber waren Spanien mit Kaiku Caffè Latte und Kefir-Produkten sowie Brasilien mit funktionellen Premium-Milchprodukten der Marke Verde Campo, insbesondere High-Protein-Joghurts und -Drinks. Positive Impulse kamen zudem aus Tunesien mit Joghurts und Desserts, aus Chile mit Joghurts und High-Protein-Produkten sowie von Meyenberg in den USA mit Joghurts und Kefir.
Das organische Wachstum von 16.5 % im Segment Frischkäse ist hauptsächlich auf höhere Umsätze mit Mozzarella in Brasilien zurückzuführen. Im Segment Pulver/Konzentrate resultierte aufgrund der negativen Milchpreisentwicklung im Milchpulvergeschäft in Brasilien ein organischer Umsatzrückgang von 4.8 %. Im Segment Übrige Produkte/Dienstleistungen ist der organische Rückgang von 5.5 % vor allem auf tiefere Umsätze mit pflanzenbasierten Produkten in den USA zurückzuführen, während das Handelswarengeschäft von Mexideli ein deutliches Wachstum verzeichnete.
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in CHF Millionen |
Umsatz 1. HJ 2026 |
Umsatz 1. HJ 2025 |
Differenz 2026/2025 |
Akquisiti- onseffekt |
Währungs- effekt |
Wachstum organisch |
|
Frischprodukte |
389.0 |
376.3 |
3.4 % |
4.2 % |
-3.2 % |
2.4 % |
|
Käse |
52.5 |
51.1 |
2.8 % |
1.7 % |
-2.7 % |
3.8 % |
|
Pulver/Konzentrate |
26.6 |
16.8 |
58.7 % |
– |
-4.0 % |
62.7 % |
|
Frischkäse |
13.5 |
20.4 |
-34.0 % |
– |
-1.7 % |
-32.3 % |
|
Molkereiprodukte |
2.0 |
4.1 |
-51.4 % |
– |
-1.2 % |
-50.2 % |
|
Übrige Produkte/Dienstleistungen |
14.7 |
15.0 |
-1.8 % |
– |
-2.4 % |
0.6 % |
|
Total |
498.3 |
483.7 |
3.0 % |
3.4 % |
-3.1 % |
2.7 % |
Die Division Europa umfasst die Emmi Gruppengesellschaften in Frankreich, Italien, Grossbritannien, den Niederlanden, Deutschland, Österreich und Belgien.
Die Division Europa steigerte ihren Umsatz im ersten Halbjahr von CHF 483.7 Millionen auf CHF 498.3 Millionen, was einem organischen Wachstum von 2.7 % entspricht und somit im Rahmen der Erwartungen für das Gesamtjahr liegt (2 % bis 4 %). Wesentliche Treiber des hauptsächlich volumengetriebenen organischen Wachstums waren das Dessertgeschäft, das Geschäft mit Ziegenmilchpulver in den Niederlanden sowie die Käsespezialitäten der Marke Kaltbach. Der Anteil der Division Europa am Gruppenumsatz beträgt 21.4 % (H1 2025: 21.3 %).
Der Umsatz im grössten Segment Frischprodukte konnte im ersten Halbjahr 2026 um 3.4 % gesteigert werden. Nach Berücksichtigung des Akquisitionseffekts aus der im November 2025 erworbenen The English Cheesecake Company Ltd. sowie negativer Währungseffekte resultierte ein organisches Wachstum von 2.4 %. Wesentlicher Treiber der positiven Entwicklung war das Dessertgeschäft. Der Grossteil des Wachstums stammte dabei aus dem Exportgeschäft in Märkte ausserhalb Europas, das dank des neu globalen Vertriebsnetzes sowie Synergieeffekten aus der Integration der Mademoiselle Desserts Gruppe deutlich zulegte. Im Gegensatz dazu entwickelten sich die Umsätze in den jeweiligen Heimmärkten angesichts der zurückhaltenden Konsumstimmung in Europa infolge der wirtschaftlichen Unsicherheiten eher verhalten. Auch bei Emmi Caffè Latte blieb die Entwicklung in weiten Teilen Europas angesichts des schwierigen Marktumfelds insgesamt gedämpft. Sehr positive Impulse kamen jedoch aus Belgien mit einem deutlichen Wachstum sowie aus der Einführung der Innovation Emmi Matcha Latte.
Das Segment Käse erzielte ein organisches Umsatzwachstum von 3.8 %. Ein bedeutender Teil der Umsatzsteigerung entfällt dabei auf die Marke Kaltbach, welche vor allem in Deutschland, den Niederlanden und Grossbritannien zulegen konnte. Deutschland verzeichnete zudem eine positive Entwicklung mit Sortenkäse. Demgegenüber entwickelten sich die Umsätze mit Sortenkäse und weiteren Käsespezialitäten in Frankreich und Italien rückläufig.
Das Segment Pulver/Konzentrate steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 organisch um hohe 62.7 %, was auf den erwartungsgemäss deutlich höheren Absatz von Ziegenmilchpulver aus den Niederlanden zurückzuführen ist.
Im Segment Frischkäse ist der organische Umsatzrückgang von 32.3 % auf den tieferen internationalen Absatz von Ziegenkäsebruch aus den Niederlanden zurückzuführen. Im insgesamt unbedeutenden Segment Molkereiprodukte führte der tiefere Absatz von Ziegenmilch in den Niederlanden zu einem organischen Rückgang um 50.2 %. Das Segment Übrige Produkte/Dienstleistungen wuchs gegenüber der Vorjahresperiode leicht um 0.6 %. Während insbesondere die Umsätze mit pflanzenbasierten Milchalternativen in einem hart umkämpften Markt weiter rückläufig sind, konnten andere Geschäftsaktivitäten diesen Rückgang kompensieren.
|
in CHF Millionen |
Umsatz 1. HJ 2026 |
Umsatz 1. HJ 2025 |
Differenz 2026/2025 |
Akquisiti- onseffekt |
Währungs- effekt |
Wachstum organisch |
|
Käse |
25.7 |
27.7 |
-7.2 % |
-3.2 % |
– |
-4.0 % |
|
Frischprodukte |
21.3 |
19.9 |
6.9 % |
– |
-0.7 % |
7.6 % |
|
Molkereiprodukte |
10.0 |
6.2 |
62.6 % |
– |
– |
62.6 % |
|
Pulver/Konzentrate |
9.5 |
7.7 |
24.2 % |
– |
– |
24.2 % |
|
Frischkäse |
0.9 |
0.6 |
42.7 % |
– |
– |
42.7 % |
|
Übrige Produkte/Dienstleistungen |
1.7 |
1.6 |
2.5 % |
– |
-1.0 % |
3.5 % |
|
Total |
69.1 |
63.7 |
8.5 % |
-1.4 % |
-0.2 % |
10.1 % |
Die Division Global Trade beinhaltet primär Direktverkäufe und Entlastungsexporte aus der Schweiz an Kunden in Ländern, in denen Emmi keine eigenen Gesellschaften hat. Dazu gehören die asiatischen und osteuropäischen Märkte, die meisten südamerikanischen Länder und die Arabische Halbinsel. Der Anteil der Division Global Trade am Gruppenumsatz beträgt 3.0 % (H1 2025: 2.8 %).
Die Division Global Trade steigerte den Umsatz im ersten Halbjahr 2026 um 8.5 % auf CHF 69.1 Millionen (H1 2025: CHF 63.7 Millionen). Bereinigt um den Akquisitionseffekt aus der Verschiebung von Distributionskanälen in die Division Europa betrug das organische Umsatzwachstum 10.1 %.
Der organische Umsatzrückgang von 4.0 % im Segment Käse ist auf tiefere Entlastungsexporte von Industriekäse zurückzuführen. Im Segment Frischprodukte resultierte hingegen ein organisches Umsatzwachstum von 7.6 %, das vor allem auf die steigende Nachfrage nach mit Schweizer Milch hergestellten Emmi Joghurts im asiatischen Raum zurückzuführen ist. Höhere Entlastungsexporte von Magermilchpulver und Butter trugen zudem zu einer positiven Entwicklung in den Segmenten Pulver/Konzentrate respektive Molkereiprodukte bei.
Der Bruttogewinn stieg im ersten Halbjahr 2026 auf CHF 948.9 Millionen, was einem Zuwachs von CHF 40.2 Millionen beziehungsweise 4.4 % gegenüber dem Vorjahreswert von CHF 908.7 Millionen entspricht. Da der Bruttogewinn stärker zunahm als der Umsatz, erhöhte sich die Bruttogewinnmarge von 40.0 % auf 40.8 %. Diese positive Entwicklung widerspiegelt insbesondere die kontinuierliche Portfoliotransformation entlang der strategischen Nischen sowie weitere operative Fortschritte in verschiedenen ausländischen Gesellschaften. Negative Fremdwährungseffekte belasteten den Bruttogewinn, während die infolge des Konflikts im Nahen Osten stark gestiegenen Verpackungsmaterialkosten zusätzlichen Druck auf die Bruttogewinnmarge ausübten. Beschaffungsinitiativen, Produktivitätssteigerungen entlang der Wertschöpfungskette sowie verantwortungsvolle Preiserhöhungen konnten diesen Effekten jedoch erfolgreich entgegenwirken.
In der Berichtsperiode wie auch in der Vorjahresperiode waren keine Sondereffekte zu verzeichnen. Emmi verzichtet deshalb auf den Ausweis bereinigter Ergebnisse.
Der Betriebsaufwand belief sich in der Berichtsperiode auf insgesamt CHF 724.2 Millionen und lag damit um CHF 33.9 Millionen beziehungsweise 4.9 % über dem Vorjahreswert von CHF 690.3 Millionen. Im Verhältnis zum Umsatz erhöhte sich der Betriebsaufwand auf 31.2 % (H1 2025: 30.4 %), wodurch ein wesentlicher Teil der Verbesserung auf Stufe Bruttogewinnmarge kompensiert wurde. Sowohl der absolute Anstieg als auch der höhere Anteil am Umsatz sind im Wesentlichen auf gestiegene Personal- und Logistikkosten zurückzuführen.
Der Personalaufwand erhöhte sich im ersten Halbjahr 2026 von CHF 372.1 Millionen in der Vorjahresperiode auf CHF 385.4 Millionen, was einem Anstieg von 3.6 % entspricht. Im Verhältnis zum Umsatz stieg der Personalaufwand somit von 16.4 % auf 16.6 %. Der anhaltende Lohn- und Sozialkostendruck sowie gezielte Investitionen in Organisation und Fähigkeiten zur Unterstützung des künftigen Wachstums führten zu höheren Personalkosten. Produktivitätsverbesserungen und Effizienzsteigerungen trugen jedoch dazu bei, den Anstieg der Personalkostenquote zu begrenzen.
Der Sonstige Betriebsaufwand belief sich in der Berichtsperiode auf CHF 338.8 Millionen und lag damit CHF 20.6 Millionen über dem Vorjahreswert von CHF 318.2 Millionen. Im Verhältnis zum Umsatz stieg der sonstige Betriebsaufwand von 14.0 % auf 14.6 %. Ausschlaggebend hierfür waren insbesondere die als Folge der geopolitischen Situation im Nahen Osten angestiegenen Kosten für Logistik sowie höhere Kosten für Unterhalt und Reparaturen. Die Marketing- und Verkaufsaufwendungen blieben mehrheitlich stabil, ebenso wie die Kosten für Energie und Betriebsmaterialien.
Die Anderen betrieblichen Erträge betrugen CHF 6.1 Millionen gegenüber CHF 4.7 Millionen in der Vorjahresperiode. Der Anstieg betrifft verschiedene betriebliche Erträge wie unter anderem erhaltene oder zugesagte Versicherungsleistungen aus Schadenfällen.
Das Betriebsergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) erhöhte sich in der Berichtsperiode um CHF 7.6 Millionen auf CHF 230.7 Millionen (H1 2025: CHF 223.1 Millionen). Die EBITDA-Marge verbesserte sich leicht von 9.8 % auf 9.9 %. Ausschlaggebend hierfür war die höhere Bruttogewinnmarge, welche den Anstieg des Betriebsaufwands mehr als kompensieren konnte.
Die Abschreibungen und Amortisationen beliefen sich auf CHF 78.5 Millionen und lagen damit leicht über dem Vorjahreswert von CHF 77.7 Millionen.
Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) betrug CHF 152.3 Millionen und lag damit um CHF 6.9 Millionen über dem EBIT der Vorjahresperiode (CHF 145.4 Millionen). Auch die resultierende EBIT-Marge von 6.6 % liegt über der EBIT-Marge der Vorjahresperiode (6.4 %).
Beim Ergebnis von assoziierten Gesellschaften und Gemeinschaftsorganisationen resultierte im ersten Halbjahr 2026 ein Gewinn von CHF 1.6 Millionen gegenüber einem Verlust von CHF 0.2 Millionen in der Vorjahresperiode.
Das Finanzergebnis (Nettofinanzaufwand) verbesserte sich gegenüber der Vorjahresperiode um CHF 4.1 Millionen auf CHF 16.6 Millionen (H1 2025: CHF 20.7 Millionen). Ausschlaggebend hierfür war das um CHF 4.2 Millionen verbesserte Fremdwährungsergebnis, nachdem die deutliche Aufwertung des Schweizer Frankens das Vorjahr ausserordentlich stark belastet hatte.
Die Ertragssteuern beliefen sich in der Berichtsperiode auf CHF 24.1 Millionen gegenüber CHF 20.5 Millionen in der Vorjahresperiode. Daraus ergibt sich eine für das Gesamtjahr erwartete Steuerquote von 17.5 % (H1 2025: 16.5 %). Die höhere Steuerquote ist vorwiegend auf den gestiegenen Ergebnisbeitrag von Auslandsgesellschaften in Ländern mit höheren lokalen Steuersätzen zurückzuführen.
Der Gewinn inklusive Minderheitsanteile betrug CHF 113.2 Millionen gegenüber CHF 103.9 Millionen in der Vorjahresperiode und konnte damit um deutliche CHF 9.3 Millionen gesteigert werden.
Die Minderheitsanteile am Gewinn beliefen sich auf CHF 12.3 Millionen gegenüber CHF 6.7 Millionen in der Vorjahresperiode. Die Zunahme um CHF 5.6 Millionen ist insbesondere auf die höhere Profitabilität der Gesellschaften mit Minderheitsanteilen in Brasilien, Mexiko und Chile zurückzuführen.
Nach Abzug der Minderheitsanteile erzielte die Emmi Gruppe einen Reingewinn von CHF 100.9 Millionen (H1 2025: CHF 97.2 Millionen). Neben der operativen Ergebnisverbesserung trug insbesondere das verbesserte Finanzergebnis zum Anstieg des Reingewinns bei. Höhere Ertragssteuern und Minderheitsanteile wirkten diesem Effekt teilweise entgegen. Die Reingewinnmarge blieb mit 4.3 % auf dem Niveau der Vorjahresperiode.
Die Bilanzsumme zum 30. Juni 2026 erhöhte sich gegenüber dem Stand per 31. Dezember 2025 um CHF 41.9 Millionen beziehungsweise 1.2 % auf CHF 3’523.1 Millionen. Das operative Nettoumlaufvermögen (bestehend aus Vorräten sowie Forderungen und Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) betrug CHF 765.8 Millionen und stieg somit um CHF 43.6 Millionen beziehungsweise 6.0 % gegenüber dem 31. Dezember 2025. Das Anlagevermögen verzeichnete eine leichte Abnahme um CHF 2.4 Millionen, was vorwiegend auf um CHF 14.2 Millionen tiefere immaterielle Anlagen infolge der ordentlichen Amortisationen zurückzuführen ist. Die Sachanlagen erhöhten sich hingegen leicht um CHF 6.7 Millionen. Dies ist neben positiven Fremdwährungseffekten infolge höherer Stichtagskurse auch auf die Investitionen zurückzuführen, welche leicht über den Abschreibungen lagen. Auf der Passivseite verzeichneten die kurz- und langfristigen Finanzverbindlichkeiten aufgrund von Rückzahlungen insgesamt eine Abnahme. In Kombination mit dem leicht höheren Bestand an flüssigen Mitteln resultierte eine Nettoverschuldung von CHF 862.4 Millionen per 30. Juni 2026 gegenüber CHF 882.6 Millionen per 31. Dezember 2025. Im Verhältnis zum annualisierten EBITDA sank die Nettoverschuldung von 1.79 per Ende des Vorjahres auf 1.73 per 30. Juni 2026. Die Eigenkapitalquote nach Verrechnung von Goodwill aus Akquisitionen lag per 30. Juni 2026 bei 35.6 % gegenüber 35.2 % per 31. Dezember 2025.
Die Kapitalrendite (ROIC) erhöhte sich per 30. Juni 2026 auf 7.9 % gegenüber 7.6 % im Geschäftsjahr 2025. Diese Verbesserung ist auf die höhere Profitabilität bei gleichzeitig leicht tieferem durchschnittlich investiertem Kapital zurückzuführen.
Der Geldzufluss aus der Betriebstätigkeit betrug hohe CHF 202.6 Millionen und lag damit um CHF 34.6 Millionen über dem Vorjahreswert von CHF 168.0 Millionen. Während die Zunahme des Geldflusses vor Veränderungen des Nettoumlaufvermögens sowie vor Zinsen und Steuern um CHF 8.5 Millionen die operative Verbesserung auf Stufe EBITDA widerspiegelt, ist der deutlich höhere Geldfluss aus der Betriebstätigkeit vor allem auf die positive Entwicklung des Nettoumlaufvermögens zurückzuführen. Diese wirkte sich im ersten Halbjahr 2026 mit CHF 17.7 Millionen positiv auf den Geldfluss aus, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein negativer Effekt von CHF 31.2 Millionen resultiert hatte, was die unverändert hohe Fokussierung auf ein konsequentes Management des Nettoumlaufvermögens unterstreicht. Wesentlich dazu beigetragen hat insbesondere die im Vorjahresvergleich geringere Zunahme der Warenvorräte, dies trotz der weiterhin hohen Butterlagerbestände in der Schweiz. Die bezahlten Steuern stiegen hingegen deutlich an und belasteten den Geldfluss aus der Betriebstätigkeit entsprechend.
Der Geldabfluss aus der Investitionstätigkeit betrug CHF 83.9 Millionen gegenüber CHF 106.1 Millionen in der Vorjahresperiode. Die Investitionen in das Sachanlagevermögen erhöhten sich um CHF 6.0 Millionen auf CHF 79.4 Millionen. Aus der Akquisitionstätigkeit resultierte im ersten Halbjahr 2026 ein Geldzufluss von CHF 0.4 Millionen, nachdem in der Vorjahresperiode ein Geldabfluss von CHF 31.6 Millionen angefallen war. Ohne Berücksichtigung des Geldflusses aus der Akquisitionstätigkeit resultierte ein Free Cashflow von CHF 118.4 Millionen gegenüber CHF 93.6 Millionen in der Vorjahresperiode.
Der Geldabfluss aus der Finanzierungstätigkeit belief sich auf CHF 112.6 Millionen gegenüber CHF 99.3 Millionen in der Vorjahresperiode. Der höhere Mittelabfluss ist insbesondere auf gestiegene Dividendenzahlungen an Aktionäre und Minderheitsaktionäre von insgesamt CHF 95.2 Millionen (H1 2025: CHF 89.2 Millionen) sowie auf höhere Rückzahlungen von Finanzverbindlichkeiten in Höhe von CHF 17.4 Millionen (H1 2025: CHF 10.1 Millionen) zurückzuführen. Als Folge der beschriebenen Geldflüsse erhöhten sich die flüssigen Mittel gegenüber dem 31. Dezember 2025 um CHF 7.6 Millionen von CHF 376.5 Millionen auf CHF 384.1 Millionen.
Die herausfordernden wirtschaftlichen Rahmenbedingungen dürften auch im zweiten Halbjahr 2026 Bestand haben. Geopolitische und handelspolitische Spannungen, hohe Volatilität an den Beschaffungsmärkten, eine in vielen Märkten weiterhin gedämpfte Konsumstimmung sowie der starke Schweizer Franken sorgen unverändert für Unsicherheit. Auf dem Heimmarkt Schweiz ist zudem weiterhin mit einem erhöhten Importdruck zu rechnen.
Dank ihrer konsequenten Ausrichtung auf attraktive Wachstumsmärkte und strategische Nischen sowie ihres breit diversifizierten Marken- und Produktportfolios sieht sich die Emmi Gruppe jedoch gut positioniert, um auch in diesem anspruchsvollen Umfeld nachhaltig profitabel wachsen zu können. Emmi wird weiterhin vorausschauend und diszipliniert handeln und ihre gruppenweiten Effizienz- und Kostensparprogramme konsequent fortführen. Gleichzeitig setzt die Gruppe ihre Portfoliotransformation entlang der strategischen Prioritäten und Konsumtrends fort.
Die anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten führen zu weiteren Kostensteigerungen bei verschiedenen Inputkosten, insbesondere in den Bereichen Verpackung, Logistik und Energie. Emmi wird diesen Entwicklungen mit gezielten und verantwortungsvollen Preiserhöhungen begegnen, um die Gruppe zu schützen.
Die Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 unterstreicht die Wirksamkeit der konsequenten Strategieumsetzung sowie den Fokus auf wertschöpfungsstarkes Wachstum. Das organische Wachstum lag nach sechs Monaten über der kommunizierten Ganzjahresprognose und war breit über alle Divisionen abgestützt. Wie in der Ganzjahresprognose antizipiert, wird das organische Wachstum des zweiten Halbjahres durch den tieferen Schweizer Milchpreis und den Wegfall eines Einmaleffektes aus dem Vorjahr belastet. Die beiden Effekte werden das Umsatzwachstum der Emmi Gruppe im Gesamtjahr um insgesamt rund -0.8 % belasten (-2.1 % in der Division Schweiz). Während diese beiden Effekte die Umsatzentwicklung im ersten Halbjahr netto noch mit rund 0.4 % stützten (0.9 % in der Division Schweiz), wird die Belastung im zweiten Halbjahr voraussichtlich rund -1.9 % betragen (-4.7 % in der Division Schweiz). Die Emmi Gruppe erwartet, dass die zugrunde liegende Wachstumsdynamik ohne diese temporären Effekte weiterhin erfreulich bleibt.
Auf Basis der heute bekannten Rahmenbedingungen erhöht die Emmi Gruppe ihre Prognose für das organische Wachstum auf Gruppenstufe leicht auf 2.0 % bis 3.0 % (bisher: 1.0 % bis 3.0 %). Die Erwartungen für das EBIT von CHF 335 bis CHF 355 Millionen sowie die Reingewinnmarge von 4.8 % bis 5.3 % bleiben unverändert.
Für die Division Schweiz hebt Emmi die Prognose auf Basis der starken Wachstumsdynamik im ersten Halbjahr auf -1 % bis 1 % an (bisher: -2 % bis 0 %). Die Erwartungen für die Divisionen Americas (4 % bis 6 %) und Europa (2 % bis 4 %) bleiben hingegen unverändert.
Emmi hält zudem an den Mittelfristprognosen hinsichtlich des organischen Umsatzwachstums (Gruppe 2 % bis 3 %, Schweiz 0 % bis 1 %, Americas 4 % bis 6 %, Europa 1 % bis 3 %), der Reingewinnmarge (5.5 % bis 6.0 %), ROIC (10 %) und der Dividendenpolitik (Ausschüttungsquote von 35 % bis 45 % mit jährlichem Anstieg der Dividende in Schweizer Franken) fest.